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 "Babylon Berlin" / Foto © Frédéric Batier, X Filme

Volker Bruch als Kommissar in "Babylon Berlin". / Foto © Frédéric Batier, X Filme

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Babylon Berlin • Deutschlands teuerste Serie – Trailer & mehr

  • Artikel vom 13. Oktober 2017

"Babylon Berlin" ist jetzt schon eine Ausnahmeserie – in Sachen Kosten, Aufwand und Stars. Ob der Krimi aus der Hauptstadt hält, was er verspricht, erfahren wir beim TV-Start.


∙ Trailer
∙ Die Schauspieler & ihre Rollen
∙ Was passiert in Staffel 1 und 2?
∙ Neues zu Staffel 2
∙ Streaming & TV: Wann und wo kann man die Serie sehen?
∙ Buchvorlage: Volker Kutschers Bestseller-Krimis
∙ Drehorte und Kulisse
∙ Die Produktionskosten
∙ Die Macher

Es geht um

… das glamouröse Berlin der goldenen Zwanziger, in dem sich der junge Kommissar Gereon Rath auf einen Fall einlässt, der sein Leben verändern wird.

Sollte man sehen weil

… das die bislang teuerste und aufwändigste deutsche Serie ist, die je gedreht wurde. Außerdem dient die Bestseller-Krimireihe von Volker Kutscher als Vorlage und Erfolgsregisseur Tom Tykwer ist mit an Bord.

"Babylon Berlin" – Trailer

Da ist er, der allererste kurze Trailer zur Serie – und er ist ganz schön dramatisch:

Noch mehr Ausschnitte lieferte dieser Clip von der ersten Pressekonferenz, bei dem die Macher und Stars auch zu Wort kommen. Spannend:

"Babylon Berlin" – Die Schauspieler & ihre Rollen

Volker Bruch spielt Gereon Rath

Gereon Rath zieht es eigentlich nicht in die Hauptstadt, aber er wird von Köln nach Berlin versetzt, um die Machenschaften eines Pornorings aufzudecken. Schon bald muss er folgenschwere Entscheidungen treffen, die seine Loyalität und seinen Gerechtigkeitssinn auf eine harte Probe stellen.


Foto © Frédéric Batier, X Filme

Volker Bruch wurde einem größeren Publikum durch seine Rolle als Charles Spatz in "Das wahre Leben" mit Katja Riemann bekannt und wirkte im Anschluss in erfolgreichen TV-Produktionen wie "Rose" und "Nichts ist vergessen" mit. Neben zahlreichen Serienengagements machte der gebürtige Münchner vor allem durch seine Hauptrolle als Wehrmachts-Offizier Wilhelm Winter "Unsere Mütter, unsere Väter" auch auf der internationalen Bühne auf sich aufmerksam. Die Produktion konnte 2014 einen International Emmy Award ergattern, Bruch selbst erhielt den Bayerischen Fernsehpreis. Auf der Kinoleinwand ist der Schauspieler ein bekanntes Gesicht und wirkte in Produktionen wie "Der Rote Baron" mit Matthias Schweighöfer und Til Schweiger, "Der Vorleser" und "Der Baader Meinhof Komplex" mit. Als Hauke Wölki sah man ihn zuletzt in Bora Dagtekins "Fack ju Göhte 2" an der Seite von Elyas M'Barek und Karoline Herfurth.

Liv Lisa Fries spielt Charlotte Ritter

Charlotte ist eine Einzelkämpferin in der "Roten Burg", dem Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Die Stenotypistin ist die einzige Frau bei der Mordinspektion, schlecht bezahlt und absolut unterschätzt. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und wird durch ihre Ambitionen und ihren Wissenshunger zu einer wertvollen Verbündeten für Kommissar Rath.


