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Das hilft bei Verspannung

Das hilft bei Verspannung / Foto © istock, DeanDrobot

Endlich entspannt

Die besten Tipps für Nacken, Schultern und Rücken

  • Artikel vom 12. Juli 2017

Wenn die Muskulatur verkrampft: Das hilft bei schmerzhafter Verspannung von Nacken, Schultern und Rücken – einfache Tipps von Beinwell bis Kneipp.

Meist ist es schneller passiert, als uns lieb ist: Auf kalte Zugluft, Stress oder lange Schreibtischarbeit reagiert unser Nacken ziemlich sensibel und lässt die Muskulatur verkrampfen – oft bis hin zu den Schultern. Besonders unangenehm ist es, wenn dadurch Kopfweh ausgelöst wird. 20 Millionen Deutsche leiden unter sogenannten "Spannungskopfschmerzen". In der Regel lassen sie sich mit Wirkstoffen wie ASS, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac gut behandeln.

Auch Pflanzenkraft hilft. Sehr wirksam sind die Inhaltsstoffe der Arzneiminze. Das Öl wird dabei im Stirn- und Nackenbereich auf genau jene Stellen getupft, die wehtun. Die Durchblutung an den Schmerzpunkten wird verbessert, die Muskulatur entkrampft. Alle anderen Arten von Verspannungen lassen sich schon mit kleinen SOS-Maßnahmen wie Wärme oder Massagen lösen. Doch solches Gesundheitsmanagement in Eigenregie hat strenge Grenzen. Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Leiter des Schmerzzentrums Göppingen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, rät dringend: "Treten starke Schmerzen auf, die bis ins Bein ausstrahlen, oder sind sogar Lähmungen erkennbar, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden."

Hals

Das beste Gegenmittel ist Wärme: ein Handtuch in heißes Wasser tauchen, auswringen, Hals und Schultern damit bedecken, ein trockenes Handtuch darüberlegen und zehn Minuten einwirken lassen. Nebenbei den Kopf 20-mal ganz langsam und vorsichtig nach links und rechts drehen. Die Prozedur so lange wiederholen, bis der Schmerz nachlässt. Die feuchte Hitze und die Bewegung fördern die Durchblutung und entspannen so die Muskeln.

Nacken

Kneippen Sie die Schmerzen weg: einen etwa 40 Grad warmen Wasserstrahl mehrere Minuten lang über den Nacken rinnen lassen. Dann einen Heublumensack (Apotheke, Drogerie) erwärmen, in ein Wolltuch verpacken und über den Nacken legen. So lange einwirken lassen, bis der Sack abgekühlt ist. Übrigens: Nackenkissen unterstützen die natürliche Wirbelsäulenkrümmung (circa 20 Euro).

Schulter

Tauchen Sie ab: die Badewanne mit 40 bis 42 Grad warmem Wasser füllen, zehn Tropfen Minz- oder Rosmarinöl dazugeben – und sich 15 Minuten lang treiben lassen. Die ätherischen Öle verstärken die Durchblutung und nehmen damit den Schmerz. Kleine Lockerungsübung: Legen Sie sich auf den Rücken, und atmen Sie tief ein. Ziehen Sie dabei die Schultern leicht nach oben. Beim Ausatmen senken Sie die Schultern wieder ab, und stellen Sie sich vor, wie mit der Luft auch die Anspannung aus dem Körper strömt.

Rücken/Lendenwirbel

Auch hier können Heilpflanzen schnell und nachhaltig helfen. Eine aktuelle Herstellerstudie mit dem Beinwell-Wirkstoff (Traumaplant, Apotheke) zeigt, dass bei den meisten der damit behandelten Rückenschmerzpatienten schon nach drei bis vier Tagen eine Besserung eintrat. Ebenfalls gut: die verkrampfte Muskulatur ausgiebig dehnen und wärmen. Dazu flach auf den Boden legen, Unterschenkel im rechten Winkel auf einen Stuhl betten, ein heißes Kirschkernkissen unter den Rücken schieben und zehn Minuten entspannen.

In Bewegung bleiben
Wenn die Muskulatur verkrampft, ist Sport die optimale Medizin.

Der beste Weg aus der Schmerzfalle heißt: Bewegung. "Sie erhöht die Durchblutung des gereizten Gewebes. So wird die Muskulatur besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, Giftstoffe können dagegen schneller abgebaut werden", so Schmerzspezialist Dr. Gerhard Müller-Schwefe. Bleiben Sie deshalb nicht für längere Zeit im Bett, versuchen Sie auch, Schonhaltung zu vermeiden. Die Ruhigstellung nimmt besonders der Rücken krumm. Neben normalen Alltagsbewegungen tun dem Kreuz vor allem Walking, Rückenschwimmen und Yoga gut. Alle drei Sportarten beugen zudem weiteren Verspannungen vor. Untersuchungen zeigen: Am besten stoppt regelmäßiges Training den Schmerz.

Autor: Susan Junghans-Knoll