Aktuelles
Kate Harff in der TV-Serie About:Kate
Zur Bilderstrecke

Ein seltsamer Zusammenbruch, glückliche Rettung - Kate (Natalia Belitski) macht in der Berliner Nervenklinik einiges durch; Bild: Arte © Ulmen Television

Im TV: ab 27.04., samstags, 23.45 Uhr, Arte

Multimediale TV-Serie "About:Kate"

  • Artikel vom 27. April 2013

Wer bin ich? Diese Frage stellt sich Kate Harff in der multimedialen TV-Serie "About:Kate" auf Arte. Der Zuschauer macht sich gemeinsam mit ihr auf die Suche.

Haben wir uns nicht alle schon irgendwann einmal gewünscht, einen kompletten Neustart zu machen? Und wer hat sich heutzutage nicht schon einmal gefragt, wo er sich eigentlich befindet als Mensch zwischen seinem realen und seinem virtuellen Ich? Wo stehen wir mit unserer Identität und mit unserer Wahrnehmung, die sich in den letzten Jahren durch die digitalen Medien immer mehr verändert hat?

Diese Fragen stellt sich die Protagonistin Kate Harff (dargestellt von Natalie Belitski) in der 14-teiligen TV-Serie "About:Kate" (ab dem 27. April samstags gegen 23.45 Uhr auf Arte) für sich und mit uns.

Inhalt der TV-Serie "About:Kate"

Kate braucht eine Pause. Der ständige Input in den sozialen Netzwerken überfordert sie. Sie checkt freiwillig, mit Laptop und Smartphone bewaffnet, in eine Nervenklinik ein. In der ersten Therapiesitzung begegnet Kate ihrer Psychologin Dr. Luise Desmarin, gespielt von Therese Affolter. Die Therapeutin weiß immerhin die richtige Frage zu stellen: "Wann wussten Sie zum letzten Mal, wer Sie sind?" Wenn das so einfach zu beantworten wäre, wäre Kate nicht hier.

Kate Harffs Profil auf Facebook

Wer ist Kate? Es scheint sie wirklich zu geben. Schließlich gibt es digitale Spuren von ihr. Kate Harff ist auf Facebook präsent - mit einem eigenen Profil. Facebook-Nutzer können ihr eine Freundschaftsanfrage senden und mit ihr direkt kommunizieren. Der Fernsehzuschauer wird zum Freund.

Über ihre "Gefällt mir"-Angaben erfahren ihre Facebook-Freunde, dass sie Musik mag, gerne Weißwein und Gin Tonic trinkt und eine Vorliebe für Sojabohnen hat.

Wann immer Kate in der TV-Serie Statusmeldungen auf Facebook verfasst, erscheinen diese in der eigenen Timeline. Das Verschmelzen der fiktiven Person mit der Realität wirkt hier am frappierensten.

Die App "About:Kate"

Zur TV-Serie bietet Arte auch die kostenlose App About:Kate für iOS im iTunes-Store und für Android bei Google Play an. Im Mittelpunkt von Kates Klinikaufenthalt stehen die Sitzungen mit ihrer Therapeutin Dr. Desmarin. Mit dieser App wird jede Folge der TV-Serie "About:Kate" zu einer persönlichen Sitzung. Der Zuschauer wird zum Mitpatienten.

Die App erkennt über ein Tonsignal Sequenzen der TV-Serie und synchronisiert sich automatisch mit ihr. So werden parallel zur TV-Folge die Fragen der Therapeutin Dr. Desmarin an die Zuschauer weitergegeben. Der Zuschauer kann sich mit Hilfe der App selbst analysieren und herausfinden, wie es um seine geistige Gesundheit bestellt ist.

Diagnose und Behandlung werden via Social Network zugestellt. Dauerpatienten, die über mehr als fünf Episoden hinweg an der Therapie teilnehmen, erhalten nach der Staffel über die "About:Kate"-Webseite außerdem eine detaillierte Auswertung und eine Dokumentation ihres Entwicklungsfortschritts. Und welche Rückschlüsse lassen sich ziehen? Jeder bestimmt selbst, wer Einblick in die persönliche Akte erhält und seine Offenbarungen vergleichen darf.

Die "About:Kate"-Webseite

Der "About:Kate"-Kosmos hat keinen Anfang und kein Ende. So geht es im Netz auf der Webseite arte.tv/kate zwischen den einzelnen TV-Episoden weiter. Hier bündelt ein Daten-Stream unablässig die digitalen Spuren Kates: Suchmaschineneingaben, Playlists, Downloads, Verläufe, Kommentare, Wunschlisten, Fotoalben, Browser-Games, Auktions-Gebote, Foren-Einträge, Routenbeschreibungen.

Der Zuschauer als Mitgestalter

Auf der Webseite unter dem Menüpunkt "Gruppenraum" wird der Zuschauer zur aktiven Teilnahme am Projekt aufgefordert. Je nach Episode wird zu bestimmten Motiven ein Video- oder Foto-Upload ausgeschrieben. In einer Galerie werden die Einsendungen kommentiert, bewertet und ausgewählt, welcher Beitrag später in die Serie einfließen soll. Ab der dritten Folge werden diese sequenzweise in die TV-Serie eingebaut. Der Zuschauer wird zum Mitgestalter der TV-Serie.

Fazit

Mit der Hilfe von verschiedenen Social-Media-Netzwerken, der Webseite und der App für mobile Geräte werden die Grenzen zwischen Realität und Virtualität, zwischen Zuschauern, Akteuren und Produzenten geschickt verwischt. Arte nennt das ein "crossmediales Projekt" und verspricht ein "völlig neuartiges Digital Storrytelling in 14 Episoden".

Zum ersten Mal zeigt Arte mit "About:Kate" eine multimediale TV-Serie, die auch von der Teilnahme der Zuschauer lebt. Wir sind gespannt, ob wir am Ende wissen werden, wer Kate ist. Und vielleicht werden wir uns ja auch selber besser kennenlernen, dank der Therapiestunden in der virtuellen Welt.

Autor: Tanja Beeskow / Arte Presseinformation

Anzeige