Experte

Foodwatch-Chef

Dr. Thilo Bode

  • Artikel vom 27. November 2009

Dr. Thilo Bode (geb. 1947)

Seit 2002 kämpft Thilo Bode mit der Verbraucherrechtsorganisation Foodwatch dafür, dass alle wissen, was in ihren Einkaufswagen und auf ihren Teller kommt. Als Gründer und Geschäftsführer von Foodwatch entscheidet er zusammen mit dem Kampagnenleiter über die inhaltliche Ausrichtung der Arbeit, kümmert sich um die Finanzierung und geht mit den Foodwatch-Themen an die Öffentlichkeit - ob bei Medienauftritten, Vorträgen oder mit seinem Buch "Abgespeist. Wie wir beim Essen betrogen werden und was wir dagegen tun können." In dem Buch, das am 23. Oktober 2007 erschienen ist, rollt Dr. Thilo Bode die politischen Hintergründe von Lebensmittelskandalen und die Mechanismen des Lebensmittelmarktes auf.

Dr. Thilo Bode, Jahrgang 1947, wuchs am Ammersee in Bayern als Sohn eines Journalisten und einer Buchhändlerin auf. Nach dem Abitur studierte er zunächst Soziologie, dann Volkswirtschaft. Von 1972 bis 1975 promovierte er an der Universität Regensburg zu Direktinvestitionen in Entwicklungsländern. Danach betreute er Projekte zum Aufbau der Wasser- und Energieversorgung in der Dritten Welt, arbeitete für die Kreditanstalt für Wiederaufbau und beriet Unternehmen bei ihrem Engagement in Entwicklungsländern. 1986 wechselte er aus der Entwicklungshilfe in die Wirtschaft: Als Vorstandsassistent bei einem mittelständischen Metallkonzern war er für Strategie und Controlling sowie die Betreuung von Tochtergesellschaften zuständig.

Bekannt wurde Dr. Thilo Bode vor allem durch seine Arbeit für Greenpeace und deren Aktionen in den 90er Jahren. Von 1989 an leitete er für insgesamt 12 Jahre zunächst Greenpeace Deutschland, dann Greenpeace International. Die spektakulärste Kampagne während dieser Zeit war sicherlich der Kampf gegen die Versenkung der Bohrinsel "Brent Spar" in der Nordsee. In Peking protestierte Dr. Thilo Bode auf dem Platz des Himmlischen Friedens gegen Atomwaffen-Tests und wanderte dafür kurzzeitig ins Gefängnis. Für seine Verdienste um den Umweltschutz bekam er im Jahr 2001 das Bundesverdienstkreuz.