Krimi-Spezial
Tatort Dortmund Hydra
Zur Bilderstrecke

Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann, r.) und Kommissarin Martina Bönisch
(Anna Schudt, l.) am Tatort. Foto: © WDR/Thomas Kost

Wie gut ist der neue "Tatort"?

"Tatort: Hydra"

  • Artikel vom 10. Januar 2015

Der Dortmunder "Tatort" (Sa., 11.1., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts) orientiert sich seit seinem Start 2012 wie kein anderer Ableger der Reihe an den großen US-Serien. Wie diese wählt er eine horizontale Erzählweise, bei der Geschichten über die einzelnen Episoden hinausreichen. Und das bei gleich vier Ermittlern. Ein ambitioniertes Vorgehen – das bislang bestens funktioniert hat.

Was passiert?

Der fünfte Fall führt das Team in die rechtsradikale Szene: Der führende Dortmunder Neonazi Kai Fischer wurde ermordet. Er gehörte zur Fraktion der Autonomen Nationalisten und plante den Schulterschluss mit einer Gruppe "klassischer" Nazi-Skinheads. Nicht alle seine Kameraden hielten das für eine gute Idee. Zu den Verdächtigen gehört aber auch die antifaschistisch engagierte Jüdin Jedida Steinmann (Valerie Koch), deren Mann vor einem Jahr zu Tode getreten wurde. Fischer war mit ziemlicher Sicherheit der Täter, nur bewiesen werden konnte das nicht. Jungkommissar Daniel Kossik (Stefan Konarske) legt sich auf Steinmann als Täterin fest – offenbar getrieben von eigenen antisemitischen Vorurteilen.

Wer ist dabei?

In einer wichtigen Nebenrolle ist Robert Stadlober zu sehen: Er spielt den rechtsextremen Bruder von Kommissar Kossik. Stadlober wurde 2000 durch die Hauptrolle im Kinoerfolg "Crazy" bekannt und ist seit ein paar Jahren überwiegend in kleinen, ambitionierten Produktionen zu sehen. Von den vier Hauptdarstellern musste diesmal Aylin Tezel einige enorm emotionale Szenen meistern: Sie spielt die deutsch-türkische Kommissarin Nora Dalay, der die Begegnungen mit Neonazis stark zusetzen.

Was ist das Besondere?

Autor Jürgen Werner war federführend bei der Entwicklung des Dortmunder "Tatorts" und schrieb bislang alle Episoden – auch diese. Die Geschichte spielt im Stadtteil Dorstfeld, der tatsächlich eine Hochburg der deutschen Neonazis ist. Regisseurin Nicole Weegmann erläutert: "Ich finde es notwendig, die erschreckende Raffinesse der neuen Neonazi-Szene und auch deren schleichende Verstrickung in die unterschiedlichsten Bereiche unserer Gesellschaft zu thematisieren."

Tatort Hydra Kritik

Autor: Sven Sakowitz

Anzeige