Foto © Frédéric Batier, X Filme

Liv Lisa Fries wurde für die Darstellung der gewalttätigen Jugendlichen Linda im 2010er-Film "Sie hat es verdient" mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter auch den Günter-Strack-Fernsehpreis. Der Bayerische Filmpreis, der Max-Ophüls-Preis und der Deutscher Regiepreis Metropolis folgten im Jahr 2014 für "Und morgen Mittag bin ich tot", in der sie die 22-jährige Lea mimte, die seit ihrer Kindheit an Mukoviszidose erkrankt ist. Zuletzt war sie in Oliver Alaluukas' Film "Rakete Perelman" zu sehen, der im Januar 2017 in die Kinos kam.

Weitere Rollen

Leonie Benesch spielt Greta. Benesch hat schon vor ihrer Hauptrolle in "Babylon Berlin" in einigen Serien Gastauftritte absolviert. Darunter in "SOKO Köln" aber auch im englisch-amerikanischen Netflix-Original "The Crown". Ihr Kinodebüt gab sie schon früh in "Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte ".

Waléra Kanischtscheff spielt Fallin. Kanischtscheff spielte bereits in zahlreichen Produktionen, darunter in Miguel Alexandres "Der Mann mit dem Fagott" und Uli Edels Miniserie "Das Adlon. Eine Familiensaga". Doch auch in internationalen Produktionen wirkt der Ukrainer mit und war als Synchronsprecher unter anderen in "Bube, Dame, König, grAS", "Downtown Abbey", "Criminal Minds" und "96 Hours – Taken 3" zu hören.

Peter Kurth spielt Bruno Wolter, Raths Partner. Dem breiten Publikum ist er vor allem durch seine Rolle als Frankfurter "Tatort"-Kommissar Erik Seidel an der Seite des Ermittlerduos Steier und Mey bekannt. Im Kino wirkte er zudem in Filmen wie "Good Bye, Lenin!", "Hallesche Kometen" und "Die Kleinen und die Bösen" mit.
Dmitri Alexandrov spielt Selenskij. Alexandrov ist seit den frühen 80ern in TV- und Theaterproduktionen zu sehen und arbeitet zudem als Synchronsprecher. Der gebürtige Russe wirkte unter anderen in "Balko", "Alarm für Cobra 11" und "Küstenwache" mit, von 2010 bis 2011 spielte er den Dimitri Levin in der Serie "Die Anrheiner".

Joachim Paul Assböck spielt Major Beck. Assböck feierte sein Schauspieldebüt 1993 in Steven Spielbergs "Schindlers Liste" und konnte auch weitere kleine Rollen in internationalen Produktionen wie "The Musketeer" und "Der Pianist" ergattern. Im deutschen Fernsehen war er unter anderen in Serien wie "Tatort", "Nikola" und "Balko" sowie in Filmen wie "Die Tränen meiner Mutter" und "Liebling, weck die Hühner auf" zu sehen.

Matthias Brandt ist neben seinem Theater- und Hörbuchengagements auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie etwa den Bayerischen Fernsehpreis für "In Sachen Kaminski", Adolf-Grimme-Preise für "Die zweite Frau" und "Eine mörderische Entscheidung" sowie 2013 den Deutschen Fernsehpreis als Deutschlands bester Schauspieler.


Foto © Frédéric Batier, X Filme

Pit Bukowski spielt Erich Ritter. Neben einigen Episodenrollen im "Tatort" wirkte Bukowski zudem in Produktionen wie "Sie haben Knut" an der Seite von Alexandra Neldel, in der Serie "Mord mit Aussicht" und "Kommissar Stolberg" sowie in Nicolette Krebitz' "Wild" mit, das im Januar 2016 beim Sundance Film Festival uraufgeführt wurde.

Denis Alexandrowitsch Burgaslijew spielt Trochin. Burgaslijew ist nicht nur in seinem Heimatland Russland in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, sondern konnte auch eine Rolle im Hollywood-Blockbuster "Die Bourne Verschwörung" ergattern. Hierzulande kennt man ihn vor allem als Andrej in der Serie "Die Pfefferkörner".

