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House of Cards mit Kevin Spacey und Robin Wright
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Frank Underwood (Kevin Spacey, l.) und Ehefrau Claire (Robin Wright) bei einem Empfang. - Foto: © Sony Pictures

Neue Serie mit Kevin Spacey

"House of Cards"

  • Artikel vom 09. November 2013

Dass in der Politik mit harten Bandagen gekämpft wird, ist bekannt. Der Übergang vom Gestaltungswillen zur Machtgeilheit ist fließend, und von der Kompromissbereitschaft ist es häufig nur ein kleiner Schritt hin zur Korrumpierbarkeit. Auch in der US-Politik geht es manchmal mehr um Egos als um Volkes Willen – Stichwort Haushaltsstreit.

Allerdings gibt es jetzt in Washington einen neuen Mitspieler, der alle modernen Machiavellis in den Schatten stellt – den Kongressabgeordneten Frank Underwood. Zum Glück existiert Underwood nicht tatsächlich. Das vergisst jedoch schnell, wer sich "House of Cards" anschaut.


TV-Tipp

"House of Cards"
Erfolgsserie über den Rachefeldzug eines gekränkten US-Politikers
Sonntag, 10.11., SAT.1, 23.15 UHR (s. auch TV-Tipps rechts)

Kevin Spacey in House of Cards
Rachsüchtiger Politiker: Frank Underwood (Kevin Spacey). - Foto: © Sony Pictures Television

In der neuen US-Hitserie plant der ehrgeizige Politiker Underwood (aalglatt und diabolisch: Kevin Spacey) seine Rache, weil er nach einer gewonnenen Wahl den versprochenen Posten als Außenminister nicht bekommen hat. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Claire (Robin Wright) spinnt er skrupellos seine Intrigen. Dazu gehört es auch, der jungen Journalistin Zoe Barnes (Kate Mara) gezielt geheime Informationen zuzuspielen.

Der Zuschauer als Komplize

Garant für die Qualität der US-Serie sind neben Kevin Spacey vor allem die Macher, die zu den Besten ihres Fachs gehören. Hollywoodregisseur David Fincher ("The Social Network", "Sieben") hat zwei Folgen inszeniert, die Drehbücher stammen von Autor Beau Willimon, der bereits für den Politthriller "The Ides of March" Oscar-nominiert war.

Die Vorlage für "House of Cards" lieferte die gleichnamige BBC-Miniserie von 1990. Ihr entstammt auch der ungewöhnliche Kniff, regelmäßig die Hauptfigur direkt in die Kamera sprechen zu lassen und so den Zuschauer in deren Pläne einzuweihen.

Die Rechnung ging voll auf: Bei den Emmys 2013 war die US-Version neunmal nominiert, unter anderem als beste Dramaserie. Eine echte Premiere, denn erstmals wurde mit der Netflix-Produktion ein für das Internet gedrehtes Format bei den "TV-Oscars" berücksichtigt. Fincher gewann dann auch den Preis als bester Regisseur. Völlig verdient, denn Kevin Spacey beim raffinierten Rachefeldzug zuzusehen ist jederzeit ein Vergnügen – obwohl er uns Zuschauer zu seinen Komplizen macht. Oder vielleicht gerade deswegen.

Autor: Michael Tokarski

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