Gesunde Ernährung
Grapefruits

Grapefruits werden ab Oktober geerntet. / Foto © istock, Sohadiszno

Mit leckeren Rezepten

Grapefruit – die schlanke Vitaminbombe

  • Artikel vom 29. November 2017

Grapefruits sind als wahre Vitamin-C-Bomben, machenschlank und sollen gegen manche Krankheit helfen. Aufpassen muss aber, wer bestimmte Medikamente einnimmt.

Egal, ob Sie Grapefruit oder Pampelmuse dazu sagen: Die großen Zitrusfrüchte, deren Fruchtfleisch von gelb über rosa bis rot variiert, gehören zu den beliebtesten Obstsorten beim Frühstück.

Grapefruit, Pampelmuse, Pomelo – drei unterschiedliche Früchte

Was viele nicht wissen: Grapefruits (Citrus paradisi L.) gibt es noch gar nicht so lange, vermutlich erst seit dem 18. Jahrhundert. Damals entstand durch eine Spontankreuzung aus Orange und sehr bitterer Pampelmuse die leicht bittere Grapefruit. Die immer beliebter werdende, besonders große und angenehm fruchtige Pomelo ist übrigens wiederum eine Kreuzung aus Grapefruit und Pampelmuse.

Pampelmuse und Grapefruit sind also zwei verschiedene Früchte. Umgangssprachlich wird bei uns jedoch die Bezeichnung Pampelmuse auch für Grapefruit benutzt.

Winter ist Hauptsaison für Grapefruits

Die Zitrusfrüchte wachsen am Grapefruitbaum, der botanisch zur Familie der Rautengewächse zählt (Rutaceae). Er ist immergrün und erreicht eine Höhe von bis zu sechs Metern. Besonders gut gedeiht er im warmen Klima der Subtropen und am Mittelmeer. Grapefruits, die bei uns auf den Markt kommen, stammen meist aus Spanien, Israel oder Zypern. Die Ernte beginnt im Oktober, die Hauptsaison dauert bis März..


Foto © iStock, jopelka

Inhaltsstoffe – beeindruckend viel Vitamin C

Die Grapefruit liefert viele wichtige Vitalstoffe, vor allem Vitamin C. Mit 200 Gramm Fruchtfleisch deckt man bereits seinen Tagesbedarf an diesem Vitamin. Noch ein Pluspunkt: Dabei nimmt man nur rund 80 Kalorien zu sich. Außerdem stecken in Grapefruits:

• B-Vitamine
• Kalium
• Magnesium
• Kalzium

Wie andere Zitrusfrüchte auch, liefern Grapefruits auch jede Menge Ballaststoffe, etwa Pektin. Es steckt in den zarten Häutchen um die einzelnen Fruchtfasern und in den festeren Zwischenhäuten der einzelnen Segmente.

Gesunde sekundäre Pflanzenstoffe – zum Abnehmen und Vorbeugen

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Lykopin (Pflanzenfarbstoff), Naringenin (Bitterstoff) und Furocumarine wie das Bergamottin (natürlicher Aromastoff mit leichter Parfumnote) runden den Vitalstoffcocktail der Grapefruit ab.

Dabei handelt es sich bei Lykopin um den gleichen Farbstoff, der auch für die rote Farbe von Tomaten verantwortlich ist. Von ihm ist bekannt, dass er Krebs hemmen könnte.

Naringenin ist die Substanz, die der Grapefruit das bittere Aroma verleiht. Sie steckt vor allem in den kleinen Häutchen, die jedes Fruchtsegment umgeben. Deshalb werden für viele Rezepte Grapefruits filetiert, damit sie weniger bitter schmecken.

Studien haben gezeigt, dass Naringenin beim Abnehmen hilft. Zusätzlich senkt er den Blutzuckerspiegel und funktioniert wie eine Blutfett-Bremse. Erhöhte Blutfettwerte sanken nämlich, wenn in den Tests kurmäßig Grapefruitsaft getrunken wurde.

Bergamottin schließlich sorgt dafür, dass die Bitternote der Grapefruit blumiger und damit milder empfunden wird.


Foto © iStock, joannatkaczuk

Darum ist Grapefruitkernextrakt so gesund

Besonders große Mengen an sekundären Pflanzenstoffen wie Naringenin enthält jedoch Grapefruitkernextrakt. In kleineren Studien konnte dem Extrakt zusätzlich eine antibiotische Wirkung nachgewiesen werden – und zwar nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und Pilze, ohne dabei die Darmflora anzugreifen, wie das oft die chemischen Antibiotika tun.

Viele Frauen schwören deshalb auf den Extrakt aus Grapefruitsamen, wenn sie eine Blasenentzündung haben.

Grapefruit und Medikamente: Zwei, die sich nicht vertragen

Naringenin und Bergamottin lösen während der Verdauung verschiedene Effekte aus, von denen die Gesundheit profitiert. Doch es gibt eine Ausnahme. Die Pflanzenstoffe führen nämlich auch dazu, dass bestimmte Medikamentenwirkstoffe – und übrigens auch Alkohol – langsamer abgebaut werden. Dadurch können größere Mengen dieser Substanzen in den Blutkreislauf gelangen und es kann zu gefährlichen Überdosierungen kommen.

Bei folgenden Medikamente besteht das Risiko einer Wechselwirkung mit Grapefruits/Grapefruitsaft/Grapefruitkernextrakt:

• Antibiotika
• Antiallergika und Asthmamittel
• Blutdrucksenker
• Medikamente gegen zu hohes Blutfett (Cholesterinsenker)
• Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer, Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil, bekannt als Potenzpillen)
• Krebsmedikamente

Und wer Schmerzmittel einnimmt und am gleichen Tag eine Grapefruit verzehrt, Grapefruitsaft trinkt oder Grapefruitkernextrakt einnimmt, kann seine Leber überlasten.

