Krimi-Spezial
Mord an einer dreifachen Mutter - Foto © ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler
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Tatort Luzern: Mord an einer dreifachen Mutter - Foto © ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Tatort Luzern

"Tatort: Zwischen zwei Welten"

  • Artikel vom 21. April 2014

"Tatort: Zwischen zwei Welten" im HÖRZU-Check. Drei Kinder von drei Vätern: Das führt im "Tatort" aus Luzern zu einer Katastrophe. (Mo., 21.04., 20.15 Uhr, Das Erste).

Guckt man von Deutschland aus auf die Schweiz, denkt man zuerst an idyllische Landschaften, bewohnt von rechtschaffenen Menschen mit liebenswertem Dialekt. Aber womöglich ist alles ganz anders? Der "Tatort" aus Luzern jedenfalls konterkariert diese Klischees gekonnt. Der Umgangston ist rau, die Bilder sind alles andere als lieblich.

Was passiert?
Eine junge Frau eilt durch nächtliche Gassen. Wenig später liegt sie tot am Bahndamm, heruntergestoßen von einer Brücke. Wer hatte eine solche Wut auf die 35-Jährige? Donna Müller war Mutter von drei Kindern, hatte einen Teilzeitjob und wollte sich zur "spirituellen Heilerin" ausbilden lassen. Das einzig Außergewöhnliche an ihrem Leben: Die drei Kinder haben drei verschiedene Väter. Für Kommissarin Liz Ritschard ist klar, dass einer der Männer der Täter sein muss: Daniele Rossi, der im Dauerstreit mit seiner Exfrau lag. Das Alibi, das ihm die Mitglieder seiner radikalen Vätergruppe geben, hält sie für gefälscht. Ihr Kripokollege Reto Flückiger aber fürchtet insgeheim, Ravi, der aggressive Teenagersohn der Toten, könnte der Schuldige sein.

Was ist das Besondere?
Flückiger, "Fachgruppenchef Leib und Leben" in Luzern, ist dünnhäutig geworden. Seine Verletzlichkeit, verursacht auch durch ungewollte Einsamkeit, machen ihn einfühlsamer als seine Kollegin. Sie verdächtigt die Männer der Vätergruppe mit messianischem Eifer. Die rächen sich, indem sie ein Kussfoto von ihr und ihrer Freundin ins Netz stellen. Der "Tatort" ist oft mehr Drama als Krimi. Ohne Schmalz wird messerscharf seziert, wie sehr sich Mann und Frau nach gescheiterten Beziehungen bekriegen können. Und wie sehr die Kinder dabei auf der Strecke bleiben.

Wer ist dabei?
Die Schroffheit, mit der das Schweizer "Tatort"- Duo durch die Fälle pflügt, ist auch im dritten Jahr gewöhnungsbedürftig. Gleichwohl sind Delia Mayer und Stefan Gubser eine interessante Ergänzung zu den sonst so harmoniesüchtigen Paarungen. Einen starken Gastauftritt hat Hans-Caspar Gattiker, der die Nöte verlassener Väter glaubhaft interpretiert.

Zwischen zwei Welten

Autor: Sabine Goertz-Ulrich

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