Gesund leben
Sonnenstich und Hitzschlag

Kopfschmerzen und Schwindel sind Alarmzeichen. / Foto © iStock, Halfpoint

Plus: Wie man vorbeugt

Sonnenstich und Hitzschlag – Symptome & Behandlung

  • Artikel vom 03. August 2017

Hitze belastet nicht nur den Kreislauf, sondern kann sogar die Hirnhaut reizen – mit riskanten Folgen. Wie Sie Hitzeschäden erkennen und wie Sie sich schützen.

Gesundheitsrisiken im Sommer bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung – da denken die meisten an Sonnenbrand. Doch ein Zuviel an Wärme und UV-Strahlung kann auch andere Hitzeschäden verursachen, wie Sonnenstich oder Hitzschlag.

Beide Begriffe werden zwar umgangssprachlich oft im gleichen Zusammenhang verwendet, doch sie bezeichnen ein unterschiedliches Krankheitsbild.

Sonnenstich – die Anzeichen und erste Hilfe

Ein Sonnenstich entsteht, wenn Sonneneinstrahlung lange und direkt auf den ungeschützten Kopf und Nacken einwirken. Verantwortlich dafür sind die langwelligen Wärmestrahlen des Sonnenlichts, die Infrarotstrahlen. Sie reizen die Hirnhaut. Die Anzeichen für einen Sonnenstich:

• Roter und heißer Kopf
• Kopfschmerzen

Wenn dann nicht als erste Hilfe kühle, feuchte Tücher Kopf und Nacken erfrischen und sofort der Schatten aufgesucht wird, steigern sich die Symptome des Sonnenstichs:

• Schwindel
• Unruhe
• Ohrensausen (Ohrgeräusche, Tinnitus)
• Schwäche
• Übelkeit
• Erbrechen
• Bewusstlosigkeit

Auch jetzt gilt: Am besten in den Schatten legen, der Oberkörper muss leicht erhöht sein. Geben Sie dem Betroffenen etwas zu trinken, am besten Wasser oder Fruchtsaftschorle.

Bei Übelkeit, Erbrechen und / oder Bewusstlosigkeit sollte der Notarzt gerufen werden. Oft ist es zu einem Kreislaufzusammenbruch gekommen, der in der Klinik behandelt werden muss.

Beim Erwachsenen kann sich aus einem Sonnenstich in seltenen Fällen auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) entwickeln. Auch dieses Risiko sollte durch ärztliche Behandlung ausgeschlossen werden.

Sonnenstich bei Kindern – ein Notfall, den es unbedingt zu verhindern gilt

Besonders gefährlich ist ein Sonnenstich bei Kindern. Bei ihnen treten die Symptome oft erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf und sind dann besonders schwerwiegend. Rasch tritt Bewusstlosigkeit ein und die Gefahr einer Hirnhautentzündung ist groß.

Kinder – vor allem Kleinkinder und Babys – sollten sich deshalb im Hochsommer und über Mittag niemals in der prallen Sonne aufhalten. Ihr Wärme- und Flüssigkeitshaushalt ist noch sehr empfindlich und lässt sich schlecht regulieren. Noch dazu haben Kinder, je jünger sie sind, einen dünneren Schädelknochen und weniger Haare. Das Gehirn ist also den UV-Strahlen schutzloser ausgesetzt als bei einem Erwachsenen und es kann sich schneller überhitzen.

Deshalb raten Kinderärzte immer davon ab, die Kleinen der prallen Sonne auszusetzen. Als Faustregel gilt: Kinder unter einem Jahr sollten nie direkte Sonne im Sommer abbekommen. Für lebenswichtige Stoffwechselvorgänge und die Bildung von Vitamin D reicht auch indirekte UV-Strahlung, etwa im Schatten oder durch Wolken.

Hitzschlag ist noch gefährlicher als der Sonnenstich

Während der Sonnenstich durch zu starke und lang anhaltende UV-Strahlung auf Kopf und Nacken ausgelöst wird, sind es beim Hitzschlag zu hohe Temperaturen, die auf den gesamten Körper wirken. Das überfordert die Wärmeregulation des Körpers. Die Hitzebelastung ist zu groß, Schwitzen reicht nicht mehr aus, um die Wärme im Körper zu drosseln. Es entsteht ein Hitzestau.

Symptome und erste Hilfe bei Hitzschlag

Sportler sind besonders gefährdet, einen Hitzschlag zu bekommen, wenn sie bei großer Hitze trainieren. Auch Bauarbeiter und Straßenarbeiter, die bei hohen Temperaturen stundenlang im Freien arbeiten müssen, gehören zur Risikogruppe. Alkoholisierte Menschen zählen ebenfalls dazu, weil der Alkohol die Flüssigkeitsregulation im Körper verschlechtert.

