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Mirco Nontschew

Abschied vom großen Comedian

Mirco Nontschew gestorben

  • Artikel vom 06. Dezember 2021

Mirco Nontschew, gefeierter Komiker aus "RTL Samstag Nacht"-Zeiten und vielen anderen Formaten und Filmen danach, ist am 3. Dezember 2021 im Alter von 52 Jahren in Berlin gestorben.

Wenn ein Mensch stirbt, ist das immer furchtbar traurig. Wenn es in verhältnismäßig jungen Jahren geschieht, lässt es uns in besonderem Maß verstört zurück. Zur Todesursache gibt es keine Angaben. Familie und Freunde bitte um Verständnis und Ruhe, was mehr als verständlich und zu respektieren ist. Also erinnern wir uns an sein Leben und feiern sein überragendes Talent.

Vom Feinmechaniker zum TV-Star

Geboren am 29. Oktober 2021 im damaligen Ostberlin, schlug Nontschew auf Wunsch der Eltern zunächst einen "soliden" Berufsweg ein und begann eine Ausbildung zum Feinmechaniker. Es zog ihn aber schon bald auf die Showbühne - erst als Beatboxer und Breakdancer in der Gruppe "Downtown Lyrics", dann über die Musik zum Fernsehen. Hugo Egon Balder, selbst bei RTL aktiv, wurde aufs Nachwuchtstalent aufmerksam und 1993 gehörte Nontschew dann neben Olli Dittrich, Wigald Boning , Esther Schweins, Stefan Jürgens und Tanja Schumann zum Gründungsteam der von Balder mitproduzierten Comedy-Show "RTL Samstag Nacht".

Hier einer seiner ersten Auftritte in der Show, die bald Kultstatus erreichte:

Auch wenn hier viele Worte im Spiel sin, war und blieb Nontschew vor allem ein Meister der physischen Comedy, der irrsinnigen Tempos, anarchischer Albernheit und des kreativen Geräuschemachens.

Er blieb der preisgekrönten Show bis zur ihrer Einstellung 1993 treu.

Auch im Kino erfolgreich

2001 war er der Star in einer 13-teiligen Comedy-Show mit dem Titel "Mircomania". Danach war er in verschiedenen TV-Formaten zu sehen. Ob als Stammgast bei der RTL-Improshow "Frei Schnauze" ab 2005, in einer Neuauflage der "Dreisten Drei" ab 2012 oder ab 2013 in "Willkommen bei Mario Barth".

Auf der großen Leinwand war Mirco Nontschew ebenfalls zu sehen. Nach seinem Kinodebüt 1998 in "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" landete er neben Otto und einigen anderen Spaßkollegen einen Kassenknüller mit "7 Zwerge - Männer allein im Wald" - der zweiterfolgreichste Film in den deutschen Kinos im Jahr 2004. Es folgte die Nibelungen-Parodie "Siegfried", die Fortsetzung "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" 2006 und schließlich "Otto's Eleven" 2010.

Letzter Auftritt in "LOL"
In "LOL - Last One Laughing", der Show von Amazon Prime Video, in der Spaßpromis andere zum Kichern bringen wollen aber selbst nicht lachen dürfen, wenn sie gewinnen wollen, war Nontschew in der am 1. April 2021 beim Streaminganbieter gestarteten ersten Staffel dabei. Die Reaktionen seiner Kolleg*innen bei seinem Eintreffen am Show-Schauplatz waren bezeichnend - Von Teddy Teclebrhan bis Anke Engelke zeigten alle eine Mischung aus Freunde und Entsetzen, weil sie sein Talent kannten und schätzten. Auch in der im Oktober 2021 gedrehten, aber erst im Frühjahr 2022 erscheinenden dritten Staffel war Nontschew dabei. Vermutlich sein letzter großer Auftritt vor der Kamera.

Nontschew war auch als Synchronsprecher aktiv, veröffentlichte Musik-CDs und wurde unter anderem mit der Goldenen Rose von Montreux, dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Er hinterlässt zwei Kinder.

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