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Reportage / D 2018

Beschreibung

War der Erfinder des Döners in Deutschland ein Schwabe? Nevzat Salim will der erste gewesen sein - damals, 1969 in Reutlingen. Da sei er in auf die Idee gekommen, am Drehspieß gegrilltes Fleisch in extragroße Wecken zu packen und zu verkaufen. Der Startpunkt für eine rasante Erfolgsgeschichte - den freilich auch weitere Döner-Pioniere andernorts für sich reklamieren. Anfangs bestand das Fleisch noch aus geschichteten Lamm- und Rinderscheiben - getreu dem jahrhundertealten türkischen Original, so wie Nevzat Salim es in seiner Heimatstadt Bursa gelernt hatte. Doch das ist in vielen Döner-Restaurants heute nicht mehr die Regel. Inzwischen hat sich hier der Hackfleischspieß durchgesetzt, eine Gemisch aus Rind-, Kalb- und Putenfleisch. Ein solcher Spieß darf selbst dann den Namen Döner Kebab tragen, wenn er bis zu 60 Prozent aus Hack besteht. Doch diese Mischung kann durchaus problematisch sein: Sie sei eben besonders anfällig für Panschereien, sagt Axel Bornemann, einer der Lebensmittelkontrolleure der Stadt Stuttgart. Bei diversen Gammelfleisch-Skandalen war immer wieder auch Dönerfleisch in den Fokus der Ermittlungen geraten. Die "betrifft"-Autoren Cordula Stadter und Carsten Rau begleiten Kontrolleur Bornemann und seine Kollegen durch Döner-Imbisse und Fabriken im Großraum Stuttgart, machen aber auch eigene Testkäufe und lassen das Dönerfleisch anschließend in einem Labor analysieren. Ergebnis: Neben Geschmacksverstärkern werden vor allem Fett und künstliche Phosphate zugesetzt, um Wasser zu binden und das Fleisch in Form zu bringen. Je mehr Wasser, desto schwerer wird der Spieß und desto teurer kann er an den Döner-Imbiss verkauft werden. Ein Trick, der unter Umständen zu Lasten der Döner-Konsumenten geht. Denn zu viel Phosphat kann zu gravierenden Gesundheitsschäden führen. "Deutschland Deine Döner" - eine ebenso brisante wie unterhaltsame Spurensuche, die Autoren auch in die Türkei führt - wo sich die traditionellen Fleischspieße schon seit Jahrhunderten drehen.

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