Krimi-Spezial
Polizeiruf 110 München Morgengrauen
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Karen Wagner (Sandra Hüller) kommt Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) näher.
Foto: BR / Erika Hauri

Selbstmord hinter Gittern

"Polizeiruf 110: Morgengrauen"

  • Artikel vom 23. August 2014

"Polizeiruf 110: Morgengrauen" aus München im HÖRZU-Check: Hauptkommissar Hanns von Meuffels muss den rätselhaften Tod eines Häftlings aufklären.

Preußisch korrekt, unnahbar und ein bisschen arrogant – so haben die Zuschauer Hauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) in seinen ersten sechs "Polizeiruf 110"-Fällen erlebt. Im siebten gibt es jetzt eine Überraschung: Der steife Ermittler kann auch die Kontrolle über sich verlieren und zutiefst menschliche Gefühle zulassen. (So., 24.8., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts)

Was passiert?

Spezialauftrag für Hauptkommissar Hanns von Meuffels: Im Münchner Gefängnis bringt der Verhörexperte einen verdächtigen Jugendlichen zu einem Mordgeständnis. Der Junge glaubt, dass er im Knast umgebracht werden soll – kurze Zeit später ist er wirklich tot. Vieles spricht für einen Selbstmord, aber von Meuffels hat Zweifel und beginnt mit den Ermittlungen. Dass er dabei viel Zeit im Gefängnis verbringen muss, kommt ihm gelegen: Er hat sich Hals über Kopf in die dort beschäftigte Karen Wagner (Sandra Hüller) verliebt. Außerdem arbeitet sein früherer enger Freund Max (Axel Milberg) beim psychologischen Dienst der Anstalt, und die beiden haben sich seit einer Ewigkeit nicht gesehen.

Wer ist dabei?

An der Seite von Matthias Brandt gibt es weitere Schauspieler der Extraklasse zu sehen: Sandra Hüller spielt die spröde und verkniffen wirkende JVA-Beamtin überragend, der Österreicher Andreas Lust brilliert als gewaltbereiter Polizist, der in den Fall eingebunden werden will. Zwiespältig ist der Auftritt von Axel Milberg zu bewerten: Klar, auch er ist ein guter Schauspieler, aber auf diesem Sendeplatz ist er bekanntlich als "Tatort"-Kommissar zu sehen – und an den muss man als regelmäßiger Sonntagskrimi- Gucker ständig denken.

Was ist das Besondere?

Der verliebte Kommissar! Autor und Regisseur Alexander Adolph zeigt dem Publikum eine bislang unbekannte Seite des Ermittlers. Es ist mutig und richtig, dass diese erfolgreiche Figur weiterentwickelt wird, die Liebesgeschichte der zwei unsicheren Einzelgänger vermag aber leider nicht immer zu überzeugen. Mal geht es zu bedeutungsschwanger zu, mal werden Klischees in Szene gesetzt. Schade, da wäre bedeutend mehr möglich gewesen.

polizeiruf110

Autor: Sven Sakowitz

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