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Marietta Slomka in der Doku Zwischen Anden und Amazonien
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Marietta Slomka mit Capitan Melissa Perez Roncal, Chefin der weiblichen Polizei-Motorradstaffel von Lima. - Foto: © ZDF / Jens Nicolai

Doku mit Marietta Slomka

"Zwischen Anden und Amazonien" im ZDF

  • Artikel vom 22. Juni 2014

Während in Brasilien der Ball rollt, zeigt ZDF-Moderatorin Marietta Slomka im Zweiteiler "Zwischen Anden und Amazonien" Eindrücke aus dem exotischen Südamerika.

Auf einem Marktstand in Bolivien werden Miniaturausgaben von Häusern, Pferden oder Autos angeboten: Kleinode zum In-die-Tasche-Stecken. Marietta Slomka entscheidet sich für einen winzigen Koffer als Symbol ihrer Reiselust. Die ZDF-Moderatorin ist für eine zweiteilige Reportage unterwegs: Südamerika jenseits vom Fußballfieber.


TV-Tipp "Zwischen Anden und Amazonien"

Mit Marietta Slomka durch Südamerika
Teil 1: Di, 24.6., 20.15 Uhr, ZDF
Teil 2: Do, 26.6., 20.30 Uhr, ZDF (s. auch TV-Tipps rechts)


Reise durch Südamerika

Im Vorfeld der WM in Brasilien bereiste Slomka Kolumbien, Peru, Bolivien, Chile und Argentinien. Tausende Kilometer legte sie mit ihrem Kamerateam zurück, kletterte auf einen 5000 Meter hohen Berg in den Anden, wanderte durch die Atacamawüste, setzte schließlich auf die Galapagosinseln über, wo sie mit Hammerhaien tauchte. "Ich mag Haie, habe auch keine Angst vor denen."

In ihrem Zweiteiler erscheint der südamerikanische Kontinent manchmal ganz vertraut, manchmal fern wie ein galaktischer Stern. Befremdend, wenn eine Familie in Kolumbien beiläufig erwähnt, dass fast jeder in der Nachbarschaft bereits einen Angehörigen durch Mord verloren hat. Befremdlich auch, wenn die Kamera das blumengeschmückte Grab eines Drogenbarons zeigt, der von der Bevölkerung hoch geehrt wird. Oder wenn bolivianische Kinder in einer eigenen Gewerkschaft um ihr Recht kämpfen, gegen Bezahlung Schuhe zu putzen, Bonbons zu verkaufen und auf den Feldern zu arbeiten.

Das kolumbianische Medellín

Slomka findet auch Beispiele für gelungenen Wandel: Das kolumbianische Medellín war früher Sperrgebiet für Touristen und profitiert heute von einer gut ausgebauten Infrastruktur. Die Bewohner nutzen die Seilbahn, um sich freier zu bewegen. Slomka: "So können auch die Ärmsten aus den Berghängen in die Städte gelangen." Die Gondel schwebt über die gefährlichsten Viertel und landet direkt bei einer modernen Bibliothek. Slomka: "Damit gibt man den Stadtvierteln ihre Würde."

Die Atacamawüste

Ein besonderer Trip ist die Reise in die Atacamawüste von Chile, wo die Reporterin auf Vertreter der indigenen Völker trifft. Die fordern ihr Anrecht auf die berühmten Wüstenmumien ein, die vielfach in Museen ausgestellt werden. Eine der berührendsten Szenen zeigt, wie chilenische Ureinwohner in einem Museum für ihre Verstorbenen beten. "Für diese Menschen sind ihre Vorfahren nicht tot, sondern nur auf einer langen Reise." Und: "Die indigenen Völker gewinnen an Selbstvertrauen."

Die einheimische Küche

Vertraut wirken die Bilder, wenn Slomka die vielfarbige Restaurantszene in Peru beschreibt. "Früher wollten die Kids Fußballstar werden, heute Chefkoch." In den Küchen treffen viele Einflüsse aufeinander. Die Spanier brachten das Fleisch ein, die Japaner den Fisch, die Kreolen die Gewürze.

In Lima trifft Slomka auch die erste weibliche Motorradstaffel des Landes, selbstbewusste Frauen in Uniform. "Die Idee entstand daraus, dass Frauen hier als weniger korrupt angesehen werden."

So entfaltet sich an zwei Abenden das bunte Kaleidoskop eines vielschichtigen Kontinents – fernab vom Torrausch in Brasilien.

Autor: Angela Meyer-Barg

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