Gesund leben
Tipps für die Fußpflege

Tipps für die Fußpflege / Foto © iStock, swissmediavision

Gegen Hühnerauge, Hornhaut & Co.

Fußpflege: Wie viel ist notwendig & Tipps bei Problemen

  • Artikel vom 30. Oktober 2017

Fußpflege ist wichtiger, als viele denken. Schließlich müssen unsere Füße einige leisten. Wir verraten, was man beachten sollte und was bei Beschwerden hilft.

Unsere Füße sind ein kleines Wunderwerk: Mehr als 200 Sehnen und Bänder, 20 Muskeln, 22 Gelenke und 20 Knochen ermöglichen, dass wir uns elastisch und flexibel über die verschiedensten Untegründe bewegen können. Dabei müssen sie bei jedem Schritt das Dreifache unseres Körpergewichts abfedern und tragen uns – rein rechnerisch gesehen, im Laufe unsere Lebens ungefähr dreimal um die ganze Erde, also 160.000 Kilometer!

Trotzdem beachten viele ihre Füße wenig, zwängen sie in zu enge Schuhe, nehmen ihnen mit synthetischen Socken die Luft oder stören ihre Durchblutung – etwa durch langes Sitzen.

Das 1x1 der Fußpflege

Mit der richtigen Fußpflege, der Fachbegriff lautet übrigens Pediküre, können Sie eine Menge für gesunde Füße tun. Grundlegend gehört dazu:

• Auf jeden Fall täglich die Füße waschen, dabei auch den Zwischenraum hinter den Nägeln mit einem weichen Bürstchen säubern.
• Nach dem Waschen gut abtrocknen, auch in den Zehenzwischenräumen und hinterher eine Fußpflegecreme einmassieren.
• Einmal pro Woche hilft ein sanftes Fußpeeling (zum Beispiel gesmisch aus Meersalz mit Oliven- oder Körperöl) dabei, trockene, abgestorbene Haut zu entfernen und Hornhaut zu verhindern.
• Alle drei Wochen die Fußnägel schneiden und die Nagelhaut sanft zurückschieben. Ein wichtiger Tipp zum Schneiden der Zehennägel: Anders als die Nägel der Hände sollten Sie die Fußnägel eher gerade und spatenförmig zuschneiden, dabei nicht zu kurz. Rund oder zu kurz geschnittene Fußnägel haben die Tendenz, an den Ecken einzuwachsen.

Und wenn es mal ein bisschen mehr sein darf, kommen diese vier Tipps zum Einsatz:

1. Baden
Ein fünf Minuten langes Fußbad in warmem Wasser entspannt und macht die raue Haut wieder weich. Guter Zusatz: Oliven- oder Lavendelöl.

2. Kneten
Es tut gut, mit dem Daumen zwischendurch kurz die Sohle zu reiben und an mehreren Stellen zu drücken.

3. Massieren
Mit dem Noppenball stimuliert man die Durchblutung der Sohle und fördert die Beweglichkeit.

4. Hochlegen
Das unterstützt den Rückfluss des Blutes. Auch die Füße brauchen zwischendurch mal eine Pause.

Mangelhafte Pflege schadet den Füßen

Wer diese Tipps nicht beachtet und die Füße häufig überlastet – dabei spielt übrigens auch Übergewicht eine Rolle – , riskiert massive Fußprobleme. Die können sich äußern in Form von:

• Hornhaut
• Druckstellen und Hühneraugen
• eingewachsenen Nägeln
• Schweißfüßen und Fußgeruch
• Fußpilz

Das tägliche Bisschen Aufmerksamkeit lohnt sich also sehr.

Neben den allgemeinen Richtlinien zur Fußpflege gibt es für jedes Fußproblem natürlich die richtige Zusatzbehandlung.


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Hornhaut: sanft entfernen

Hornhaut bildet sich überall dort, wo starker Druck auf den Füßen lastet – etwa an den Ballen, den Fersen unten und an der äußeren Seite des großen Zehs. Sie lässt sich nach einem Fußbad gut entfernen, wenn die Haut etwas weicher ist. Mit Bimsstein, Hornhautfeilen und -raspeln sowie elektrischen Schleifrollen kann man die verdickte Haut sanft abtragen. Dabei immer wieder mit der Fingerspritze prüfen, ob schon genug entfernt wurde. Eher ungünstig sind Hornhauthobel, weil damit oft zu tief geschnitten oder umliegende Haut verletzt wird.

