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''Wetten, dass ..?''-Moderator Markus Lanz
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Moderator Markus Lanz und die Verantwortlichen des ZDF haben das ''Wetten, dass ..?''-Showkonzept überarbeitet. / Fotos: © picture alliance/Eventpress pixel

Die Änderungen nach der Sommerpause

Alles neu bei ''Wetten, dass ..?'' mit Markus Lanz

  • Artikel vom 05. Oktober 2013

Deutschlands beliebteste Fernsehshow kehrt aus der Sommerpause zurück: Am 5. Oktober begrüßt Moderator Markus Lanz (44) internationale Superstars wie Harrison Ford, Cher und Sylvester Stallone in Bremen. Und überrascht mit neuen Ideen für seine zweite Amtszeit bei ''Wetten, dass ..?''. HÖRZU verraten Lanz, ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs und ''Wetten, dass..?''-Redaktionsleiter Oliver Heidemann exklusiv, was anders wird.

HÖRZU: Angeblich wollen Sie sich wieder mehr an den Sehgewohnheiten des Gesamtpublikums orientieren. Was heißt das genau?

Oliver Fuchs: Wir werden den Markenkern von "Wetten, dass ..?", der 32 Jahre alt ist, wieder stärker herausarbeiten. Das heißt: Wir konzentrieren uns noch mehr auf die Wetten – und sorgen dafür, dass sie im Mittelpunkt stehen. Eine unnötige, zu starke Ablenkung durch Nebenschauplätze soll es nicht mehr geben.

HÖRZU: Planen Sie auch Änderungen in der Gästeliste, sodass in jeder Show wieder mehr hochkarätige, international bekannte Prominenz auf dem Sofa sitzt? Motto: Mehr Glamour durch Weltstars?

Markus Lanz: Ich halte jeden deutschen Star für mindestens so hochkarätig wie einen internationalen. Und ein gut gelaunter Matthias Schweighöfer ist uns genauso lieb wie ein gut gelaunter Denzel Washington. Aber natürlich freuen wir uns über jeden Weltstar, der vorbeischaut. Und nachdem es in den vergangenen Sendungen ein paarmal terminlich nicht so gepasst hat, freuen wir uns umso mehr auf Bremen: Cher, Harrison Ford und Sylvester Stallone – also ein Oscar und dazu Indiana Jones, Han Solo, Rocky und Rambo. Fehlt eigentlich nur noch der schwer atmende Darth Vader. Aber wenn ich von der "Bild"- Zeitung weiter so verprügelt werde, kann ich den ja bald selbst spielen.

HÖRZU: Was wäre für Sie eine optimale Zusammensetzung der Gästeliste?

Markus Lanz: Hollywood und Deutschland sitzen gemeinsam auf dem Sofa und sehen Robbie Williams beim Singen zu.

HÖRZU: Wer wird die neue Assistentin?

Oliver Fuchs

Oliver Fuchs (oben, Foto: © ZDF und Sascha Baumann): Das bleibt erst mal offen. Im Oktober tritt Markus jedenfalls allein an.

HÖRZU: Wie verändern Sie das Studio optisch?

Oliver Fuchs: Wir werden keine großen Veränderungen vornehmen. Es ist nach wie vor Europas größtes Set. Wir bringen ein bisschen mehr Wärme ins Spiel und tauschen die etwas helleren, leuchtenden Töne aus gegen etwas wärmere, dunklere. Zu guter Letzt werden die Wettkandidaten künftig etwas näher bei ihren Familien und Freunden sitzen.

HÖRZU: Steht denn die "Lanz-Challenge" tatsächlich auf der Kippe?

Markus Lanz: Wir werden in Bremen eine ganz klassische Show machen, und ich verhehle nicht, dass ich nicht undankbar dafür bin, vorerst keine neuen Limbo-Tänze aufführen zu müssen. Trotzdem finde ich: Die Challenge war ein schönes Element, um einem Menschen aus dem Publikum mit einer tollen Reise eine Freude zu machen. Deshalb werden wir weiter über der Idee brüten.

HÖRZU: Was wird sich noch ändern?

Oliver Heidemann: Wir werden die Gäste wieder nacheinander begrüßen, denn wir haben gemerkt, dass es in der ersten Talkrunde, nachdem alle gemeinsam aufgetreten sind, zu voll auf dem Sofa geworden ist. Das hat es schwer gemacht, jeden Gast angemessen zu begrüßen. Deshalb bekommen die Prominenten künftig wieder einen Einzelauftritt.

HÖRZU: Stichwort Product Placement, also verdeckte Werbung, etwa für Autos: Wie wollen Sie hier Transparenz schaffen?

Oliver Fuchs: Es gab Vorwürfe, an denen nach intensiver Prüfung nichts dran war. Heute sind wir noch vorsichtiger, um auch nur den Anschein von Ungereimtheiten zu vermeiden. Mit Audi hatten wir einen Vertrag, der juristisch sauber war und den Regeln des Hauses sowie den gesetzlichen Bestimmungen entsprach. Als klares Signal wird es künftig keine Autos mehr als Gewinn geben.