Thomas Chemnitz spielt Hauschild. Chemnitz kennt man aus Produktionen wie "Das Schwein - Eine deutsche Karriere", "Video Kings", "Deutschland 83" und "Der ewige Gärtner" an der Seite von Ralph Fiennes und Rachel Weisz.

Oleg Tikhomirov spielt Boris Wolkow. Wie sein Schauspielkollege Thomas Thieme wirkt auch Tikhomirov bei der Serie "Tempel" mit. An der Seite von Ken Duken und Aleksandar Jovanovic verkörpert er die Rolle des Mafia-Mitläufers Goran.

Throwback2016 - buddymoment #babylonberlin #tomtykwer #dampflok #actor #waitforit

Ein von Oleg Tikhomirov (@oleg_tikho) gepostetes Foto am

Anton von Lucke spielt Stephan Jänicke. Von Lucke ist noch relativ neu im Filmgeschäft und debütierte in der Titelrolle in François Ozons "Frantz", das bei den Filmfestspielen von Venedig 2016 Weltpremiere feierte.

Roland Wolf spielt Moka Efti. Wolf ist ein gefragter Theaterschauspieler und feierte unter anderem mit Sönke Wortmanns Komödie "Frau Müller muss weg" große Erfolge. Im Fernsehen war er unter anderen in Produktionen wie "Schoßgebete", "Soko" und "Wolfsland – Tief im Wald" zu sehen.

Lars Eidinger machte sich neben seinen Theaterengagements auch als Filmschauspieler einen Namen und spielte unter anderen in Maren Adens "Alle anderen" und "Die Wolken von Sils Maria" mit Kristen Stewart mit. Im deutschen Fernsehen ist in Produktionen wie "Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte" und "Familienfest" auch in Serien wie "Tatort", "Der Dicke" und "Polizeiruf 110" zu sehen.

Christian Friedel stand bereits für große Produktionen wie Matthias Schweighöfers und Friedrich Mückes "Russendisko" und "Elser – Er hätte die Welt verändert", in dem er den Hitler-Attentäter Georg Elser verkörperte, vor der Kamera. In dem mit der Goldenen Palme von Cannes prämierten Film "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte" spielte er 2009 die Hauptrolle des Lehrers.

Benno Fürmann gelang der Durchbruch im Jahr 2000 mit dem Film "Anatomie" an der Seite von Franka Potente, international machte er sich vor allem durch Brian Helgelands "Sin Eater – Die Seele des Bösen" mit Heath Ledger einen Namen. Seitdem ist er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen wie "Die Sturmflut", "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" sowie "Der blinde Fleck" zu sehen und leiht Kinohelden wie Shrek und dem gestiefelten Kater seine Stimme.

Fritzi Haberlandt war bereits in vielen Episodenrollen "Tatort" zu sehen und machte sich als Filmschauspielerin vor allem durch ihre Rollen in "liegen lernen", für die sie mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, und "Fenster zum Sommer" einen Namen. Zuletzt stand sie für den Kinofilm "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" vor der Kamera, in dem sie die Rolle der Frau Bebber verkörpert.

Jeanette Hain konnte bereits mit ihrer Hauptrolle der Niki in "Bis in die Spitzen" Serienerfahrung sammeln. Doch auch auf der großen Leinwand ist sie keine Unbekannte und wirkte in Produktionen wie "Der Vorleser", "Victoria, die junge Königin", "Winterkartoffelknödel" und "Honig im Kopf" mit.

Hannah Herzsprung wurde für ihre Rollen in "Vier Minuten", die Serie "Weissensee" und "Das wahre Leben", in dem sie eine suizidgefährdete Jugendliche spielte, mit Preisen überhäuft. In "Der Baader Meinhof Komplex" verkörperte sie die Terroristin Susanne Albrecht und wirkte an der Seite von Daniel Brühl im Kinofilm "Lila, Lila" mit. Zuletzt war sie im Film "Die Blumen von gestern" zu sehen, der im Januar 2017 in den deutschen Kinos anlief.

