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Clint Eastwood in Grand Torino als engstirniger Reaktionär Walt Kowalski.
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Clint Eastwood in Grand Torino als engstirniger Reaktionär Walt Kowalski. Foto © Warner

Jubiläum für Dirty Harry

Clint Eastwood wird 80 Jahre alt

  • Artikel vom 31. Mai 2010

Das Drehbuch seiner Lebensgeschichte dürfte ihm selbst gefallen. Clint Eastwood liebt die etwas spröden Stoffe, die kernige Einzelgänger plötzlich doch noch zum Glänzen bringen und in denen jeder seine zweite Chance beim Schopf packen kann. Vom Studienabbrecher, dessen Familie gezwungen war, während der Depressionszeit Arbeit suchend durch die Weiten des amerikanischen Westens zu ziehen, hat es der unbeugsame 1,90-Meter-Hüne zu einem der bestbezahlten und erfolgreichsten Hollywood-Stars geschafft. Und zwar zu einem, der zu Recht stolz sein kann auf sein Lebenswerk, der nicht allzu viele Kompromisse machen musste. Von Clint Eastwood, der am 31. Mai 80 Jahre alt wird, kann man lernen, wie man in Würde älter wird - und lange jung bleibt.

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Clint-Eastwood-Filmreihe zum Geburtstag des Hollywood-Stars:

■ Samstag, 5. Juni, 03.10 Uhr, ARD: "Sadistico - Wunschkonzert für einen Toten"
■ Samstag, 12. Juni, 0.05 Uhr, ARD, "Hängt ihn höher"
■ Samstag, 19. Juni, 0.05 Uhr, ARD, "Der Mann aus San Fernando"
■ Samstag, 26. Juni, 22:15 Uhr, ARD, "Mit Vollgas nach San Fernando"
■ Samstag, 3. Juli, 22.30 Uhr, ARD, "City Heat - Der Bulle und der Schnüffler"
■ Samstag, 17. Juli, 23.15 Uhr, ARD, "Der Wolf hetzt die Meute"
■ Samstag, 24. Juli, 22.15 Uhr, ARD, "Agenten sterben einsam"
■ Samstag, 31. Juli, 22.15 Uhr, ARD, "Zwei glorreiche Halunken"
■ Samstag, 7. August, 23.00 Uhr, ARD, "Die Brücken am Fluß"

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Man muss gar kein großer Filmkenner sein, um von der Lebensleistung des zurückhaltenden, im Alter immer milder gewordenen Kaliforniers begeistert zu sein. Mit den Oscar-Erfolgen "Mystic River", "Million Dollar Baby", aber auch gefeierten cineastischen Meisterwerken wie "Gran Torino" oder den beiden Kriegsfilmen "Flags of Our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" brachte Eastwood allein in den letzten Jahren gleich mehrere bemerkenswerte Filme an die Kinokassen - abwechselnd als Produzent, Regisseur und Schauspieler. Sein jüngstes Drama "Invictus - Unbesiegt", das Episoden aus dem Freiheitskampf der Schwarzen in Südafrika als Sportfilm inszeniert, brachte den Hauptdarstellern Morgan Freeman und Matt Damon Oscar-Nominierungen ein. Und die kreative Unruhe des Hollywood-Seniors ist ungebrochen. Er möchte weiter Filme machen.

Vielleicht liegt diese ansteckende Energie - Eastwood ist etwa berühmt und bei seinen Geldgebern beliebt dafür, dass er seine Drehprojekte manchmal sogar vor Ablauf des berechneten Produktionsplans fertig stellt - auch daran, dass er ein klassischer Spätzünder ist. Ein Mann, der offenbar vieles schaffen möchte, weil er einiges aufzuholen hatte. Nach eher bescheidenen Anfängen als TV-Star - Eastwood saß für über 200 Episoden der Westernserie "Tausend Meilen Staub" im Sattel - wurde er über einen Umweg weltberühmt. Weil dem italienischen Regisseur Sergio Leone das Geld fehlte, teure Hollywoodstars wie Henry Fonda oder James Coburn zu verpflichten, wurde er auf den zuvor wenig beachteten, allerdings sehr gut aussehenden Nebendarsteller Eastwood aufmerksam.

Autor: teleschau / Rupert Sommer

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