HÖRZU: 2014 soll das Sommer-Spezial von ''Wetten, dass ..?'' ausfallen. Warum?

Oliver Fuchs: 2014 ist ein Sportjahr mit einer großen Fußball-WM, in dem sich ein Event wie dieses nicht platzieren lässt. Ob wir im Jahr 2015 wieder mit einem Sommer-Spezial aufwarten, verraten wir noch nicht.

HÖRZU: Wird Samuel Koch, dessen tragischer Wettunfall zum Rücktritt von Thomas Gottschalk führte, irgendwann als Gast in die Show eingeladen werden?

Oliver Fuchs: Samuel Koch wird immer mit der Geschichte von "Wetten, dass ..?" verbunden sein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, ihn irgendwann als Gast in der Sendung zu haben. Noch in diesem Herbst wird das ZDF Samuel Koch in einer "37°"-Folge porträtieren.

Samuel Koch

Der ehemalige ''Wetten, dass ..?''-Kandidat Samuel Koch, der während der Show am 4. Dezember 201 schwer verunglückte / Foto: © picture alliance/Geisler-Fotopress

HÖRZU: Thomas Gottschalk hält die Zeit des Showklassikers für abgelaufen. Zitat: "Vor 30 Jahren saßen Lilly Palmer und Curd Jürgens auf dem Showsofa, und jeder wusste, wer das ist. Heute sitzt da Keisha – und keiner über 30 weiß warum. Und wenn Sophia Loren reinkommt, fragen sich alle unter 40, wer die Oma reingelassen hat."

Markus Lanz: Das sehe ich ganz anders. Denn es gibt etwas, das die Sendung nach wie vor einzigartig macht – und das sind die Wetten. Tag für Tag schicken uns Zuschauer unglaubliche Ideen, und wir freuen uns über jede einzelne! Auch in Bremen werden wieder ganz spektakuläre Dinge passieren.

HÖRZU: Wollen Sie auch die Wetten verändern?

Oliver Heidemann: An den Wetten selbst muss nicht geschraubt werden. Sie bleiben gleichermaßen überraschend, skurril und lustig. Aber wir arbeiten weiterhin mit klassischen Außenwetten – und mit Stadtwetten. In Bremen wird es eine kombinierte Saal-Stadt-Wette geben. Wetten wie diese gehören zum Markenkern von "Wetten, dass ..?".

HÖRZU: Ganz ehrlich: Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer ersten Saison?

Markus Lanz: Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas zu mutig waren. Andererseits: Wären wir es nicht gewesen, hätte man uns zu Recht Mutlosigkeit vorgeworfen. Und ich glaube, ich trete keinem zu nah, wenn ich sage, dass sich der eine oder andere sehr liebevoll an der Show abgearbeitet hat. Das war nicht immer schön, aber im Gesamtpaket enthalten.

Oliver Fuchs: Wenn man sich die Marktanteile anschaut, sind wir sehr zufrieden. Es ist falsch, die absolute Zuschauerzahl als Gradmesser heranzuziehen. Wir sind immer noch die erfolgreichste Show im deutschen Fernsehen. Mit unseren Innovationen und unseren Gästen haben wir in der jungen Zielgruppe punkten können, bei der älteren eher nicht. Insofern haben wir diese Neuerungen jetzt auch genauer hinterfragt.

HÖRZU: "Wetten, dass ..?" läuft oft parallel zu beliebten Castingshows wie "DSDS" oder „Das Supertalent“. Wie wollen Sie der harten Konkurrenz begegnen?

Oliver Fuchs: "Wetten, dass ..?" muss per se die erfolgreichste Sendung sein – auch über eine Staffel hinweg. Am ersten Herbstwochenende wird der Klitschko-Boxkampf bei RTL ein Thema sein, der gegen 21 Uhr beginnt. Dahinter verstecken wir uns nicht, sondern stellen eine tolle Sendung auf die Beine, die dagegenhalten kann. Wir haben die bessere Fernsehunterhaltung.

HÖRZU: Wo sehen Sie "Wetten, dass ..?" in zehn Jahren?

Oliver Heidemann: In zehn Jahren ist "Wetten, dass ..?" immer noch die wichtigste Fernsehshow Deutschlands und "Talk of the town", also das TV-Ereignis, über das man spricht.

Markus Lanz: Am liebsten im ZDF. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch so eintreten wird. Vielleicht in etwas veränderter Form, vielleicht nicht mehr so aufwendig. Aber in der Idee ist immer noch mehr Kraft, als manche glaube


Sendehinweis: ''Wetten, dass ..?''

Auftakt zur zweiten Staffel mit Markus Lanz
Zu Gast u. a.: Harrison Ford, Cher und Sylvester Stallone
SA, 5.10., ZDF, 20.15 Uhr

Autor: Mike Powelz

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