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"Beflügelt": Naomi Watts arbeitete eng mit der realen Sam Bloom zusammen

    Beflügelt Titelbild | © ARD Degeto Die echte Sam Bloom (r.) begleitete die Dreharbeiten und konnte Naomi Watts (l.) wertvolle Tipps geben. | ©ARD Degeto

    Ein kleiner Vogel als Lebensretter: Die TV-Premiere von „Beflügelt“ macht Mut und rührt zu Tränen.

    Ein Artikel von Hendrik Thies.

    Wie kann man traumatische Erlebnisse verarbeiten? Was lässt körperliche und seelische Wunden heilen? Jeder und jede muss dafür einen eigenen Weg finden. Die Geschichte der Australierin Samantha Bloom, die der Film „Beflügelt: Ein Vogel namens Penguin Bloom“ erzählt, zeigt eine ganz ungewöhnliche Art, dunkle Momente hinter sich zu lassen und neuen Mut zu finden.

    Sam Bloom (gespielt von der Oscarnominierten Naomi Watts lebt mit Ehemann Cameron (Andrew Lincoln) und ihren drei Kindern bei Sydney. Die leidenschaftliche Surferin liebt es, mit ihrer Familie die Welt zu bereisen. 2013 kommt es im Thailandurlaub zum Unfall: Als das Geländer einer Dachterrasse nachgibt, stürzt Sam zwei Stockwerke tief. Mehrere gebrochene Brustwirbel führen dazu, dass zwei Drittel ihres Körpers von nun an vollständig gelähmt sind. Angewiesen auf einen Rollstuhl, stellt sich Sam die Frage, wie sie ihre Rolle als Mutter und Ehefrau noch ausfüllen kann, wie sie sich überhaupt wieder in der Welt zurechtfinden soll.

    Ein Unfall bringt Sam (Naomi Watts) in den Rollstuhl. Der kleine Vogel Penguin gibt ihr neue Lebensfreude.

    In der größten Depression stößt ein verletztes, flugunfähiges Vogeljunges zur Familie. Der Flötenvogel wird von den Kindern Penguin getauft und lebt von nun an bei den Blooms. Sam fühlt sich dem gefiederten Mitbewohner seltsam verbunden. Mit seiner Hilfe kämpft sie sich zurück ins Leben. „Auf Penguin zu achten, gab mir eine neue Aufgabe. Er saß entweder auf meinem Schoß oder auf meiner Schulter“, erinnert sich die echte Sam Bloom, deren ungewöhnliche Freundschaft mit einem Vogel von ihrem Mann fotografisch festgehalten wurde.

    So geht es ihnen heute

    Cameron war es auch, der die Bilder und Sams Geschichte 2016 als Buch veröffentlichte. Seitdem kennt in Australien jedes Kind Familie Bloom und ihr putziges Familienmitglied. Es trug indirekt auch dazu bei, dass Sam und Cameron als liebendes Ehe- und Elternpaar wieder enger zueinanderfanden. Um die Schicksalsgeschichte möglichst wahrheitsgemäß zu erzählen und nicht in Hollywood-Kitsch abzugleiten, begleitete die echte Sam die Dreharbeiten aus nächster Nähe und half den Filmemachern mit Details, die bisher nicht öffentlich bekannt waren.

    Penguin führt Cameron (Andrew Lincoln) und Sam wieder zueinander.

    Mit Naomi Watts schrieb sie sich schon vor Drehstart lange Briefe und vertraute der Darstellerin sogar ihr persönliches Tagebuch an. Als Filmkulisse diente das echte Haus von Familie Bloom. Wieder fliegen lernen „Die Frage, wie man auf ein einschneidendes Erlebnis reagiert, das einen aus heiterem Himmel heimsucht, geht jeden etwas an“, meint Naomi Watts. „Es kommt darauf an, sich dem Unbekannten zu stellen, es zu akzeptieren und neue Wege einzuschlagen.“ Diese Botschaft vermittelt der Film „Beflügelt“ auf tröstende, inspirierende Weise, die oft zu Tränen rührt.

    Sam Bloom, heute 52, hat ihr Trauma überwunden und durch die Liebe und die Unterstützung ihrer Familie und eines kleinen Vogels neue Kraft geschöpft. Bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro trat sie erfolgreich im Kajak an, bei den Ozeanien-Meisterschaften holte sie sogar Gold. Und Penguin? Der lebt noch heute bei Familie Bloom.

    Am 1. August läuft „Beflügelt: Ein Vogel Namens Penguin Bloom“ um 22.50 Uhr im Ersten.