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Warzen

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So geht's

Warzen – richtig behandeln und dauerhaft loswerden

  • Artikel vom 01. März 2018

Warzen können ansteckend sein, denn meist sind Viren die Auslöser. Bewährte und neue Mittel gegen Warzen und wie sie dauerhaft verschwinden.

Warzen hat fast jeder Mensch, manche mehr, manche weniger. Ursache für die gutartigen Hautwucherungen ist eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Rund 100 verschiedene Typen dieser Virenart kursieren, jede kann zu unterschiedlichen Warzen führen.

Daneben spielt aber auch noch die Veranlagung eine Rolle, ob jemand zu Warzen neigt oder nicht. Und nicht zuletzt kommt es auch auf das Immunsystem an: Ist es stark, haben die Warzenviren keine Chance. Bei schwacher Abwehrkraft können die Warzen, medizinisch Verrucae, sich jedoch rasch ansiedeln und vermehren.

Die häufigsten Warzenarten

Unter den vielen verschiedenen Warzentypen gibt es folgende, die besonders oft auftreten:

gewöhnliche (gemeine) Warze – die kleinen Hautwucherungen sind fleischfarben bis bräunlich, Auslöser sind HPV

Feigwarzen (spitze Kondylome, Genitalwarzen) – bilden sich bei Mann und Frau im Genitalbereich, sind stecknadelkopfgroß, können aber wuchern. Die weißlich bis graubraunen Warzen werden von einer anderen Art HP-Viren als die gewöhnliche Warze verursacht. Feigwarzen sind hochansteckend und gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Sie sind äußerst störend, können jucken und beim Geschlechtsverkehr bluten. Nicht zuletzt haben bestimmte humane Papillomviren, die Genitalwarzen auslösen, auch die Tendenz, bösartig zu werden.

Dellwarzen (Mollusken) – die stecknadelkopfkleinen bis erbsengroß rötlichen Warzen sind extrem ansteckend. Auslöser sind Viren, die aus der Familie der Pockenviren stammen.

Fußsohlenwarzen – unter den verschiedenen Formen sind die ansteckenden Dornwarzen besonders häufig. Dornwarzen wachsen, wie der Name schon sagt, wie ein Dorn tief unter die Hornhaut des Fußes und können damit zu starken Schmerzen bei jedem Auftreten führen.

Flachwarzen (plane Warzen) – sie können etwa einen halben Millimeter Durchmesser erreichen und treten in Gruppen auf, betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche. Die durch HPV ausgelösten Flachwarzen sind ansteckend, haben jedoch die starke Tendenz, nach wenigen Wochen wieder von selbst zu verschwinden.

Alterswarzen – dabei handelt es sich im medizinischen Sinne eigentlich nicht um Warzen, sondern kleine Hautknötchen, die sich im Laufe der Jahre bilden können. Sie werden nicht durch Viren hervorgerufen und sind nicht ansteckend. Sie sind rundlich oval und flach, können hautfarben bis dunkel sein und treten vor allem im Gesicht, dem Oberkörper und den Vorderseiten von Armen und Beinen auf. Begünstigt werden Alterswarzen durch UV-Licht.

Stielwarzen (Fibrome) – auch sie sind keine „echten“ Warzen, sondern nur kleine, gestielte, weiche Hautgebilde, die nicht ansteckend sind.

Warze oder Hautkrebs?

Doch was sind Warzen überhaupt? In den allermeisten Fällen handelt es sich um eine gutartige Hautwucherung, die je nach Warzentyp unterschiedlich in Aussehen, Struktur und Größe ist. Warzen können im Prinzip auf jeder Stelle der Haut wachsen. Besonders häufig sind das jedoch Füße, Hände und Genitalbereich.

Warzen sind in der Regel zwar lästig und können je nach Erscheinungsort extrem stören, sind aber meist harmlos und verschwinden oft von alleine wieder (Ausnahme Genitalwarzen).

Dass sich aus einer Warze Hautkrebs entwickelt, ist äußerst selten. Wesentlich größer ist das Risiko, dass eine vermeintliche Warze in Wirklichkeit Hautkrebs ist. Warzen sollten deshalb am besten einmal vom Arzt beurteilt werden, damit Hautkrebs nicht übersehen wird. Alarmzeichen sind:

Warze wächst schnell
Warze blutet oder ist entzündet
Warze bildet sich auf einer anderen Hautkrankheit, etwa Neurodermitis oder Schuppenflechte

Meist kann der Hautarzt schon auf den ersten Blick erkennen, um welche Warzenform es sich handelt oder ob nicht der Verdacht auf Hautkrebs besteht. Das Auflichtmikroskop (Dermatoskop) hilft dabei, die Diagnose zu stellen.