Karl Markovics wurde für seine Rolle als Kommissar Stockinger in "Kommissar Rex" und inj der nachfolgenen eigenen Serie nicht nur in seinem Heimatland Österreich gefeiert. Auch auf der großen Leinwand ist er in Filmen wie "Geboren in Absurdistan", "Nanga Parbat", "Die Vermessung der Welt" und "Grand Budapest Hotel" zu sehen.

Udo Samel ist ein bekannter Theaterschauspieler, der im Fernsehen vor allem durch Rollen wie "Tatort", "Ein Fall für zwei" und "Durchreise – Die Geschichte einer Firma", in der er die Rolle des jüdischen Kaufmanns Max Salomon spielt, auf sich aufmerksam macht. Bekannt ist er auch als Präfekt Locmariaquer in der ARD-Reihe um "Kommissar Dupin".

Ernst Stötzner ist vor allem für seine Rolle als Richard, den Vater der Titelfigur "Helen Dorn", gespielt von Anna Loos, bekannt. Doch auch in Serien wie "Tatort" und "Letzte Spur Berlin" hatte der Schauspieler, der sich auch am Theater und als Sprecher einen Namen gemacht hat, bereits einige Episodenrollen.

Thomas Thieme kennt man aus Serien wie von "Rosa Roth", "Ein Fall für Zwei: Reloaded" und als skrupellose Kiezgröße Jakob in "Tempel" mit Ken Duken. Zudem war er in großen Kinoproduktionen wie "Der Untergang" und "Das Leben der Anderen" zu sehen und zählt zu einen der beliebtesten Hörspielsprecher Deutschlands.

Sebastian Urzendowski ist vor allem durch seine Rolle als Juan Borgia Lanzol in der Serie "Borgia" bekannt. Zuletzt verkörperte er im dreiteiligen Filmprojekt "Mitten in Deutschland: NSU" die Rolle des Uwe B.

Was passiert in Staffel 1 und 2?

1929 herrscht Unruhe in Berlins Straßen, der Niedergang der Weimarer Republik steht bevor. In dieser Zeit des Umbruchs kommt der Kölner Kommissar Gereon Rath in die Stadt, um sich eines Erpressungsfalls anzunehmen, der mit einem von der Berliner Mafia geführten Pornoring in Verbindung steht. Bald entpuppt sich dieser Fall als vielschichtige und gefährliche Herausforderung, in der es auch um Drogen und Waffenschmuggel geht und die einen gigantischen Skandal auslösen könnte

Hinzu kommt ein beängstigendes Ausmaß an Korruption, die bis in die höchsten Ebenen des Berliner Polizeipräsidiums zu reichen scheint. In der "Roten Burg" vertraut Rath schnell keinen mehr, nur sein Partner Bruno Wolter und die Stenotypistin Charlotte Ritter zählen noch zu seinen Verbündeten. Es wird immer schwerer für den jungen Ermittler, sich zwischen seiner Loyalität und dem Drang, die Wahrheit herauszufinden, zu entscheiden.


Foto © Frédéric Batier, X Filme

Neues zu "Babylon Berlin" Staffel 3

Ob und wann eine dritte Staffel gedreht wird, ist bislang noch nicht bekannt. Doch es sieht gut aus: Der internationale Weltvertrieb läuft auf Hochtouren, Sender aus Großbritannien, Spanien, Italien, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Belgien wollen "Babylon Berlin" einkaufen. Und auch die Verhandlungen mit den USA, Frankreich und weiteren europäischen sowie lateinamerikanischen Ländern stehen nach Aussage von Jan Mojito, Chef der Beta Film und Koproduktion, kurz vor dem Abschluss.