Warum Grapefruits die Pille gefährlich machen

Auch Frauen, die mit der Pille verhüten, sollten besser auf Grapefruits und Grapefruit-Produkte verzichten. Der Estradiolspiegel im Blut kann sonst gefährlich ansteigen. Die verhütende Wirkung wird dadurch zwar nicht gemindert. Doch es kann zu Brustspannen kommen. Gleichzeitig steigt das Thromboserisiko, das durch die Einname der Pille sowieso bereits erhöht sein kann.

Wer die Pille oder eines der anderen aufgeführten Medikamente einnimmt, sollte deshalb sicherheitshalber seinen Arzt fragen, ob er Grapefruits essen darf, ihren Saft trinken oder Grapefruitkernextrakt einnehmen. Oder ob ein zeitlicher Abstand von wenigen Stunden zwischen Einnahme und Grapefruitkonsum ausreicht, um die Frucht ohne Risiko genießen zu können – was bei machen Medikamenten der Fall ist.


In vielen Rezepten wird Grapefruit-Filet verwendet. Dazu müssen Sie mit einem scharfen Messer die Schale und die dünnen Häutchen um die Fruchtsegmente herum entfernen. © iStock, Josef Mohyla

Die besten Rezepte mit Grapefruit

Vor Verzehr oder Verarbeitung sollten Grapefruits auf jeden Fall mit heißem Wasser gut abgebürstet und mit Küchenpapier abgetrocknet werden, um Chemikalien zu entfernen. Bioware ist deshalb sinnvoll.

Grapefruits werden meist roh gegessen. Spezielles Grapefruitbesteck hilft dabei. Das Grapefruitmesser entfernt die Schale besonders leicht, der Grapefruitlöffel mit seinen geschärften Kanten hilft dabei, die aufgeschnittene Zitrusfrucht Segment für Segment auszulöffeln.

Chicoreesalat mit Grapefruit

2 Chicoree
1 Grapefruit rose
1 Becher Naturjoghurt (mindestens 3,5 Prozent Fett)
eine Prise Zucker
Zitronensaft

Grapefruits filetieren: Dazu die Früchte mit einem scharfen Messer schälen, dabei zuerst oberes und unteres Ende abschneiden, danach bogenartig die Seitenschalen abschneiden. Die Rundung richtet sich nach der natürlichen Krümmung der Segmente. Nun die Frucht in die Hand nehmen und mit dem Messer immer direkt neben der weißen Haut, die zwischen den Filets liegt, einschneiden,also pro Filet zwei Schnitte – dann kann man die Filets einzeln entnehmen und dabei den Saft auffangen.

Den geputzten Chicoree in kleine Streifen schneiden, mit Zitronensaft beträufeln, damit er nicht braun anläuft. Joghurt, Saft und Zucker gut verrühren. Mit dem Salat und den Grapefruitfilets mischen und servieren. Chicoreesalat mit Grapefruit schmeckt nicht nur gut, sondern ist im Winter auch eine richtige Vitaminbombe aus frischem Obst und Gemüse!

Rinderfilet mit Grapefruit und Mango

4 Scheiben Rinderfilet
wenig Olivenöl
Salz, Pfeffer,
2 Grapefruits rose (Filets)
1 Mango (geschält, entkernt und Fruchtfleisch gewürfelt)
Weißwein
Gemüsebrühe
brauner Zucker
50 gr kalte Butter

Fleisch Olivenöl stark anbraten, mit Salz und Pfeffer kräftig würzen, ziehen lassen. Inzwischen in einer kleinen Pfanne den Zucker schmelzen, die Früchte dazugeben und vorsichtig karamellisieren. Mit Weißwein und Brühe aufgießen, einmal aufkochen und die kalte Butter unterrühren. Zu dem Fleisch geben und servieren. Als Beilage passen Wildreis, aber auch gebackene Süßkartoffeln.

Gegrillte Grapefruit mit Zuckerkruste

2 große Grapefruits
50 gr brauner Zucker
25 gr Butter
Grapefruits halbieren und damit sie gerade stehen, unten etwas von der Schale abschneiden. Neben den Häutchen der Segmente mit einem scharfen Messer einschneiden, damit sich die Filets danach gut löffeln lassen. Die Grapefruithälften in eine Auflaufform stellen, den Grill vom Ofen einschalten. Butter und Zucker in einer kleinen Pfanne schmelzen lassen und auf den Schnittflächen der Früchte verteilen. In den Ofen schieben und bei gut zwei Minuten grillen. Der Zucker sollte Blasen werfen, darf aber nicht zu dunkel werden. Herausnehmen und noch heiß servieren.


Grapefruit-Marmelade schmeckt besonders aromatisch, wenn Sie dazu auch etwas von der (Bio-)Schale verwenden. © iStock, yasuhiroamano

Grapefruit-Marmelade

10 Grapefruits, filetiert
700 gr Gelierzucker 2:1

Die Filets in einen großen Topf geben und mit dem Mixstab pürieren. Den Zucker dazugeben und unter Rühren aufkochen. Gut drei Minuten sprudelnd kochen lassen und dabei umrühren. In die vorbereiteten, ausgespülten Marmeladengläser abfüllen und verschließen.

Grapefruit-Marmelade lässt sich nach Belieben mit Ingwer, Zimt oder Koriander verfeinern. Und wer es gerne bitter mag: Von der Fruchtschale außen ein paar kleine Streifen abschälen und mitkochen. Wichtig: In diesem Fall Bioware verwenden.

Quellen: Lebensmittellexikon, Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz

Autor: Monika Preuk