Sendungsinfo
Fr / 13:20 - 14:50 / 3sat

Die Spur des Bären

Dokumentation / D 2011

Beschreibung

Thomas Roth durchreist Kanada: Er startet in der Arktis, durchquert die Nordwestpassage, stößt auf dem Yukon in Kanadas Herz vor und fliegt zu den pazifischen Inseln ganz im Westen. Es war kurz nach Mitternacht, als der Notruf der "Titanic" am 12. April 1912 in der Funkstation am Leuchtturm von Cape Race eintraf. Hier trifft Thomas Roth Dave Myrik, der in dieser Einöde aufwuchs und von der Katastrophe erzählen kann, als wäre er dabei gewesen. "Wir waren alle still, als wir die gewaltigen Eismassen überflogen und schließlich dort landeten. In der mächtigen Arktis spürten wir erst, wie klein und zerbrechlich wir angesichts dieser eisigen Naturgewalt sind", erinnert sich Thomas Roth. Aber die Bilder, die das Team aus der Arktis mitbringt, sind auch alarmierend. Gletscherforscher berichten, dass die arktischen Gletscher durch die globale Erwärmung immer rascher schmelzen. Jäger der Inuit bestätigen das aus eigener Beobachtung. In der Nähe des Nordpols fliegen Roth und sein Team mit einer sturmerprobten Propellermaschine schließlich hinaus auf ein Eiscamp kanadischer Wissenschaftler. Hier wird die Meerestiefe unter dem Eis vermessen. Das Ziel ist klar - es geht um Bodenschätze und um die Frage, wem sie gehören. Roth und sein Team treffen dort auch auf die Könige der Arktis: Eisbären. "Ein wenig mulmig war mir schon, andererseits, es war ein Bild von großer Schönheit. Wir konnten uns nur schwer von dem Anblick lösen, selbst bei minus 40 Grad", sagt Roth. Einsam liegen sie am Kiesstrand von Beechey Island - die ersten Toten der berühmten Expedition, die einst versuchte, die Durchfahrt durch die legendäre "Nordwestpassage" zu finden. Bis auf die drei Gräber gibt es keinerlei Spuren der Forschungsreise, die niemand überlebt hat. Gut 160 Jahre später durchwueren Thomas Roth und sein Team die "Nordwestpassage" an Bord eines alten russischen Schiffes, an dessen Brücke bis heute das Wappen der ruhmreichen Sowjet-Union prangt. Die Reise führt weiter ins wilde Herz Kanadas. Das Ufer entlang des Yukons ist ein Paradies für Aussteiger. Die letzte Station der Reise führt das Team nach "Haida Gwaii Island", die pazifischen Inseln ganz im Westen Kanadas. Ihre Bewohner vom Stamm der Haida heißen in Kanada nach langen Auseinandersetzungen inzwischen nicht mehr Indianer, sondern offiziell "First Nations": Die zuerst da waren - schon seit 10 000 Jahren. Sie kämpfen bis heute um ihre Tradition und um ihre Wälder, die sie vor dem Abholzen zu schützen versuchen. Und sie errichten wieder ihre Totempfähle nach uralter Tradition. Thomas Roths Fazit lautet: "Es war eine faszinierende Reise über viele Wochen durch das zweitgrößte Land dieser Erde. Ein vielfältiges Land voller Überraschungen und Brüche."

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