Aktuelles
Haas (Benno Fürmann) soll Schnell (Thomas Kretschmann) ausspionieren.
Zur Bilderstrecke

Haas (Benno Fürmann) soll Schnell (Thomas Kretschmann) ausspionieren. - Foto: © SAT.1 / Stephan Rabold

Heute: Start des Zweiteilers auf Sat.1

"Die Grenze": neuer Mauerbau in Deutschland

  • Artikel vom 15. März 2010

"Die Grenze", Montag, 15.03.2010, Sat.1, 20.15 Uhr - Teil 1 des spannenden Politthrillers über einen neuen Mauerbau. Teil 2 am 16.03.

Berlin, Tempodrom: Eine Rockband begeistert die Massen. Plötzlich gehen alle Lichter aus. Aus dem Dunkel löst sich eine weiß gekleidete Gestalt, betritt die Bühne und inszeniert sich als Retter der Arbeitslosen und Bewahrer deutscher Werte. Der Name des Volksverführers: Maximilian Schnell. Der Demagoge, der das Konzert für seine Nazipropaganda nutzt, will die bevorstehende Landtagswahl mit rechten Parolen gewinnen und die Kanzlerin stürzen. Als eine von Schnell engagierte falsche Polizeitruppe Demonstranten niederknüppelt, bricht eine Massenpanik aus. "Cut!", ruft Regisseur Roland Suso Richter. "Die Szene ist im Kasten!"

Es ist der 21. Drehtag für den Politthriller "Die Grenze". HÖRZU ist am Set und beobachtet die Entstehung der spannendsten TV-Produktion des Jahres. Der Film stellt eine brisante Frage: Was wäre, wenn sich ein Bundesland von Deutschland abspalten und eine neue Mauer errichten würde? Das Szenario: Deutschland im Mai 2010. Terroranschläge auf Ölraffinerien lassen weltweit die Benzinpreise steigen, die Fußball-Weltmeisterschaft wird abgesagt. In Mecklenburg-Vorpommern, wo bald Landtagswahlen anstehen, steigt die Arbeitslosigkeit. Rostocks Fischer können nicht mehr ausfahren – das Benzin ist zu teuer. In dieser Situation beginnt plötzlich ein Mann, Gratissprit auszugeben: Maximilian Schnell, schwerreich, charismatisch, politisch rechtsextrem (brillant gespielt von Thomas Kretschmann). Er versucht, die Weltwirtschaftskrise für seinen Wahlkampf zu missbrauchen. Als Bundeskanzlerin Carla Reuer (Katja Riemann) die bürgerliche Mitte wegbricht, sucht sie nach Schwächen im "System Schnell" und schleust einen seiner alten Freunde (Benno Fürmann) als Spion wider Willen in Schnells Machtzentrale ein. Das hat gefährliche Konsequenzen. Zuletzt droht sogar der Bau einer neuen Mauer, die Rostock vom Rest Deutschlands abspalten soll.

Ist eine solche Vision überhaupt realistisch? "Ja", sagt der Staatsrechtler Prof. Ulrich Battis von der Humboldt-Universität in Berlin gegenüber HÖRZU. "Der Fachbegriff für diese Entwicklung heißt Sezession. Er beschreibt die Loslösung eines Bundeslandes mit dem Ziel, einen neuen, souveränen Staat zu bilden. Es gibt keinen Völkerrechtssatz, der Sezession ausdrücklich verbietet.“ Ulrich Battis hat die Produzenten beraten und dazu beigetragen, dass der Zweiteiler sein Zukunftsszenario so konsequent durchspielt wie kein anderer TV-Film zuvor.

Autor: Mike Powelz - Fotos: © SAT.1 / Stephan Rabold

Anzeige