Krimi-Spezial
Polizeiruf 110: Abwaerts im Ersten
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Brasch (Claudia Michelsen;li) und Drexler (Sylvester Groth;re) auf dem Weg zu
Ruhlers Wohnung. - Foto: © MDR/Oliver Feist

Zwischen Gut und Böse

"Polizeiruf 110: Abwärts"

  • Artikel vom 05. Juli 2014

"Polizeiruf 110: Abwärts" im HÖRZU-Check. Täter oder Helfer? Im "Polizeiruf 110" aus Magdeburg gerät ein Sozialarbeiter ins Visier. (So., 6.07, 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts).

Die Harley bockt, der Nazisohn mauert, und ihr Kollege bringt sie in Rage. Nur gut, dass Kommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) trotz ihrer zarten Statur hart im Nehmen ist. Und im Austeilen. Bei ihrem Einstand in Sachsen-Anhalt erprügelte sich Michelsen den Ruf der härtesten TV-Kommissarin: eine Art weiblicher Schimanski. Im zweiten Fall kämpft die Preisträgerin der "GOLDENEN KAMERA von HÖRZU eher mit Worten.

Was passiert?
In der Straßenbahn liegt ein Toter: Danilo Rink, erschlagen, Anfang 20. Das Opfer war auch Täter: Rink hat im Waggon einen Jugendlichen brutal bedroht. Kommissar Drexler (Sylvester Groth) zieht deshalb den Sozialarbeiter Peter Ruhler (Peter Jordan) hinzu, den er von früher kennt und der Rink betreute. Doch der besonnen wirkende Mann taucht unter – gemeinsam mit Lukas, dem bestohlenen Jungen aus der Straßenbahn. Ist Ruhler der Mörder oder ein Verwirrter mit Helfersyndrom? Nicht nur die Polizei sitzt ihm im Nacken – und die anderen Verfolger sind weitaus gefährlicher.

Was ist das Besondere?
Selten war mehr Zoff auf dem Revier. Doreen Brasch, Rockerbraut mit Beamtenstatus und Mutter eines verurteilten Neonazis, hält Ruhler für den Täter. Kollege Drexler, ihr verbaler Sparringspartner, glaubt an dessen Unschuld. Zwischen den Ermittlern fliegen die Fetzen, während die Jagd nach der Wahrheit zum Streifzug durch aktuelle Gesellschaftsthemen gerät: von den Schwierigkeiten alleinerziehender Pendler über die Szene der Neonazis bis hin zu den Gefahren der digitalen Welt.

Wer ist dabei?
Zwei der besten deutschen Schauspieler ergeben nicht unbedingt ein stimmiges Ermittlerduo. Doch bei Michelsen ("Der Turm") und Groth ("Unsere Mütter, unsere Väter") stimmt die Chemie – eben weil sie so gar nicht zueinanderpassen. Die schlagkräftige Wilde und der autoritäre Stinkstiefel liefern sich echte Wortgefechte, kein eitles Geplänkel unter Kumpeln. So wird die Suche nach dem Verdächtigen, dessen innere Zerrissenheit Peter Jordan eindrucksvoll verkörpert, zu einem sehenswerten Kampf der Sturköpfe.

Wertung Polizeiruf 110 Abwaerts

Autor: D. Weychardt

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