Auf eine Fortsetzung hofft nach eigener Aussage auch ARD-Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl, die von der Produktion begeistert ist und die Geschichte gerne in neuen Episoden weitererzählen würde.

Natürlich muss hier wie immer abgewartet werden, wie die ersten beiden Staffeln vom TV-Publikum aufgenommen werdern, bevor neue Folgen in Auftrag gegeben werden. Wir informieren hier, sobald es offizielle Informationen zu Staffel 3 gibt..


Foto © Frédéric Batier, X Filme

TV & Streaming: Wann und wo kann man die Serie sehen?

Die Serie startet am 13. Oktober 2017 auf Sky 1 mit Doppelfolgen.

Im Free-TV sollen die beiden Staffeln von "Babylon Berlin" gute zwölf Monate später zu sehen sein. Voraussichtlich November 2018 laufen pro Staffel acht 45-minütige Episoden dann bei der ARD über den Bildschirm. Wir melden die genauen Ausstrahlungstermine, wenn es dazu offizielle Informationen gibt. Doch eins versicherte Programmdirektor Volker Herres bereits: "Es gilt 'online first' – in unserer Mediathek wird die Serie vor der linearen Ausstrahlung abrufbar sein."


Die erste Präsentation des gemeinsamen Serienprojekts "Babylon Berlin" von X Filme Creative Pool, ARD, Sky und Beta Film am 10.02.2016 auf einer Pressekonferenz im Berliner Babylon Kino. / Foto: © ARD/X Filme/Michael Tinnefeld

Buchvorlage: Volker Kutschers Bestseller-Krimis

Als Autor Volker Kutscher 2007 den ersten Fall um Kommissar Gereon Rath "Der nasse Fisch" veröffentlichte, wurde er auf Anhieb ein Bestseller. Kein Wunder, war der Historienkrimi mit realen und fiktiven Charakteren aus der Zeit der Weimarer Republik bis dahin noch ein Novum. Und die Begeisterung für diesen Stoff blieb, auch die anschließenden Bücher "Der stumme Tod", "Goldstein", "Die Akte Vaterland", "Märzgefallene" und "Lunapark" bestätigten den Auftakterfolg.

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Die Erfolgsreihe um Kommissar Gereon Rath von Volker Kutscher / Foto: © Amazon / Bearbeitung hoerzu.de

Inspiration für die Kombination aus klassischen Noir-Elementen und deutscher Geschichte erhielt Kutscher durch US-Serien wie "Boardwalk Empire", "Six Feet Under" und "Mad Men". Auch die "Sopranos" waren wegweisend: "Die neue Art, Geschichten zu erzählen, die diese Fernsehserie aufbrachten, und mit der sie eine neue Tradition begründete, hat mit Sicherheit auch mein Schreiben beeinflusst, jedenfalls mein fiktionales Denken", so der Autor.

Drehorte und Kulisse

Sieben Monate, 185 Drehtage und 2.200 Stunden Drehmaterial erforderte das opulente Serienwerk. Und das ist noch nicht alles an beeindruckenden Zahlen: 5.000 Komparsen und 230 Sprecherrollen waren zu koordinieren. Auch der erfahrene Szenenbildner Uli Hanisch, der schon zuvor mit Regisseur Tom Tykwer zusammengearbeitet hat, war beeindruckt: "Zwar waren die Hollywoodproduktionen, die ich gemacht habe, budgetmäßig größer, aber hier haben wir eine besondere neue Herausforderung: Es gibt 16 Drehbücher, drei Regisseure und 300 verschiedene Locations in 185 Drehtagen. Insofern ist es quantitativ eine größere Nummer."

