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Start der 3. Staffel Weissensee
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"Weissensee": Die Mauer ist offen. Dreht Falk Kupfer (Jörg Hartmann) jetzt
völlig durch? Foto: © ARD/Julia Terjung

Start der 3. Staffel "Weissensee"

Findet Martin seine Tochter wieder?

  • Artikel vom 28. September 2015

Für einige Momente scheint alles wie immer: Die junge Westjournalistin Katja Wiese wird am DDR-Grenzübergang schikaniert. Stasimann Falk Kupfer lässt Bürgerrechtler von der Straße "kaschen". Und im Ministerium für Staatssicherheit, kurz MfS, zoffen sich die Falken mit den Tauben: Wie sollen sie die spürbare Unruhe im Volk unter Kontrolle bekommen? ("Weissensee" , 3. Staffel in Doppelfolgen ab 29.9., 20.15 Uhr, Das Erste)

Es ist der 9. November 1989 – und noch ahnt niemand, dass in der Nacht die Mauer fallen und die DDR von heute auf morgen Geschichte sein wird. Genau an diesem Punkt setzt die dritte Staffel von "Weissensee" ein. Im Mittelpunkt der hochgelobten, preisgekrönten Serie stehen die zwei verfeindeten Brüder Falk (Jörg Hartmann) und Martin Kupfer (Florian Lukas ), der eine systemtreu, der andere staatsfern. Während die Demonstranten auf der Straße lauter werden, stemmt sich Falk mit allen Mitteln gegen den drohenden Machtverlust.

"Weissensee": Martins Tochter ist verschwunden

Martin hingegen versinkt in privatem Kummer. Seit dem Unfalltod seiner großen Liebe Julia treibt ihn nur eines an: die Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Als er endlich eine Spur entdeckt, heißt es, sie habe mit ihrer Adoptivfamilie "über Ungarn nach drüben gemacht". Wieder scheint alles verloren. Doch dann geschieht das Wunder: Die Grenze geht auf.

Jörg Hartmann: Durchbruch als Stasi-Ekel Falk

Die Ereignisse der Nacht vom 9. auf den 10. November sind an sich hochdramatisch. Kein Regisseur, der das Leben im Ostberlin der DDR-Zeit beleuchtet, lässt sie sich entgehen. Auch nicht Friedemann Fromm (52), von Beginn an verantwortlich für diese Familiensaga, die bereits in 30 Länder verkauft wurde. Für ihn lautet ihr Erfolgsrezept: "Wir erzählen sehr präzise Zeitgeschichte, die Konflikte der handelnden Personen aber sind zeitlos." Der Stuttgarter gilt als Experte für deutsch-deutsche Themen. Die Idee zu "Weissensee" stammt von Autorin Annette Hess, doch Fromm schrieb einige Drehbücher selbst. Er ist Kopf und Herz der Serie, die Schauspieler verehren ihn. Aus gutem Grund: So verhalf die letzte Staffel Jörg Hartmann als innerlich zerrissenem Stasi-Ekel Falk zum Durchbruch.

Lisa Wagner ist die Neue in "Weissensee"

Auch dieses Mal ist er als Bösewicht der heimliche Star. Doch Florian Lukas hat als Falks Bruder Martin ebenso starke Szenen. Der Mauerfall bietet ihm neue Chancen – und eine neue Liebe. Gespielt wird sie von Lisa Wagner ("Kommissarin Heller"). Ein echter Gewinn für das Spitzenensemble um Hartmann, Lukas, Katrin Sass, Anna Loos und Uwe Kockisch: "Lisa kommt aus Rheinland-Pfalz, sie ist jung und wusste deshalb wenig über die Vorwendezeit. Sie bringt frischen Wind ins Team", sagt Lukas. Er selbst stammt wie viele der Darsteller aus dem Osten. 1989 war er 16.

Geht "Weissensee" im Kino weiter?

Am stärksten erinnert er sich an zwei Tage nach dem Mauerfall: "Da war ich erstmals in Kreuzberg und habe mich gewundert, dass das auch Berlin ist." Längst ist er im vereinten Deutschland angekommen. Produzentin Regina Ziegler ist entschlossen, die Geschichte der Menschen aus "Weissensee" weiterzuerzählen. Noch verhandelt sie mit der ARD über eine vierte Staffel. Klappt das nicht, "machen wir einen Kinofilm".

Autor: Sabine Ulrich

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