Krimi-Spezial
"Tatort: Alle meine Jungs"
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"Tatort: Alle meine Jungs" im HÖRZU-Check. Dubiose Müllgeschäfte führen im "Tatort"
aus Bremen zu Gewalt und Totschlag. Harter Stoff. - Foto
© Radio Bremen/Jörg Landsberg

Tatort Bremen

"Tatort: Alle meine Jungs"

  • Artikel vom 18. Mai 2014

"Tatort: Alle meine Jungs" im HÖRZU-Check. Dubiose Müllgeschäfte führen im "Tatort" aus Bremen zu Gewalt und Totschlag. Harter Stoff. (So., 18.05., 20.15 Uhr, Das Erste).

Am längsten dauerte das Casting der Müllmänner. "Die Herren sollten authentisch sein. Und solche Leute muss man lange suchen", erklärt Florian Baxmeyer. Für den Oscarnominierten Regisseur ist es der achte "Tatort" ,den er für die Bremer inszeniert. Sein Krimi um Exknackis und kriminelle Müllentsorgung beginnt fast heiter und schön bunt. Doch das viele Orange kann nicht lange überdecken, dass hinter der Fassade hart um Vorteile gerungen wird.

Was passiert?
Schwer verletzt versucht Müllmann Maik Decker, im Müllwagen zu fliehen. Vergebens. Der Wagen verunglückt, Maik stirbt. Todesursache sind mehrere Stichverletzungen. Doch seine Kumpel und seine Freundin scheint das kaum mitzunehmen, wie Kommissarin Inga Lürsen irritiert registriert. Allein der junge Sascha reagiert traurigund wütend – und schwört, die Täter hochgehen zu lassen. Das Besondere bei der Bremer Müllbrigade: 83 der Männer sind Exhäftlinge. Alle wohnen in derselben Reihenhaussiedlung, alle werden von demselben Bewährungshelfer betreut, von Uwe "Papa" Frank. Der genießt es geradezu, Lürsen und Kollege Stedefreund zu verhöhnen.

Was ist das Besondere?
Lauter coole Jungs, könnte man meinen, wenn die orangefarbene Truppe den Platz entert. Cool und gefährlich. In solchen Momenten wird die Klasse von Regisseur Baxmeyer deutlich. Diese Männer bilden eine undurchdringliche Wand, Probleme regeln sie unter sich, schnell auch mal mit Gewalt. "Die Mülljungs sind alles andere als nett. Im Gegenteil: Wir haben es mit einer brutalen Mafia zu tun“, erläutert Baxmeyer. Drei Autoren haben an diesem "Tatort" geschrieben, die kriminellen Verflechtungen wirken so komplex, dass man als Zuschauer leicht den Überblick verliert. Gut, dass Kommissarin Inga Lürsen trotz aller Anfeindungen unbeirrt am Fall dranbleibt.

Wer ist dabei?
Wird in Filmen ein Psychopath mit undurchsichtigen Motiven gebraucht, klingelt das Telefon garantiert bei Roeland Wiesnekker. Der spielt den Bösen auch hier so überzeugend, dass man ihm nicht im Dunkeln begegnen möchte.

Tatort Alle meine Jungs

Autor: Sabine Goertz-Urich

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