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Hannelore Hoger als Bella Block in Jubiläumsfolge Nummer 30.
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Jubiläumsfolge Nummer 30 "Bella Block: Stich ins Herz" führt Bella Block (Hannelore Hoger) unter anderem auf die Baustelle der Hamburger Elbphilharmonie. - Foto © ZDF / Georges Pauly

Bella Block feiert Jubiläum

Interview mit Hannelore Hoger

  • Artikel vom 26. November 2011

Besessen, bärbeißig, beharrlich: Alles, was Bella Block (Jubiläumsfolge "Stich ins Herz", 26.11., 20.15 Uhr, ZDF, siehe TV-Tipp rechts) Bella Block charakterisiert, fängt mit "b" an. Seit 30 Folgen spielt Hannelore Hoger die brummige Ermittlerin. HÖRZU traf sie zum Interview.

HÖRZU: Glückwunsch zu 30 Folgen "Bella Block"! Wie fühlt sich das an?

Hannelore Hoger: Ach, gut. Die Zahl 30 gefällt mir. Obwohl ich nicht verstehe, warum man so ein Gedöns um runde Geburtstage macht. Warum nicht mal "gepunktete" Jubiläen feiern – etwa die 29. Folge? Inzwischen ist mir ein Arm gewachsen, der Bella heißt, und ein Fuß, der heißt Block.

HÖRZU: Was war eigentlich Ihre erste Rolle?

Hannelore Hoger: Ein Schmetterling im Hamburger Ohnsorg-Theater. Mein Vater leitete dort hinter der Bühne den Gang der Dinge.

HÖRZU: Wie haben Sie dann später Ihre Schauspielausbildung finanziert?

Hannelore Hoger: Unter anderem, indem ich bei Axel Springer nachts Zeitungen vom Fließband nahm. Es war so langweilig, dass ich geweint habe.

HÖRZU: Welchen Job hätten Sie ergriffen, wären Sie nicht Schauspielerin geworden?

Hannelore Hoger: Also erst einmal: Mein Beruf ist kein Job! Ansonsten interessieren mich Sprachen. Ich habe immer sehr bedauert, dass ich dafür weder Zeit noch Geld hatte.

HÖRZU: Bella Block muss meist in menschliche Abgründe schauen. Wie schwer ist das?

Hannelore Hoger: Manchmal ist es sehr schwer. Als Devid Striesow in "Das schwarze Zimmer" in einer Kiste lag und ihm sein Filmmörder beim Sterben zusah, war das starker Tobak. Für mich und für Bella. Aber ich stand allein da mit meiner Meinung.

HÖRZU: Ihr Menschenbild?

Hannelore Hoger: Wir sind eine krude Spezies. Niemand wird als Verbrecher geboren, aber der Mensch ist zu unglaublicher Grausamkeit fähig.

HÖRZU: Angeblich lieben Sie das Dunkle, die Farbe Schwarz. Selbst bei Tulpen sollen sie schwarze bevorzugen.

Hannelore Hoger: Ja, Schwarz hat für mich Anziehungskraft.

HÖRZU: Ist Bellas VW Käfer deshalb schwarz?

Hannelore Hoger: Nein, das war Zufall. Eigentlich mag ich dieses Auto gar nicht. Auch, weil man aus dem mickrigen Rückfenster nichts sehen kann.

HÖRZU: Sie strahlen enorme Stärke aus. Woher kommt das. Glauben Sie an Gott?

Hannelore Hoger: Nein. Ich lenke mich selbst. Ich glaube an mich, die Sonne, den Mond und die Sterne.

HÖRZU: Wen bewundert eine starke Frau wie Hannelore Hoger?

Hannelore Hoger: Menschen, die sich absolut in den Dienst anderer stellen.

HÖRZU: Und wovor fürchten Sie sich?

Hannelore Hoger: Allein nachts ohne Hund durch einen Wald zu gehen. Oder vor leeren Straßen. Ich wurde zweimal überfallen.

HÖRZU: Mit wem würden Sie gern mal einen Tag lang tauschen?

Hannelore Hoger: Mit einem Playboy. Diese Spezies Mensch kann faulenzen, weil sie genügend Geld hat. Ich musste immer arbeiten.

HÖRZU: Wenigstens durften Sie einmal vor der Kamera schweigen, als Bella 2009 in zwei Folgen verstummte.

Hannelore Hoger: Das hat mir sehr gut gefallen. Da musste ich keinen Text lernen!

HÖRZU: Ermitteln Frauen besser als Männer?

Hannelore Hoger: Nein. Männer haben eine andere Sozialisation – und andere Tentakel. Denken Sie bloß an "Columbo"! Der ist wunderbar mit seinen Finessen. Lässt sich bewusst unterschätzen, aber lässt nie locker – toll!

HÖRZU: Sie wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet? Was bedeutet Ihnen das?

Hannelore Hoger: Nützen tun sie wenig, sind aber eine Belohnung. Ich bekam meinen ersten Preis erst im Alter von 50 Jahren. Doch Anerkennung braucht man, wenn man jung ist.

HÖRZU: Wann ist Bella endlich nicht mehr solo?

Hannelore Hoger: Wir arbeiten dran. Ob es Liebe ist, weiß man noch nicht – aber in der 33. Folge gibt es eine Begegnung mit Peter Simonischek.

HÖRZU: Wie soll Bella mal abtreten? Auf dramatische Art sterben oder im Altenheim?

Hannelore Hoger: Keine Sorge, ich höre vorher auf.

HÖRZU: Vielen Dank, Hannelore Hoger, für das Interview.

Autor: Mike Powelz

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