Zusätzlich gibt es Cremes, Pflaster und Tropfen, die Hornhaut aufweichen. Sie enthalten meist Salizylsäure oder Harnstoff (Urea) in einer hohen Konzentration. Als Hausmittel gilt übrigens Essig. Ein Fußbad, dem etwas Essig zugesetzt ist, hilft nicht nur, harte Haut aufzuweichen, sondern schützt gleichzeitig vor Fußgeruch.
Doch egal, welche Methode Sie wählen, um die Hornhaut abzutragen: Cremen Sie danach Ihre Füße gut ein, etwa mit einer harnstoffhaltigen Salbe, dabei sollte der Ureagehalt mindestens zehn Prozent betragen.

Hühneraugen und Druckstellen gezielt behandeln

Druckstellen und die daraus entstehende Hornhaut sind die Ursachen für Hühneraugen. Bleibt der Druck nämlich, verstärkt sich die Hornhaut und wächst wie ein Keil in die Tiefe. Dieser Dorn reizt die darunter liegenden Nerven und deshalb tun Hühneraugen auch so weh. Das Hühnerauge ist rund, mit einem Durchmesser von fünf bis acht Millimetern.

Gegen Hühneraugen helfen anfangs speziellen Pflaster mit Substanzen, die Hornhaut etwa mit Salizylsäure aufweichen. Sie werden rund vier Tage getragen, danach lässt sich das Hühnerauge oft gut herausheben. Gelingt das nicht, sollten Sie auf jeden Fall zu einer Fachkraft für medizinische Fußpflege gehen. Podologe und Podologin sind die richtigen Ansprechpartner bei Fußproblemen.

Bei der medizinischen Fußpflege

Die Behandlung beim Podologen/Podologin dauert eine knappe Stunde und kostet etwa 25 Euro. Bei der medizinischen Fußpflege werden nicht nur hartnäckige Hornhaut und Hühneraugen professionell entfernt, sondern auch andere Fußprobleme gelöst, etwa eingewachsene Fußnägel.

Bei Diabetikern übernehmen übrigens die Kassen die Kosten. Denn bei Diabetes kommt es zu speziellen Hauteigenschaften. So heilen Wunden schlechter und die Haut ist empfindlicher. Zusätzlich besteht das Risiko von Nervenstörungen an den Füßen und das führt wiederum dazu, dass Hautprobleme wie Verletzungen an der Fußsohle erst spät entdeckt werden.

Eingewachsene Fußnägel entlasten

Meist wächst der Nagel am großen Zeh ein. Ursache sind drückende, zu schmale Schuhe und/oder falsches Schneiden mit stark abgerundeten Ecken. Diese ovale Form führt dazu, dass noch mehr Druck auf der Stelle lastet, wo der Nagelfalz seitlich am Zeh anliegt. Die Stelle rötet und entzündet sich, die Schmerzen sind massiv. Selbstbehandlung ist dann kaum noch möglich.

Das Wichtigste bei einem eingewachsenen Fußnagel ist dann, den Nagel zu entlasten, also den Druck von ihm zu nehmen. Podologin/Podologe tapen deshalb den betroffenen Zehennagel. Dazu wird etwas Verbandmaterial vorsichtig zwischen Nagel und entzündeten Hautbereich geschoben. Meist lassen die Schmerzen durch diese Entlastung sofort nach.

Nagelspange nimmt Druck vom Zehennagel

Daneben kann der eingewachsene Nagel auch mit einer Nagelkorrekturspange behandelt werden. Die Spange besteht aus Kunststoff oder Metall und wird in der podologischen Praxis angepasst. Der Fußpfleger befestigt sie an den seitlichen Rändern des Nagels sowie in der Mitte. Die Nagelspange nimmt damit den Druck auf die Ränder und der Nagel wächst langsam in seine richtige Form. Das dauert mindestens ein halbes Jahr.
Nur wenn diese Maßnahmen nicht helfen, müssen eingewachsene Fußnägel operiert werden. Dabei entfernt der Arzt unter lokaler Betäubung den seitlichen Nagelteil keilförmig sowie das entzündete Gewebe.


