Gesunde Ernährung
Zitrone

Zitrone - gesund und lecker. / Foto © iStock, 5second

Mit leckeren Rezepten

Zitrone – gelb, gesund und so vielseitig

  • Artikel vom 16. Februar 2018

Die Zitrone verleiht vielen Gerichten eine feine Note, bekämpft Erkältungen, macht schön, hellt die Haare auf und hilft sogar dabei, umweltfreundlich zu putzen.

Anders als Zitrusfrüchte wie etwa die Orange, ist die Zitrone zwar erst seit gut 1000 Jahren bekannt, gilt jedoch als eine der beliebtesten Südfrüchte. Ursprünglich stammt der immergrüne Zitronenbaum mit den faustgroßen, gelben Früchten aus Indien und gelangte mit den Arabern in den gesamten Mittelmeerraum.

Zitrone gegen Erkältungen

Die Erklärung, warum Zitronen so beliebt sind, liegt in ihrer Vielseitigkeit. Vor allem im Winter wird die Zitrone als natürliches Heilmittel gegen Erkältung, Husten, Schnupfen und Heiserkeit verwendet. Denn sie enthält Vitalstoffe, die sich gegen Viren und Bakterien bewährt haben, Entzündungen bekämpfen sowie die Funktion der Schleimhäute verbessern.

"Heiße Zitrone" gegen Halsweh, Husten und Fieber

Besonders beliebt ist dabei die heiße Zitrone, also heißes Wasser mit dem Saft einer oder zwei Zitronen, gesüßt mit Honig. Die heiße Zitrone bringt nicht nur den Stoffwechsel in Schwung, man beginnt zu schwitzen und damit sinkt das Fieber. Die gesunde Säure lindert auch Halsschmerzen und Husten. Zusätzlich unterstützen die Wirkstoffe der Zitrone die Heilung.

Aber auch kaltes Zitronenwasser (Saft einer Zitrone auf einen Liter Wasser, nach Bedarf mit Stevia oder Xylit süßen) gilt als Geheimtipp für die Gesundheit. Dreimal täglich getrunken soll es beim Abnehmen helfen, die Immunabwehr stärken und die Verdauung in Schwung bringen.


Wohltuend bei Erkältung. / Foto © iStock, portisead1

Zitronen – diese Inhaltsstoffe machen sie so gesund

Dabei enthalten 100 gr Zitrone, das entspricht etwa einer großen Frucht, nur 20 Kalorien, jedoch

• gut 50 mg Vitamin C und decken damit die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarf
• Folsäure
• Kalzium
• Kalium
• Magnesium
• Ballaststoffe wie Pektin
• Zitronensäure
• Ätherische Öle, die Citral und Limonen enthalten
• Zahlreiche Flavonoide

Zitrone heilt – innerlich und äußerlich

Vor allem die speziellen sekundären Pflanzenstoffe machen Zitronen – und zwar sowohl Frucht als auch Schale – medizinisch interessant. In der Volksmedizin wird Zitronensaft (innerlich) und Zitronenöl (äußerlich) bereits seit Jahrhunderten neben Erkältung und Fieber gegen die verschiedensten Beschwerden eingesetzt:

• Appetitlosigkeit
• Arteriosklerose
• Arthritis
• Diabetes
• Cellulite
• Gicht
• Migräne
• Rheuma

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wissenschaft deshalb in einigen hundert Studien mit dem Thema beschäftigt, wie medizinisch wertvoll die Zitrone ist. Dabei wurde bewiesen, dass ihre Inhaltsstoffe folgende Wirkungen haben können:

• blutverdünnend
• entzündungshemmend
• schmerzlindern
• krampflösend
• antidepressiv

Besonders interessant sind , die sich mit den Inhaltsstoffen der Zitrone beschäftigen. Demnach könnten spezielle Wirkstoffe in der Zitrone die Vermehrung von Krebszellen hemmen und einzelne sogar zum Absterben bringen (induzierter Zelltod, Apoptose)

Multitalent Zitrone – für die Kosmetik Zitronenöl besonders wertvoll

Abgesehen von diesen wichtigen medizinischen Effekten, ist Zitrone auch ein bewährtes Schönheitsmittel. Zitronensaft kann etwa als Zusatz in Kosmetika gegen Falten wirken. Und nicht zuletzt ist eine Spülung mit verdünntem Zitronenwasser ein uraltes Mittel, um dunkle Haare zu blondieren.

