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Heute / 01:50 - 02:35 / MDR

Das Gondwanaland in Leipzig: Urwald in der Großstadt

Regionaldoku / D 2021

Beschreibung

Zum Serienprofil

Es war eines der kühnsten Bauprojekte Mitteldeutschlands: Vor genau zehn Jahren wird im Leipziger Zoo die Zeit zurückgedreht. Nach einem gewaltigen Urknall öffnet das Gondwanaland seine Pforten: Der Urkontinent - ein Dschungel auf einer Fläche von 16.500 Quadratmetern. Urzeitriesen und Urzeitwesen bevölkern seitdem diese europaweit einzigartige Tropenhalle - ein Regenwald mitten in der Großstadt: verschlungene Pfade, unwegsames Dickicht, gigantische Baumriesen. Niemand konnte vorausahnen, wie gut es gelingen würde, in dieser künstlichen Umgebung einen nahezu natürlichen Lebensraum für fast 170 Tierarten zu simulieren - unter ihnen Schabrackentapire, Zwergflusspferde und Ozelots. Haben sich die Erwartungen erfüllt? Der Film blickt zurück auf zehn spannende Jahre im Gondwanaland und rückt seinen Bewohnern mit modernster Kameratechnik bei Tag und Nacht dicht auf den Pelz: Neue Tiere sind eingezogen, andere haben die Tropenhalle wieder verlassen. Und das unvergessene Opossum Heidi hat es sogar zum weltberühmten Star "Made in Gondwana" gebracht. Tiere und Pflanzen haben ihren künstlichen Lebensraum angenommen. So gut, dass viele Tierarten regelmäßig für Nachwuchs sorgen: Riesenotter, Dikdiks und vor allem die Quolls, tasmanische Tüpfelbeutelmarder, die von Leipzig ihren Siegeszug durch die ganze Welt antraten. Aber nicht nur die großen Berühmtheiten machen das Gondwanaland aus. Im Unterholz, in teilweise verborgenen Winkeln leben kleine und kleinste Amphibien, die man nur allzu leicht übersieht. Winkerfrösche, Baumsteiger oder Tomatenfrösche - unzählige Lurche leben mittlerweile frei in der Tropenhalle. Will Bereichsleiter Michael Ernst seine verborgenen Schätze in Augenschein nehmen, muss er allerdings eine Extra-Schicht einlegen: Die winzigen Tiere kommen häufig erst nachts aus ihren Verstecken. Auch die Flora bietet Erstaunliches: Der Dschungel ist mittlerweile so dicht, dass Gondwana-Gärtner Christian Ludwig regelmäßig mit der Machete ran muss. Sehr zur Freude der Tapire, welche frisch gefällte Bananenstauden mit Genuss verspeisen. Um all dies zu ermöglichen, betreibt der Zoo einen enormen technischen Aufwand: Eine bis ins kleinste Detail ausgeklügelte Klimatechnik, eine Beregnungsanlage, die vornehmlich nachts ergiebige Regenschauer auf Gondwana niedergehen lässt und eine hocheffiziente Filteranlage, die klare Sicht in künstlichen Seen und Flüssen schafft. Eine Herausforderung bereitet Bauleiter Johannes Becker jedoch ständig Sorgen: Die hohe Luftfeuchtigkeit. Sie nagt vor allem an den hölzernen Bauten in der Halle. Hier muss ständig nachgebessert und optimiert werden.

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