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Das hilft gegen Schweißfüße und Fußgeruch

Eher harmlos, aber störend, sind dagegen Schweißfüße. Die Ursache für den unangenehmen Fußgeruch sind Bakterien, die den anfangs geruchlosen Schweiß zersetzen. Dabei bildet sich auch Buttersäure, eine Substanz, die besonders übel riecht.

Risikofaktoren für Fußgeruch sind vor allem mangelnde Fußhygiene, synthetische Strümpfe und Schuhe. Dann kann der Fuß nicht richtig "atmen" und im Flüssigkeitsstau bildet sich Fußgeruch besonders rasch. Fußgeruch kann man jedoch sicher wieder los werden. Diese Tipps helfen Ihnen dabei:
Tägliches Füßewaschen, am besten morgens und abends, dabei auch mal ein Fußband nehmen und immer sorgfältig danach abtrocknen sind das A und O gegen Schweißfüßen.

Benutzen Sie dabei Zusätze, die etwa Salbei enthalten. Das Heilkraut stoppt übermäßiges Schwitzen und vertreibt unangenehme Gerüche. Ebenfalls empfehlenswert gegen Fußschweiß und Fußgeruch: Als Zusatz Natron, Lavendelöl, Essig, schwarzer Tee. Nach dem Waschen und Abtrocknen sorgen Fußpuder, -cremes und -deos dafür, dass sich kein Geruch bildet.

Sinnvoll sind außerdem Schuheinlagen, etwa mit Aktivkohle, Zedernholz oder einfach Leder. Sie saugen den Schweiß auf und neutralisieren den Geruch, sollten jedoch am besten täglich gewechselt werden, damit sie gut trockenen können und auslüften. Zusätzlich kann man seine Schuhe regelmäßig mit einem Spray desinfizieren.

Nimmt das Problem trotz aller Bemühungen nicht ab, könnte eine sogenannte Hyperhidrose dahinter stecken. Diese krankhafte, übermäßige Schweißbildung kann der Hautarzt behandeln. Als Therapie bietet sich etwa eine Behandlung mit Schwachstrom (Iontophorese) an.

Auf das richtige Schuhwerk kommt es an

Wir lieben es, die Natur zu Fuß zu erkunden. Insbesondere im Herbst, wenn die Füße auf dem Waldboden über weiches Laub laufen. 56 Prozent der Deutschen gehen regelmäßig wandern. Einige am liebsten, so weit die Füße tragen. Doch die Lust daran vergeht schnell, wenn jeder Schritt schmerzt. Naturgemäß spielen beim Wandern die Schuhe die tragende Rolle.

Diese dürfen nicht drücken, weil sie sonst die Durchblutung vermindern und Blasen verursachen. Sie dürfen nicht zu schwer sein und müssen vor allem Halt geben. Dafür sorgen ein stabiler Schaft und eine griffige, rutschfeste Sohle. Besonders wichtig ist, dass der Schuh in der Ferse fest sitzt und die Zehen frei sind. Auch Pilzerkrankungen können durch falsche, etwa zu enge Schuhe begünstigt werden. Hohe Druckbelastungen bewirken, dass sich Bläschen und Schuppen bilden, die Haut einreißt und sich gefährlich entzündet, weil Keime ungehindert eindringen können. Außerdem kommen Füße etwa in Turnschuhen ins Schwitzen, das macht es Pilzen leicht.

Fußpilz bekämpfen

Besonders, wer an den Füßen stark schwitzt, hat ein hohes Risiko für Fußpilz, medizinisch Tinea pedis. Auslöser sind Pilzsporen, die man sich rasch im Schwimmbad holen kann, in den Umkleideräumen von Turnhalle und Fitnesscenter sowie allen anderen Stellen, an denen barfuß gegangen wird.

Fußpilz ist keine Lappalie. Die Infektion kann sich ausbreiten und beispielsweise die Nägel befallen. Deshalb sollten Sie Fußpilz bereits bei den ersten Anzeichen behandeln. Alle Informationen dazu hier.

Quellen: 03/2010 Stiftung Warentest: Fußpflege – Oh Sohle mio, Handbuch für medizinische Fußpflege, Hellmut Ruck, Hippokrates Verlag 2012, Wellness in der Fußpflege, Sybille Feindt, Podologie, Verlag Neuer Merkur 2011

Autor: Monika Preuk