Krimi-Spezial
Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) im Verhör.
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Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) hören von Alisa Adam (Anna Bederke), dass der Ermordete mit ihr Russisches Roulette spielen wollte. - Foto © SWR/Alexander Kluge

Im TV: 19.01., 20:15 Uhr, Das Erste

"Tatort: Todesspiel" im HÖRZU-Check

  • Artikel vom 19. Januar 2014

"Tatort: Todesspiel": In Konstanz wird ein Millionär erschossen – die Spuren führen in die High Society (So., 19.01.2014, 20:15 Uhr, Das Erste).

Action, Tempo, kuriose Fälle – all das bringt man mit dem "Tatort" vom Bodensee normalerweise nicht in Verbindung. Seit mehr als elf Jahren ermitteln Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in Konstanz eher konventionell und gemächlich. Manchmal überzeugt gerade diese Unaufgeregtheit, manchmal kann sie wahnsinnig langweilen. Wie ist es in ihrem 26. Fall?

Was passiert?
Multimillionär und Lebemann Benjamin Wolters (Michael Pink) wird tot in seiner Villa aufgefunden, niedergestreckt von zwei Schüssen. Die Liste der Feinde des 32-jährigen Unsympathen ist lang. Blum und Perlmann vermuten den Täter unter seinen sogenannten Freunden, allesamt Reiche und Möchtegernreiche mit einem dekadenten Lebensstil. Perlmann gelingt es, sich in diese Clique einzuschleusen und verdeckt zu ermittteln – inklusive kostspieliger Party in einem angesagten Club.

Wer ist dabei?
Zum Kreis der Verdächtigen gehören gleich zwei tolle Schauspielerinnen, die vor einer großen Karriere stehen: Alexandra Finder spielte die Hauptrolle im Kinofilm "Die Frau des Polizisten", der gerade beim Filmfest in Venedig ausgezeichnet wurde. Anna Bederke sorgte bereits bei ihrem Schauspieldebüt in Fatih Akins "Soul Kitchen"
(2009) für Aufsehen und war Anfang 2013 in Matthias Schweighöfers "Schlussmacher" zu sehen. Leider bekommen beide nicht die Gelegenheit, sich auszuzeichnen – zu eindimensional sind ihre Rollen.

Was ist das Besondere?
Drehbuchautor Jürgen Pomorin beleuchtet eine Gesellschaftsschicht, die im "Tatort" unterrepräsentiert ist. "Das Milieu von Arbeitslosen, Ausgegrenzten und sozial Schwachen ist nicht selten das Milieu, in dem 'Tatorte' spielen“, sagt er. "Es war deshalb reizvoll, mal einen Blick auf das Leben der Reichen und Schönen zu werfen." Gute Idee, aber die Umsetzung ist misslungen, das Milieu wirkt nie authentisch. Von Koks und Schampus über Schönheits-OPs bis hin zum asozialen Banker wird kein Klischee ausgelassen. Und gleichzeitig wirkt dieser Geldadel so bieder, dass er einem fast schon wieder leid tut.

Autor: Sven Sakowitz

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