Die Anzeichen für einen Hitzschlag:

• Kopfschmerzen
• Schwindel
• trockene, heiße Haut
• hechelnde Atmung
• rascher Puls
• hohe Körpertemperatur über 40 Grad
• danach Bewusstlosigkeit mit der Gefahr einer Atemlähmung mit Todesfolge

Ein Hitzschlag ist immer ein medizinischer Notfall, alarmieren Sie also bei jedem dieser Anzeichen den Rettungsdienst. Schaffen Sie den Betroffenen an einen kühlen Ort. Kalte Umschläge auf Kopf, Nacken und Beinen können die gefährlich hohe Körpertemperatur langsam absenken. Falls der Betroffene bei Bewusstsein ist: Flößen Sie ihm etwas kühles Wasser ein. Ist er bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage, bis der Notarzt eintrifft.

Hitzefallen für Kinder

Nicht wenige Kinder erleiden jeden Sommer einen Hitzschlag. Genaue Zahlen dazu gibt es zwar nicht, doch immer wieder berichten die Medien über Kleinkinder, die im Sommer im Auto einen lebensgefährlichen Hitzschlag erleiden. Übrigens besteht diese Gefahr nicht nur, wenn Mama oder Papa mal rasch zum Einkaufen gehen und das schlafende Kind im Auto lassen. Auch beim Fahren kann es dazu kommen, wenn das Auto nicht über eine Klimaanlage verfügt und die Eltern die Lüftung nicht öffnen, weil sie den Luftzug fürchten. Weitere Hitzefallen für Kleinkinder: Ein in der Sonne geparkter Kinderwagen – egal ob mit Verdeck oder Sonnenschirmchen: Die Hitze staut sich und ist für ein Baby lebensgefährlich. Auch der Badeausflug an den See oder im Schwimmbad birgt Risiken: Helle Flächen, Sand und Wasser reflektieren das Sonnenlicht und die Wärme. UV- und Wärmebelastung sind für Kinder unter sechs Jahren oft viel zu hoch. Die Kinder spüren das oft eher als die Eltern: Babys und Kleinkinder am Strand und im Freibad weinen viel, sind "knatschig" und meist schlecht zu beruhigen – einfach, weil es ihnen zu warm ist.

Sonnenstich und Hitzschlag vorbeugen

Dabei wären diese Hitzeschäden mit dem richtigen Verhalten durchaus vermeidbar. Die wichtigsten Tipps:

• Schützen Sie Ihren Kopf und Nacken vor direkter Sonnenbestrahlung, etwa durch einen breitkrempigen Hut. Das gilt besonders für Menschen mit dünnen Haaren oder Glatze .

• Meiden Sie an heißen Tagen direkte Sonnenstrahlung, halten Sie sich am besten im Schatten auf.

• Trinken Sie bei Hitze ausreichend. Kalter, schwarzer Tee, Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt (gleicht den Salzverlust beim Schwitzen wieder aus) und Fruchtsaftschorle sind ideal.

• Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Kinder diese beiden wichtigsten Regeln einhalten – Kleinkinder und Babys am besten gar nicht in die pralle Sonne, Schulkinder wenigstens nicht zwischen elf und 17 Uhr. Achten Sie darauf, dass die Kinder viel trinken. Gerade beim Spielen und Schwimmen vergessen die meisten das gerne.

• Verzichten Sie auf schweißtreibenden Sport im Sommer. Verlegen Sie Ihre Trainingszeiten für moderate Bewegung auf den Morgen oder den Abend nach 19 Uhr.

• Tragen Sie leichte Kleidung und Schuhe, um Hitzestau zu umgehen.

• Vermeiden Sie große körperliche Anstrengungen. Falls Sie das beruflich kaum können – sprechen Sie mit Ihrem Chef, vielleicht lässt sich der Arbeitsbeginn nach vorne verschieben.

• Trinken Sie keinen Alkohol – er erweitert die Blutgefäße, wie das auch Hitze verursacht. Der Effekt verdoppelt sich also unter dem Einfluss von Alkohol.

Zusammengefasst lässt sich das Vorbeugen auf zwei Faktoren bringen: Direkte UV-Strahlung und Hitze meiden, ausreichend trinken – dann können Sie und Ihre Kinder den Sommer richtig genießen und ohne Hitzeschäden überstehen.

Quellen: Brokmann, J.: Repetitorium Notfallmedizin. Springer, Stuttgart F.A.Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Berufsverband der Internisten, Informationen der Ärztekammer Niedersachsen, Leitlinien für Rettungssanitäter vom Deutschen Roten Kreuz 2013

Autor: Monika Preuk