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Michael Martin durchquert die Wüste Namib.
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''Michael Martin – Abenteuer Wüste'' auf ARTE: Michael Martin durchquert die Wüste Namib. / Foto: ZDF / © Ralf Leist

Start der neuen Doku-Reihe

''Michael Martin – Abenteuer Wüste'' auf ARTE

  • Artikel vom 05. Mai 2013

Wer in der Wüste sucht, findet sich selbst. Keine andere Landschaft berührt die Seele so wie diese Welt der Stille. "Bahr bela ma" nennen Beduinen etwa die Sahara – "Meer ohne Wasser". Und doch ist das Gelb der Sanddünen nur eine der vielen Farben, die verzaubern. Wüsten glühen im Rot eisenhaltiger Felsen oder strahlen weiß wie das Eis.

Eines haben alle gemeinsam: Vegetation sucht man meist vergebens. "In Trockenwüsten wächst nichts aus Mangel an Regen, in den Eiswüsten ist es der Mangel an Wärme", sagt Michael Martin. Der deutsche Fotograf, Geograf und Abenteurer bereist seit mehr als 30 Jahren die magischen Weiten dieser Erde (www.michael-martin.de). Sein aktuelles Projekt "Planet Wüste" führte ihn drei Jahre lang um die Welt. Er trotzte Sandstürmen, fuhr mit dem Motorrad durch die Namib, erlebte klirrende Kälte in Islands Hochland.

Die TV-Doku-Reihe ''Michael Martin – Abenteuer Wüste'' (Start: 6.5. ARTE, 19.30 Uhr) stellt jetzt fünf seiner Touren vor.

Der Zauber der Wüste kann einen überwältigen – für immer. Martin: "Die Astronomie hat mich mit 17 Jahren zum ersten Mal in die Sahara geführt, da ich dort den Sternenhimmel beobachten wollte. Seit ich dieses Sandmeer sah, bin ich von Wüsten fasziniert."

Sie bedecken rund ein Drittel der gesamten Landoberfläche. Allein die australische Simpsonwüste, die Martin mit seiner BMW R 1200 bezwang, ist mit 176.000 Quadratkilometern halb so groß wie Deutschland.

Was macht den einzigartigen Reiz aus? "Als Fotograf liebe ich die klaren Formen, die Farben, das Licht", schwärmt Michael Martin. "Diese reduzierte Ästhetik ist quasi ein Gegenentwurf zu unseren völlig chaotischen Städten." Als Geograf liest Martin in den ungezähmten Formen der Wüste wie in einem Buch der Erdgeschichte. Urkräfte prägten die Landschaft, ewige Temperaturwechsel ließen Felsen zerbersten. "Als Abenteurer sehe ich in Trocken- und Eiswüsten eine Herausforderung", sagt Martin. "Was für ein Gefühl, es wieder einmal geschafft zu haben."

Island im Winter

Eiszeit: Islands Kältewüsten im Winter / Foto: ZDF / © Michael Martin

Wer sich auf die Wüste einlässt, lebt anders. Es sind Reisen zwischen Romantik, Entbehrung und Risiko. "Fast immer schlafe ich unter freiem Himmel", erklärt der leidenschaftliche Fotograf. "Ein Zelt wird nur aufgebaut, wenn Moskitos, Regen oder Kälte keine andere Wahl lassen." Schlafsack, Decke, Plastikplane – das reicht.

Die Mahlzeiten müssen nicht so eintönig sein, wie es die karge Landschaft vermuten lässt. Immer wieder erreicht auch der Wüstenreisende Oasen oder Dörfer, in denen Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse verkauft werden. Aber: "In der Wüste gab es abends fast immer Spaghetti", gesteht Michael Martin. Nudeln bieten sich einfach an, weil Gewicht und Packmaß in einem guten Verhältnis zum Nährwert stehen.

Manche Wunder kommen und gehen. Nur alle 30 Jahre füllt sich etwa der Lake Eyre, Australiens größter Salzsee, mit Wasser. "Wir wollten das Schauspiel aus der Vogelperspektive erleben", sagt Martin. Für die Doku hob er samt Kameramann ab. Blaue Flüsse, ockerfarbene Wüste, der rote Salzsee – ein unvergesslicher Anblick. Und ein flüchtiger. Wenn das Wasser wieder verschwunden ist, gehört er der Vergangenheit an.


Sendehinweis: ''Michael Martin – Abenteuer Wüste''

Teil 1 der 5-tlg. Doku. Teile 2 bis 5 am 7., 8., 9. und 10.5
MO, 6.5. ARTE, 19.30 Uhr

Autor: Kai Riedemann

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