Urlaub
Sizilien

Kim Fisher mag den Flair von Palermo; Bild: © picture alliance / Bildagentur-online/Klein

Insel des Lichts

Kim Fisher über Sizilien

  • Artikel vom 03. Februar 2011

Es gibt wenige Dinge, die Moderatorin Kim Fisher ins Schleudern bringen. Kurioserweise leidet die frühere "Riverboat"-Gastgeberin aber unter Seekrankheit. Für ihre neue Quiz-Spielshow "Das Hochzeitsschiff", Das Erste, absolvierte sie trotzdem eine zwölftägige Mittelmeerkreuzfahrt. Schöner Nebeneffekt: Die schlag fertige, charmante Berlinerin entdeckte vor der Stiefelspitze Italiens ihr neues Traumziel. In HÖRZU schreibt sie exklusiv über ihre große Sehnsucht nach Sizilien:

Natürlich war mein Kopf randvoll mit Klischees über die Insel. Was ich erwartet habe? Was alle erwarten: Herzensbrecher mit Goldkettchen, Hitze, wilde Natur – aber auch Schmutz, Lärm und sinistre Mafiosi.

Die Wahrheit ist: Als Besucher begegnet man nur den "schönen Klischees" – und die sind noch besser als erwartet. Vielleicht liegt es an der Sonne Siziliens, die alles in unendlich klares Licht taucht: Das Obst auf den Märkten, die blauen Boote im Hafen – alles leuchtet.

Vom Meer aus wirkt Palermo wie jede andere Hafenstadt des Mittelmeers. Erst an Land entfaltet die Hauptstadt der autonomen Region Sizilien ihr ganz besonderes Flair: die barocke Pracht der Kirchen, das bunte Markttreiben, das chaotische Gewusel auf den Straßen. Mörderisch wirkt auf mich nur der Verkehr. "Wir Sizilianer haben zwar Ampeln wie ihr Deutschen, aber keiner interessiert sich für die", lacht meine Begleiterin Serena. Sie führt mich über die Straße. Ihr Trick: Mut zur Lücke! Und dann: zügig gehen!

Kim Fischer begeistert von Palermo

Auch in der Stadt beeindrucken mich die Farben: das helle Zitronengelb, das pralle-Tomatenrot, das satte Orange der Obststände auf dem Vucciria-Markt der Altstadt. Palermo ist unberechenbar: Mitten im Autogewühl steht plötzlich ein Mann hinten auf seinem Minilaster, einer dreirädrigen "Ape" von Piaggio, und verkauft Brot. Palermo pulsiert. Doch bereits kurz hinter der Stadtgrenze herrschen Entspannung und Ruhe.

Sizilien ist eine Insel der tausend Gesichter: hier die quirlige Hauptstadt, dort verschlafene Dörfer, die sich an steile Berghänge schmiegen. Die Gipfel sind so hoch, dass es sogar drei Skigebiete gibt.

Bei einer Fahrt über die Insel zeigen sich immer wieder Spuren ihrer bewegten Vergangenheit und Ruinen antiker Stätten. Wegen seiner strategisch wichtigen Lage wurde Sizilien unter anderem von den Griechen, Vandalen, Goten, Arabern und Normannen erobert. Das Freilichttheater von Taormina, das "Teatro Greco", ist das berühmteste Zeugnis fremder Herrschaft.


Strände und Vulkanerde

Doch nicht nur Menschen haben den dreieckigen Flecken im Meer geformt. Zuweilen wirkt das Inselinnere wie eine Mondlandschaft: Die Erde ist mal rötlich, mal fast schwarz. Der Ätna, Europas aktivster und mit 3350 Metern höchster Vulkan, hat das oft raue Gesicht Siziliens geprägt.

Aber dann sind da auch viele liebliche Regionen: dichte Büsche voller weißer Blüten, Zitronenhaine, Olivenbäume, Buchten mit hellem Sand – etwa bei San Vito lo Capo mit einem wunderschönen Strand. Wer Sizilien bereist, erlebt Kontraste im Minutentakt. Jetzt endlich verstehe ich auch Goethes Zeilen: "Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem."

Mir haben es die vielen menschenleeren Buchten und verschwiegenen Küstendörfer angetan, besonders Sant’Elia. Ein Geheimtipp! Wer als Showmensch zum ersten Mal den Fischerort mit dem tief eingeschnittenen Hafen besucht, wähnt sich in einer Filmkulisse. Dabei ist alles echt: die abblätternden Fassaden der Häuser, die schmiedeeisernen Balkone, ja sogar der runzlige Alte mit Zahnlücke, der mir Unverständliches ins Ohr raunt und dann herzlich lacht. Daneben steht ein braun gebrannter Gigolo, der sich als hilfsbereiter Arzt entpuppt. Die Insulaner sind interessiert und freundlich, ohne aufdringlich zu wirken.

Kim Fischer will nur auf Sizilien heiraten

Im Nachbarort Porticello betreibt Koch Francu seit 40 Jahren das Hafenrestaurant "Francu u’ Piscaturi". Obwohl ich kein Italienisch verstehe, hänge ich an seinen Lippen, als er mit der Ruhe eines Kino-"Paten" ein Tintenfischrezept erklärt, eine sizilianische Delikatesse. Er taucht den Pulpo dreimal in kochendes Wasser, brät ihn dann in Zwiebeln, Tomaten, Wein und Knoblauch. Ein Genuss – für alle Pulpofans. Ich bevorzuge Pasta, Muscheln, Garnelen und Artischocken. Besonders köstlich: Cannoli, mit Ricotta und Pistazien gefüllte süße Teigrollen.

Dass ich wiederkomme, ist sicher. Vielleicht sogar für den wichtigsten Tag meines Lebens. Ja, auch wenn es kitschig klingt: Sollte ich einmal heiraten, dann nur auf Sizilien.

Reiseinfo: Auf nach Sizilien!

  • Anreise
  • Lufthansa, Air Berlin, Germanwings und TUIfly fliegen nach Palermo oder Catania

  • Klima
  • Die angenehmsten Reisemonate sind April, Mai, Juni, September und Oktober. Im Hochsommer steigen die Temperaturen auf weit über 30 Grad

  • Unterkunft
  • Apartments ab 40 Euro pro Tag und Unterkünfte auf Landgütern (Agriturismo) bieten viele Internetseiten, etwa www.italien-inseln.de
    oder www.gotaormina.com
    Pauschalreisen: z. B. mit TUI im Mai für 1 Woche in den Badeort Giardini Naxos, DZ/HP p. P. ab 550 Euro

    Autor: Kim Fisher