Auch die die historischen Kulissen erforderten einen enormen Aufwand: In zwei Jahren entstanden im Babelsberger Studio in Potsdam vier verschiedene Straßenzüge, die das Berlin der Zwanziger Jahre so realistisch wie möglich erscheinen lassen sollten. Von der "Neuen Berliner Straße", in der die Charlottenburg direkt neben dem Elendsviertel angesiedelt ist, gibt es vier Versionen - eine sehr moderne, eine reiche, eine mittelprächtige und eine heruntergekommene. 54 Häuserfassaden wurden auf einer 15.000 Quadratmeter großen Fläche errichtet.

Kulissen Alex #babylonberlin Dreharbeiten

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Neben den Bauten wurde auch an Originalschauplätzen in Nordrhein-Westfalen (Kommissar Rath kommt ja ursprünglich aus Köln), Brandenburg und Berlin gedreht. So darf der Alexanderplatz in der Serie natürlich nicht fehlen oder das Rote Rathaus, das in "Babylon Berlin" für den Außendreh des Polizeipräsidiums "Rote Burg" verwendet wurde.

So viel kostete die Serie

So viel Geld wurde für eine deutsche Serienproduktion noch nie investiert: Das Mammutprojekt "Babylon Berlin" wurde mit einem Budget von 40 Millionen Euro geplant, doch die Arbeit an den zwei Staffeln mit je acht 45-minütigen Folgen sind noch nicht abgeschlossen. Angeblich soll es in nächster Zeit sogar noch einen Nachdreh geben, wie Hauptdarstellerin Liv Lisa Fries auf der Berlinale verriet. Auf die Nachfrage, warum sie noch ihren Zwanziger Jahre-Haarstil trage antwortete sie: "Weil ich es mag und weil wir in Kürze noch einen Nachdreh haben."

Die Produktionskosten sind bei dem Aufwand (Schauspielergagen, Kostümen, Requisiten, Kulissen, Effekte) nachvollziehbar, doch wie bereits erwähnt, einzigartig in der nationalen Seriengeschichte. Zum Vergleich: Eine "Tatort"-Folge kostet im Schnitt zirka 1,27 Millionen Euro, eine Episode von "Babylon Berlin" ist ungefähr 2,5 Millionen Euro wert.

Finanziert wird die opulente Produktion vom Pay-TV-Sender SKY, der ARD und X Filme Creative Pool. Eine zusätzliche Förderung von 150.000 Euro gab es durch das Medienboard Berlin-Brandenburg.


Foto © ARD, X Filme, Michael Tinnefeld

Die Macher

"Lola rennt"-Regisseur Tom Tykwer hat sich auch in Hollywood mit internationalen Kinoproduktionen wie "The International", "Cloud Altas" und "Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders" einen Namen gemacht. Und nicht nur die Kinoleinwand hat es ihm angetan, sondern auch das Fernsehen: Für Netflix wirkte er bereits an der Serie "Sense8" mit, mit "Babylon Berlin" will er einen weiteren internationales TV-Highlight schaffen.


Hendrik Handloegten, Tom Tykwer, Achim von Borries (v.l.n.r.) / Foto: © ARD, X Filme/Michael Tinnefeld

An seiner Seite stehen Henk Handloegten und Achim von Borries. Handloegten machte sich vor allem durch seine Regie des Films "Sechzehneichen" einen Namen, für den er eine Nominierung für den Adolf Grimme-Preis erhielt. Achim von Borries feierte mit dem Film "England" ein mit zahlreichen Preisen anerkanntes Kinodebüt, bekannt ist er auch für sein Drehbuch zu "Jeder stirbt für sich allein" mit Daniel Brühl und Emma Thompson.

"Babylon Berlin" ist eine Koproduktion von Beta Film, ARD, SKY und der Produktionsfirma X Filme Creative Pool, die von Tom Tykwer und Stefan Arndt mitbegründet wurde. Arndt, der bereits für Produktionen wie "Goodbye, Lenin" und "Cloud Atlas" internationale Anerkennung fand, fungiert neben Michael Polle und Uwe Schott auch als Produzent.

Autor: Claudia Donald

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