Zahlreiche Hautpflegemittel und Parfums enthalten außerdem Zitronenöl wegen des feinen Citrusaromas. Das wertvolle Pflanzenöl wird aus der Schale der Zitrone gewonnen. Dort sitzen zahlreichen Öldrüsen. Sie verströmen den typischen Zitronenduft. Wird die Schale gepresst, platzen die Drüsen und das Zitronenöl fließt heraus.


Zitronen sidnwahre Multitalente. / Foto © iStock, Leonsbox

Zitronensaft zur natürlichen Desinfektion und zum Putzen

Nicht zuletzt schwören viele Hygieneprofis auf Zitronensäure zur Entfernung schädlicher Keime und zur Reinigung. So kann etwa eine Paste aus Zitronensaft und Salz stumpfe, angelaufene Kupfertöpfe wieder zum Strahlen bringen. Ebenfalls strahlend klar werden Fenster, wenn dem Putzwasser ein paar Spritzer Zitronensaft zugesetzt werden. Und bleiben etwa nach dem Fleischschneiden Flecken auf dem Brett, lässt sie Zitronensaft rasch wieder verschwinden – und zerstört sogar etwaige Bakterien.

Küchentricks mit Zitrone

Zitrone ist also ein echter Allrounder, gesund, nützlich und praktisch. Genauso vielseitig ist ihr der Einsatz in der Küche. Hier die besten Tipps:

• Fleisch und Fisch vor der Zubereitung mit Zitronenscheiben abreiben. Das tötet nicht nur Lebensmittelkeime, sondern macht das Fleisch zart – und das darin enthaltenen Eisen für den Körper besser verwertbar.

• Frisch geschnittenes Obst und Gemüse, wie Äpfel, Birnen, Avovados und Chicorée mit Zitronensaft. Die Säure verhindert die Oxidation und die Schnittflächen werden nicht unansehnlich braun.

• Wenn sich durch die Verarbeitung von rote Bete, Rotkohl oder Kirschen die Finger rot gefärbt haben – Zitronensaft macht sie wieder hell.

• Bevor man eine Zitrone auspresst: die Frucht auf der Arbeitsfläche fest hin und her rollen, das löst den Saft.

• Falls man für ein Gericht nur ein paar Spritzer Zitrone brauchen: Mit einer Gabel oder einem Zahnstocher in die Frucht stechen, dann rinnt nur etwas Saft heraus und man kann die Frucht danach im Kühlschrank noch ein paar Tage aufheben, ohne dass sie austrocknet.

• Am besten Bio-Zitronen kaufen, vor allem, wenn man die Schale nutzen möchte, etwa als Abrieb. Kommerziell angebaute, geerntete und gelagerte Früchte sind nämlich mit einer ganzen Reihe von Chemikalien behandelt, die auch beim Waschen und Abbürsten kaum zu entfernen sind.

Die besten Rezepte mit Zitronen – von Zitronenkuchen bis Zitronenhuhn

Mit eines der beliebtesten Zitronenrezepte ist Zitronenkuchen. Der klassische Rührkuchen schmeckt nicht nur frisch, sondern eignet sich hervorragend zum Einfrieren. Verpacken Sie ihn dabei stückchenweise. Die Portionen lassen sich dann einzeln auftauen und etwa für ein Dessert verwenden. Mit etwas Schlagrahm, Früchten und Eis ist mit Orangenlikör getränkter Zitronenkuchen etwa der ideale Abschluss für ein festliches Menü.


Zitronenkuchen ist saftig und so aromatisch. / Foto © iStock, SStajic

Zitronenkuchen

Für den Teig:
1 Bio-Zitrone
4 Eier
250 g Puderzucker, gesiebt
200 ml Raps-Öl
100 ml Orangensaft
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver

Für den Guss:
3 EL Zitronensaft
3 EL Orangensaft
6 EL Puderzucker

Zitrone heiß abwaschen, die Schale abreiben, Saft auspressen. Eier mit Zucker schaumig rühren, Zitronenabrieb, Zitronensaft und Orangensaft unterrühren. Mehl und Backpulver dazugeben und kräftig rühren. In eine gefettete Kastenform geben und im Ofen bei 180 Grad eine knappe Stunde backen. Kuchen kurz abkühlen lassen, dann stürzen und noch lauwarm mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen. Die Zutaten für den Guss verrühren und über den Kuchen geben.

