Krimi-Spezial
Tatort: Wer bin ich?

Freunde: Murots "Tatort"-Kollegen Martin Wuttke (l.) und Wolfram Koch.
Foto: © HR/Kai von Kröcher

Neuer "Tatort" aus Wiesbaden

Ulrich Tukur spielt sich selbst

  • Artikel vom 27. Dezember 2015

Im neuen "Tatort" aus Wiesbaden spielt Ulrich Tukur sich selbst. Ein TV-Experiment.

Fünf "Tatort"-Episoden hat Ulrich Tukur schon gedreht. Der vierte Fall "Im Schmerz geboren" wurde mit Preisen überschüttet. Kann der 58-Jährige da überhaupt noch eine Schippe Qualität drauflegen? Er versucht es mit "Wer bin ich?" (So., 27.12., 20.15 Uhr, Das Erste). Sehr gewagt.

Was passiert im "Tatort: Wer bin ich?"

Ulrich Tukur (Ulrich Tukur) erwacht mit einem Blackout. Eigentlich steckt er mitten im Dreh zu einem neuen "Tatort" mit seiner Ermittlerfigur Felix Murot - doch am Vorabend ist Tukur versackt. Als der Star verkatert an den Drehort kommt, erfährt er vom Mord an einem Aufnahmeleiter. Prekär: Er selbst wurde als Letzter mit dem Opfer gesehen. Daraufhin wenden sich alle Kollegen und Teammitglieder von Tukur ab, der Schauspieler muss seine Unschuld beweisen.

Wer ist dabei?

Die Frankfurter "Tatort"-Ermittler Wolfram Koch und Margarita Broich sowie der Leipziger Ex-Ermittler Martin Wuttke. Die drei wollen belegen, dass Tukur nicht der Mörder ist. Dabei geben sie witzige Einblicke in die "Tatort"-Produktion und zeigen, wie die Kommissare hinter den Kulissen ticken.

Was ist besonders?

Parodiert wird die TV-Branche. Oder wie Tukur es sagt: "die Filmfuzzis". Kaum steht er unter Mordverdacht, überlegen Redakteure des Hessischen Rundfunks (HR) etwa, ob sie Heino Ferch als Kommissar anfragen. Tukur zu HÖRZU: "So schlimm ist der HR aber nicht wirklich. Es gibt möglicherweise Kollegen, die das anders beurteilen, aber ich wurde stets fair behandelt." Lesen Sie hier das Interview mit Ulrich Tukur.

Wertung

Inhaltlich ist der Krimi ein Mix aus der Satireserie "Lerchenberg", in der das ZDF sich selbst karikiert, und der ARD-Show "Verstehen Sie Spaß?". Bis zur 80. Minute bleibt der Fall logisch. Dann bricht er mit der Realität. Das wird für Empörung sorgen. Und für Euphorie.

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