Krimi-Spezial
"Großstadtrevier": Dirk Matthies alias Jan Fedder und seine Crew.
Zur Bilderstrecke

Jubiläum beim Großstadtrevier: seit 25 Jahren ermittelt die sympathische Crew um Dirk Matthies alias Jan Fedder auf dem Hamburger Kiez. - Foto © ARD/Thorsten Jander

"Großstadtrevier"

Interview mit Jan Fedder

  • Artikel vom 01. November 2011

Seit 25 Jahren ist das "Großstadtrevier", Vorbild für die neuen "Heiter bis tödlich"-Krimis, auf Sendung. Es ist die fünftälteste Serie im deutschen TV – nach "Der Alte", "SOKO 5113", "Ein Fall für zwei" und "Lindenstraße". Und Jan Fedder (56) denkt nicht ans Aufhören, die Zuschauer können sich also auf weitere Dienstjahre mit Polizist Dirk Matthies freuen. HÖRZU traf das Serien-Urgestein zum Interview.

HÖRZU: Stimmt es, dass Sie Ihre Rolle einer Sektlaune zu verdanken haben?

Jan Fedder: Bevor ich als Dirk Matthies eingestiegen bin, hatte ich drei Auftritte im "Großstadtrevier". Damals bin ich auf einer Weihnachtsfeier des Teams aufgetaucht. Der ehemalige Tonmann sagte: Warum besetzen wir nicht mal einen Hamburger? Die anderen kamen aus Lübeck, Wien oder München. Dann haben wir es ausprobiert, Regisseur Jürgen Roland war hin und weg.

HÖRZU: Was empfinden Sie, wenn Sie die "Großstadtrevier"-Melodie hören?

Jan Fedder: Die kann man leider nicht mehr ändern. Ich hätte es gern rockiger. Kann man die "Tatort"-Melodie ändern? Nein. Also muss unsere auch bleiben.

HÖRZU: Aber Beständigkeit gefällt Ihnen doch – sonst wären Sie wohl nicht so lange beim "Großstadtrevier"?

Jan Fedder: Na klar. Das Erfolgsgeheimnis der Serie ist Hamburg, meine Heimat. Die Stadt ist der Star. Das ist so, und das bleibt so. Unsere besten Einschaltquoten haben wir interessanterweise in Bayern, weil die Menschen die Bilder so lieben. Der Hamburger ist nicht so dröge und verschlossen, wie viele denken.

HÖRZU: Wie kann man ihn knacken?

Jan Fedder: Mit Respekt und Rücksicht. Wir haben einen trockenen Humor und eine feuchte Kehle!

HÖRZU: Bleiben wir bei den fröhlichen Abenden – der Kiez ist so etwas wie Ihr Hoheitsgebiet. Hier haben sie schon in Ihrer Jugend gewohnt.

Jan Fedder: Ja, bis heute habe ich hier ein Apartment. In all den Jahren habe ich eine Menge gelernt und ein geschärftes Auge für brenzlige Situationen entwickelt. Die Luft brannte immer. Aber aus meiner Banditenzeit bin ich raus. Ich war einer, aber man muss sich irgendwann entscheiden im Leben. Für mich kam das mit dem Beginn des "Großstadtreviers". Noch ruhiger bin ich vor 15 Jahren geworden, als ich meine Frau Marion kennengelernt habe. Alles, was ich mir wünsche, habe ich erreicht. Ich bin zutiefst glücklich.

HÖRZU: Was ist die wichtigste Lektion, die Sie in Ihrem Leben gelernt haben?

Jan Fedder: Dass es einmalig ist. Und darum lebe ich auch fast jeden Tag so, als könnte er der letzte sein. Ich bemühe mich jedenfalls.

HÖRZU: Reden Sie bei den Drehbüchern mit? Genügend Stoff hätten Sie doch!

Jan Fedder: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen einzigen Satz so gesagt, wie er im Drehbuch steht.

HÖRZU: Sie haben sowieso Ihren eigenen Kopf. Alle Welt hat ein Handy, nur Sie nicht. Wie geht das in Ihrem Job?

Jan Fedder: Sehr gut. Ich habe einen Anrufbeantworter, da kann jeder draufsprechen. Ich bin da ganz altmodisch. Richtig reiche Leute haben mal zu mir gesagt: "Du bist der Reichste von uns allen, weil du dir den Luxus leistet, ohne Handy und Uhr zu leben. Das können wir uns nicht leisten."

HÖRZU: Vielen Dank, Jan Fedder, für das Interview.

Autor: Mirja Rumpf

Anzeige