Zitronen-Muffins

Für den Teig:
1 Bio-Zitrone
250 g Mehl
1 TL Backpulver
2 Eier
150 g Zucker
100 ml Raps-Öl
250 g Joghurt (10 Prozent Fettgehalt)

Für den Guss:
150 g Puderzucker
2 EL Zitronensaft
50 g weiße Schokolade

Muffinförmchen ausfetten. Zitrone heiß abwaschen, die Schale abreiben, den Saft auspressen. Mehl mit Backpulver vermischen, in einer zweiten Schüssel Eier, Zucker, Öl, Zitronenabrieb und Joghurt verrühren und die Mehlmischung unterheben. In die Förmchen füllen und bei 180 Grad rund 20 Minuten backen. Aus der Form nehmen, und die noch warmen Muffins mit einem Guss aus Puderzucker und Zitronensaft überziehen. Die Schokolade in einem Plastik-Spritzbeutel in der Mikrowelle schmelzen lassen (oder Schokolade in einen Gefrierbeutel geben, in der Mikro schmelzen lassen, kleines Loch in eine Ecke des Gefrierbeutels schneiden) und damit Linien auf die Muffins spritzen.

Zitronen-Creme

500 gr Quark (20 Prozent Fettgehalt)
2 Bio-Zitronen
100 gr Zucker (oder Stevia entsprechend)
1 Vanilleschote
200 ml Rahm

Zitronen waschen und Schale abreiben, Früchte auspressen. Quark mit Zucker, Rahm und dem Mark der Vanilleschote verrühren, Zitronenabrieb unterheben und nach Geschmack beliebig viel Zitronensaft unterrühren. In Dessertschalen füllen und kühlen. Mit Früchten beliebig garnieren – oder kandierten Zitronenscheiben.

Kandierte Zitronen

2 Bio-Zitronen
200 gr Zucker
300 ml Wasser

Zitronen waschen und in dünne Scheiben schneiden. In einen Topf mit kaltem Wasser legen, kurz aufkochen lassen, dann Zitronen abseihen und abtropfen lassen. Nun 300 ml Wasser in den Topf füllen, mit dem Zucker verrühren und langsam erwärmen, dabei ständig rühren. Wenn sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, die Zitronenscheiben dazugeben und 35 Minuten sanft köcheln lassen, die Schale sollte weich werden. Danach die Zitronenscheiben mit einem Schöpflöffel herausheben und einzeln auf ein Abtropfgitter legen, trocknen lassen.

Die kandierten Zitronenscheiben halten mehrere Wochen, eignen sich zur Dekoration für Gebäck und Desserts.

Den Sirup kann man aufheben und etwa zur Verfeinerung von Longdrinks nutzen, etwa mit weißem Rum.

Zitronen-Huhn

4 Bio-Zitronen
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz
vier kleine Süßkartoffeln
Petersilie
Weißwein

Zitronen abwaschen und in Scheibchen schneiden. Zwiebeln und Kartoffeln schälen, würfeln. Knoblauchzehen schälen. Huhn innen und außen unter kaltem Wasser abspülen, mit Küchenpapier abtupfen und vierteln. Einen Bräter oder eine Auflaufform mit Öl auspinseln. Die Hühnerteile salzen, in den Bräter legen (Hautseite nach oben) und unter jedes der vier Portionen eine Zitronenscheibe und eine Knoblauchzehe legen. Kartoffeln, Zwiebeln und restliche Zitronenscheiben im Bräter verteilen, alles mit Olivenöl und Zitronensaft beträufeln. Weißwein angießen und bei 200 Grad im Ofen langsam schmoren lassen, am besten, bis der Wein fast verdampft ist, Huhn und Gemüse gut gebräunt sind. Dauer: rund 30 - 40 Minuten.

Quellen: Lebensmittellexikon, Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz

Autor: Monika Preuk