Sendungsinfo
Sa / 02:20 - 02:48 / MDR

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Geschichtsreportage / D 2011

Beschreibung

Verhaftet, verhört, vergangen, verdrängt. In der Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin erinnern heute Zeitzeugen an die Stasi-Methoden während der Untersuchungshaft. Ihre Erinnerungen sind vielfältig. Ihr Umgang mit der Vergangenheit ist individuell. Traumatisiert sind sie alle. Ihre Anklage gilt dem ehemaligen SED-Regime. Ehemalige Stasi-Mitarbeiter hingegen leugnen, dass jenen Unrecht widerfahren sei. Im Film stehen sich beide Seiten gegenüber. Ein Kampf um die Deutungshoheit des Vergangenen beginnt. Persönliche Erinnerungen zeigen jedoch, dass die Geschichte viele Facetten hat. Doch erst der Dialog zwischen Opfern und Tätern versucht zu verstehen, statt zu verurteilen. Matthias Melster wollte die DDR verlassen. Wolfgang Warnke versuchte, einem DDR-Bürger zur Republikflucht zu verhelfen. Klaus Schulz-Ladegast wurde der Spionage verdächtig. Sie alle wurden deswegen in der zentralen Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Hohenschönhausen inhaftiert. Im Film sprechen sie aus heutiger Perspektive über diese Zeit, die sie alle nicht loslässt. Auch die ehemaligen Stasimitarbeiter wie der Untersuchungsführer Herbert Kierstein, der Gefängnisdirektor Siegfried Rataizik und der Ermittler Klaus Panster entkommen ihrer Vergangenheit nicht. Rataizik und Kierstein verteidigen ihr Handeln, Panstern hingegen zweifelt. Im Gespräch zwischen Schulz-Ladegast und seinem ehemaligen Ermittler Panster bekommen die Zweifel eine konkrete Gestalt. Konzept: Anja Reiß und Márk Szilágyi.