Weihnachts-Spezial
Der Advent ist eine Zeit der Vorfreude und Besinnung.

Der Advent ist eine Zeit der Vorfreude und Besinnung. / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst / Foto Startseite: © dpa

Vier Wochen Vorfreude: Advent

Vom Glück der Adventszeit

  • Artikel vom 25. November 2013

Advent, Advent...

Der Dezember putzt sich heraus, als hätte er eine himmlische Verabredung. Mit dem Glanz von Kerzen und Schwibbögen hüllt er die Menschen in heimeliges Wohlgefühl. Durch die Straßen schwebt verführerisch der Duft von Lebkuchen und Glühwein. Überall hört man Weihnachtsweisen, Kinderlieder, Glöckchenklirren. So schön ist nur der Advent.

Jedes Jahr verzaubert der Advent uns aufs Neue. Denn so viel sich auch im Leben ändern mag, so modern der Alltag an einem vorüberrauscht, so sehr kann man sich darauf verlassen, dass wenigstens im Advent alles so ist, wie es immer war. Die Holzpyramide zum Beispiel, auf der Josef und Maria gemächlich ihre Runden drehen. Die alte Krippe mit Ochs und Esel. Der Adventskranz mit den frischen Tannenzweigen und den vier dicken Stumpenkerzen, von denen wir erst nur eine entzünden, dann "zwei und drei und dann vier! Rund um den Kranz welch ein Schimmer, und so leuchten auch wir, und so leuchtet das Zimmer", wie einst der Dichter Matthias Claudius schrieb.

Der spezielle Kalender für den Advent

Und dann ist da natürlich noch der Adventskalender, der heute nicht mehr nur Kindern und Enkeln die Zeit bis zum Weihnachtsabend verkürzt: 24 Tage lang dürfen wir im Advent jeden Morgen ein Türchen öffnen und uns über kleine Überraschungen freuen, die sich dahinter verbergen. Dabei erkennt man auch, dass 24 kleine Freuden viel schöner sein können als eine große. Und weil das nicht nur für Kinder gilt, fühlt man sich auch selbst eigentlich nie zu alt dafür. Warten können Erwachsene sowieso selten besser als Kinder. Alles soll immer ganz schnell gehen – nein, nicht gehen, sondern laufen. Und das auch noch möglichst perfekt. Bloß keine Zeit verschwenden. Geduld, so scheint es, ist nicht mehr zeitgemäß – außer im Advent.

Wer sich jetzt auf diese Tugend besinnt, hat es nicht nur im hektischen Gedränge der Kaufhäuser und Einkaufsmeilen leichter, sondern kann den Advent auch genießen, sich langsam, Tag für Tag, auf das Fest einzustimmen und abseits des Trubels ein wenig Ruhe zu finden. Vielleicht beim Plätzchenbacken, beim Lesen einer Weihnachtsgeschichte oder bei einem heißen Becher Glühwein.

Die Familie in der Adventszeit im Mittelpunkt

An den Traditionen der Adventszeit hält man so gerne fest, weil sie einen selbst festhalten in wohligen Erinnerungen und kleinen Momenten des Glücks. Nicht nur in Gedanken kehrt man zurück zu diesen kostbaren Augenblicken, zurück in die Kindheit. Man kommt auch ganz real nach Hause: Advent ist die Zeit, in der wir die Familie besuchen. Oder Freunde. Wir rücken zusammen, hören einander zu und beschäftigen uns mit unseren Lieben, mit ihren Sorgen und Wünschen. Wir schenken ihnen unsere Zeit.

Das ist mindestens so wertvoll wie all die liebevoll verpackten Präsente, die später unter dem Weihnachtsbaum liegen werden. Mit jeder Form von Aufmerksamkeit für andere macht man nämlich nicht nur die Beschenkten, sondern auch sich selbst glücklich. Das wissen wir nicht erst seit dem bekannten Spruch im Poesiealbum: "… denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück."

Wünsche und Wunder im Advent

Auch darüber denkt man oft nach in der besinnlichen Zeit des Advents: Im Schein der Kerzen flackert auf, wie gut es einem doch geht, für welche Ereignisse des vergangenen Jahres man dankbar ist, welche persönlichen Wünsche im kommenden Jahr wahr werden sollen. Als Kind hat man diese Liste einfach nach Himmelpfort oder Engelskirchen geschickt und gehofft, dass sich dort jemand um die Erfüllung kümmern wird.

Heute wissen wir schon lange, dass es so leicht leider nicht ist – und geben uns trotzdem der schönen Vorstellung hin, dass es irgendwo irgendjemanden gibt, der sich unserer Wünsche annimmt, der größeren wie der kleineren. Wann sollte man auch mehr daran glauben als jetzt im Advent? In der Zeit, in der wir uns auf das große Wunder von Christi Geburt vorbereiten. Seien wir also offen für alles, was uns dieser Advent beschert.

Autor: Melanie Schirmann

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