Bei Warzen im Genitalbereich nimmt der Arzt einen Abstrich, um die Viren nachzuweisen. Das ist vor allem für Frauen wichtig. Denn bestimmte Papillomviren verursachen nicht nur Feigwarzen, sondern auch Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Werden die Viren bei bestimmten Sexpraktiken auf andere Schleimhäute übertragen, etwa in den Mund, besteht dort ebenfalls Krebsrisiko.

Warzen gezielt behandeln

Genitalwarzen, aber auch jede Warzenform, die zu Problemen führt – Beispiel Dornwarzen an den Füßen – sind deshalb immer Sache des Arztes. Für die Behandlung gibt es verschiedene Therapieoptionen, die insgesamt zu sehr guten Erfolgen führen. Allerdings haben Warzen allgemein die Tendenz, erneut aufzutreten.

Die wichtigsten Behandlungen bei Warzen allgemein:

Hornhaut auflösen – verschiedene Säuren wie Salizylsäure, Milchsäure oder Vitamin-A-Säure greifen die Hornhaut an, sie wird weich und die Warze lässt sich abhobeln oder heraushebeln. Die Warzenmittel gibt es als Pflaster, Creme oder Lösung rezeptfrei in der Apotheke. Die Anwendung muss öfter wiederholt werden, beziehungsweise das Pflaster mehrere Tage getragen werden. Vorsicht beim Abheben der gelösten Warze: Verletzen Sie dabei nicht umliegende Haut, sonst breiten sich die Viren gleich wieder aus.

Virenhemmende Medikamente – Wirkstoffe wie 5-Fluorouracil oder Aciclovir, lokal als Salbe oder Lösung angewendet, können Warzen absterben lassen. Der Arzt kann die Wirkstoffe auch direkt in die Warze injizieren.

Kryotherapie (Vereisung) – der Arzt vereist die Warzen mit flüssigem Stickstoff. Die Behandlung muss meist mehrmals durchgeführt werden. Die punktuelle Kälte lässt die Warze absterben, sie verkrustet und fällt ab.

Laser – auch gebündelte Lichtenergie in Form von Hitze hilft gegen Warzen. Der Hautarzt kann damit in wenigen Sekunden Warzen wegdampfen. Es bleibt allerdings eine Wunde zurück, die sich erst schließen muss.

Wassergefiltertes Infrarotlicht (WIRA) – diese neu entwickelte Methode soll besonders schonend sein und gegen therapieresistente Hand- und Fußwarzen wirken.

Feigwarzen brauchen spezielle Behandlung

Warzen chirurgisch entfernen, wozu früher oft geraten wurde, ist heute kaum noch üblich. Eine Ausnahme bilden Feigwarzen: Hier werden die Kondylome – wenn Cremes und Lösungen mit den virenhemmenden Wirkstoffen Podophyllotoxin, Epigallocatechingallat oder Imiquimod zu wenig helfen – vom Arzt mit einer elektrischen Schlinge oder einem Skalpell abgetragen. Wird danach ausreichend lange die Anti-Viren-Creme aufgetragen, kehren die Genitalwarzen in vielen Fällen nicht mehr zurück.

Hausmittel gegen Warzen

Bei einfachen Warzen, etwa an den Fingern, ist Selbstbehandlung jedoch immer eine Option. Einen Versuch sind folgende Hausmittel wert, die sich oft schon bewährt haben:

Schneiden Sie eine Knoblauchzehe oder Zwiebel in Scheiben und befestigen Sie eine davon mit einem Pflaster auf der Warze.

Tränken Sie einen Wattebausch mit Zitronensaft oder Essig, streuen Salz darüber und geben Sie diese Mischung mehrmals täglich frisch auf die Warze (jedes Mal einen neuen Tupfer verwenden).

Mit Rizinusöl abtupfen (Apotheke). Auch Eigenurin soll sich übrigens zur Behandlung von Warzen eignen.

Quellen: Plewig, G. et al.: Braun-Falco´s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer Verlag, Berlin 2012/ Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch; Informationen der Un iklinik Jena; Informationen der Universitätsklinik Düsseldorf

Autor: Monika Preuk

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