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„Endlich Witwer 3“: Joachim Król hält Ekel Georg nicht für unsozial

30.04.2023 um 13:17 Uhr
    Ein Ekel am Ende: Georg Weiser (Joachim Król) ist in misslicher Lage. | © ZDF Ein Ekel am Ende: Georg Weiser (Joachim Król) ist in misslicher Lage. | ©ZDF

    Zum dritten Mal ist Joachim Król in seiner Paraderolle als Witwer Georg Weiser zu sehen. Mir Hörzu spricht er über seine Paraderolle als Ekel Georg.

    Ein Artikel von HÖRZU Chefreporter Mike Powelz

    Aufbrausend, böse, cholerisch, despotisch, egoistisch, fies: Das Abc der Charaktereigenschaften von TV-Ekel Georg Weiser (Joachim Król) ließe sich ewig fortsetzen und liest sich wie eine Aneinanderreihung der schlechtesten menschlichen Eigenschaften. Umso erstaunlicher, dass der Kotzbrocken alle begeistert, das Publikum ebenso wie die Kritiker. 2019 faszinierte Króls Verkörperung des unzufriedenen Rentners, der in „Endlich Witwer“ über den Tod seiner Ehefrau frohlockte, 7,4 Millionen Zuschauer.

    2021 verfolgten 5,11 Millionen, wie der ewig schlecht Gelaunte in der Fortsetzung „Endlich Witwer: Forever Young“ mit seinen alten Freunden (Martina Gedeck, Peter Lohmeyer) abrechnete. Jetzt spuckt der Widerling erneut Gift und Galle, doch in Teil 3 „Endlich Witwer: Über alle Berge“ (Mo, 1. Mai, 20.15 Uhr, ZDF) geht es ihm selbst an den Kragen: Kaum ist Weiser auf den Kanarischen Inseln angekommen, wird ihm alles gestohlen: Campingwagen, Papiere, Geldbörse. Er sitzt auf La Gomera fest, überwirft sich mit der örtlichen Polizei, landet hinter Gittern – und wird nach seiner Flucht aus dem Gefängnis von allen Insulanern gesucht.

    Aber der Miesepeter wäre nicht er selbst, wenn er sich so schnell geschlagen gäbe: Zuerst sucht Weiser Unterschlupf bei Alt-Hippies, doch nachdem er sich auch mit ihnen zerstritten hat, ist er ausgerechnet auf die Gunst jener Frau angewiesen, die ihn beraubt hat – und findet dabei ein Stück weit zu sich selbst.

    "Endlich Witwer - Über alle Berge" in der ZDF Mediathek

    Gefragt nach Weisers „Antiheldenreise“, erklärt Joachim Król im Gespräch mit HÖRZU: „Kommen wir am Ende nicht alle wieder bei uns selber an? Georg Weiser ist ja, trotz seiner Jahre, durchaus lernfähig. Im Grunde ist es auch nicht das erste Mal, dass er etwas dazulernt. Im ersten Film wusch ihm seine von Anneke Kim Sarnau gespielte Haushaltshilfe den Kopf, was letztlich nicht ohne Folgen blieb. Im zweiten Teil kam er mit den Verfehlungen seiner Jugend ins Reine. Jetzt hilft ihm die Begegnung mit der rätselhaften, von Dela Dabulamanzi dargestellten Diebin Soleil, über die Ursachen seiner Undankbarkeit und Unzufriedenheit nachzudenken.“ Aber warum ist Weiser überhaupt so empathielos? Joachim Król erwidert:

    „Ich nehme ihn nicht so wahr. Vielleicht ist Weiser nur sehr sensibel und ungeduldig – letztendlich eine gefährliche Mischung. Wir dürfen aber nicht übersehen, dass er schon etwas älter ist. Klar muss er auch noch weiter an seinem Verhältnis zum Sohn arbeiten, aber ich persönlich halte ihn weder für unsozial noch empathielos.“

    Ob es einen vierten Film mit dem inzwischen etwas Geläuterten geben wird? Król schmunzelt und meint verheißungsvoll: „Das Beste kommt noch!“

    „Endlich Witwer: Über alle Berge“ (Mo, 1. Mai, 20.15 Uhr, ZDF)