RTL-Kommentator bekommt vom DFB-Team Rüge per SMS und reagiert live im TV

17.06.2024 um 16:00 Uhr
    RTL-Kommentator Wolff Fuss kritisierte die Qualität im DFB-Sturm und ruderte zurück. | © Imago RTL-Kommentator Wolff Fuss kritisierte die Qualität im DFB-Sturm und ruderte zurück. | ©Imago

    RTL-Kommentator Wolff Fuss kritisierte während des Spiels der Niederlande gegen Polen das DFB-Team und ruderte plötzlich zurück - nachdem er eine Beschwerde aus dem deutschen EM-Quartier bekam.

    Wolff Fuss kommentierte gemeinsam mit Ex-Profi Lothar Matthäus für RTL und MagentaTV das EM-Spiel am Sonntagnachmitttag, als er recht früh anmerkte, dass den Niederländern „so ein Mittelstürmer von internationalem Format“ fehlen würde - dann wären sie „absolute Weltspitze“. Dann fügte er den kontroversen Satz hinzu: „Die Deutschen kennen das Problem.“

    Der eher beiläufige Kommentar kam im deutschen EM-Camp, wo das Spiel im TV verfolgt wurde, offenbar nicht nicht besonders gut an. Co-Trainer Sandro Wagner (36) wollte diese Aussage nicht auf seinem Team sitzen lassen und schrieb eine  WhatsApp-Nachricht direkt an Fuss.

    Nach der Halbzeit nahm der 47-Jährige, der schon seit vielen Jahre die Bundesliga bei Sky kommentiert,  seine persönliche Einschätzung plötzlich wieder zurück. Man habe aus dem deutschen Lager gehört, dass es „leichte Irritationen“ ob des Kommentars gegeben habe. Der Vergleich der „Probleme in An- und Abführung“ der niederländischen Nationalmannschaft mit denen der deutschen Elf sei „natürlich auch Quatsch“. „Da hat die deutsche Mannschaft mit Havertz oder Füllkrug oder Undav oder Maxi Beier ganz andere Möglichkeiten in Breite und Spitze“, fügte Wolff hinzu und sendete „liebe Grüße nach Herzogenaurach“.

    Die TV-Kommentatoren bei der EM 2024

    Scheinbar hatte Fuß Angst, bei DFB-Team dauerhaft in Ungnade zu fallen. Er erklärte später gegenüber BILD: "Es war eine nette Flachserei zwischen den Jungs in Herzogenaurach und uns. Nachdem ich die Nachricht aus dem Camp bekam, habe ich versprochen, dass ich das in der zweiten Halbzeit richtigstellen werde." Die Erklärung hört sich lässig an, zeigt aber, dass Kumpanei im Sportjournalismus immer noch eine wichtige Rolle spielt.

    Auch Lothar Matthäus relativierte die Kritik seines TV-Kollegen und stellte einen eher wackeligen Vergleich an: „Absolut haben wir Spieler, die im Endeffekt auch wissen, wo das Tor steht“, sagte der Rekordnationalspieler. Ehemalige DFB-Größen wie Gerd Müller, Rudi Völler oder Karl-Heinz Rummenigge seien für ihn aber „vielleicht noch ein bisschen eine Klasse besser“.