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„Die Notärztin“: Täglicher Wahnsinn im Rettungsdienst – authentisch, packend, gut

13.02.2024 um 16:00 Uhr
    Nina (Sabrina Amali) und Feuerwehrmann Markus (Max Hemmersdorfer) bei einem Einsatz. | ©

    Um Leben und Tod: Die neue Serie „Die Notärztin“ zeigt den turbulenten Alltag an einer Rettungswache. Braucht das TV noch eine Arztserie? Ja, die unbedingt!

    Ein Artikel von Melanie Koch

    Unfälle, Selbstmordversuche, Drogenkonsum: Wer im Rettungsdienst arbeitet, muss mit schlimmen Situationen umgehen können. Das merkt auch Anästhesistin Dr. Nina Haddad, als sie von Zürich nach Mannheim zieht, um an der Feuerwache III als Notärztin anzufangen. Emotionale Patientenschicksale bringen sie regelmäßig an ihre Grenzen. Mit „In aller Freundschaft“ hat Das Erste am Dienstagabend bereits eine Medizinserie im Programm, nun kommt eine weitere hinzu.

    In sechs Teilen erzählt „Die Notärztin“ (sechs Folgen, Di, 13. Februar, 20.15 Uhr im Ersten und komplett in der Mediathek) vom Alltag an einer deutschen Rettungswache. Sabrina Amali schlüpft in die Rolle der Ärztin Nina Haddad. „Sie hat in Zürich im Krankenhaus gearbeitet, brauchte allerdings beruflich und privat einen Neuanfang“, so die Schweizerin über ihre Rolle. „Der Job bedeutet ihr alles, und sie versucht, intensiv auf die Patienten einzugehen. Ihre erfahrenen Kollegen schirmen sich aus Selbstschutz emotional mehr ab.“

    Trailer zur neuen ARD-Serie "Die Notärztin"

    Feuerwehrleute, Sanitäter, Notärzte: Wie im echten Leben arbeiten die verschiedenen Berufsgruppen auch auf der fiktiven Mannheimer Wache Hand in Hand. Die Serie zeigt auf authentische Weise, wie das Einsatzteam von Dienst zu Dienst hetzt – und dabei durchaus auch auf Widerstand stößt. „Wir wollten es realistisch halten und auch das Thema Gewalt gegen Rettungskräfte nicht aussparen“, sagt Sabrina Amali. Im Jahr 2022 registrierte die Polizei in Deutschland 650 Übergriffe auf Feuerwehrleute, zudem wurden weitere 1920 Gewalttaten gegen sonstige Rettungskräfte vermerkt. „Mir ist im Vorfeld auch von Sanitätern gesagt worden, dass der Respekt ihnen gegenüber in den vergangenen Jahren immer stärker abgenommen hat.“

    Vor Beginn des Drehs, der im Sommer 2023 in Berlin und Mannheim stattfand, begleitete Amali zwei Tage lang ein Rettungsteam in Berlin-Kreuzberg bei Einsätzen. „Ich bin überall mitgefahren und habe Dinge geschleppt, quasi wie eine Praktikantin“, so die 32-Jährige. „Zwar bekommt man in der kurzen Zeit nur einen Bruchteil mit, aber es war mir trotzdem wichtig zu sehen, was diese Menschen tagtäglich leisten.“

    Eine Herausforderung in jeder Hinsicht: „Mir ist von vielen gesagt worden, es braucht ein ausgeprägtes Helfersyndrom, um diesen wichtigen Job zu wählen.“ Ein Drehtag für „Die Notärztin“ ist Amali besonders in Erinnerung geblieben: „Wir sollten in nur einem Take eine Szene filmen, die eine Sturzgeburt zeigt“, sagt sie. „Wir kamen mit dem Rettungswagen an, das Baby kam, und zahlreiche Passanten standen drum herum. Es fühlte sich alles so natürlich an, als hätten wir tatsächlich eine Geburt begleiten dürfen.“