Psychologie

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So klappt es in Büro & Co

Tipps für bessere Konzentration im Job

  • Artikel vom 23. Juni 2017

Nur mal kurz die Mails checken? Nicht die einzige Ablenkung, die unserer Konzentration auf die anstehenden Job-Aufgaben gefährlich werden kann. Deshalb hier unsere Tipps für einen klaren Fokus und effizientes Arbeiten.

Es sind die Mails oder WhatsApp-Botschaften, das Telefonat, die Videokonferenz und im Homeoffice die privaten Unterbrechungen, die uns aus unserer Konzentration reißen und es erschweren, länger bei einer Sache zu bleiben. Das wiederum hat zur Folge, dass wir immer wieder neu ansetzen müssen und schließlich das Arbeitstempo darunter leidet. Schwierig. Vor allem, wenn es eigentlich gerade schnell gehen muss. Und ein gutes Gefühl hat man am Feierabend auch nicht, wenn sich unerledigte Aufgaben zu den neuen am nächsten Tag gesellen.

Das stört die Konzentration im Job

Manche Konzentrationsräuber sind offensichtlich, andere nicht und natürlich sind sie auch je nach Arbeitsumfeld sehr unterschiedlich. Das Gute ist: Wissen wir genau, was uns vom fokussierten Erledigen unserer Aufgaben abhält, können wir dem auch besser entgegenwirken.

Hier eine Liste der Dinge, die häufig für mangelnde Konzentration am Arbeitsplatz sorgen:

• Smartphone und soziale Medien

• zu kalt/zu warm

• zu wenig Frischluft

• schlechte oder unangenehme Lichtverhältnisse

• Trubel im Großraumbüro

• Lärm z.B. durch eine Baustelle

• private Sorgen

• schlechte Stimmung unter Kollegen

• Fehlende Ergonomie am Arbeitsplatz

• Schlafmangel

• zu wenig Bewegung

• unausgewogene Ernährung

• Überforderung

• Unterforderung

• chaotischer Arbeitsplatz

• nachlassende Konzentration im Alter

Das können Sie gegen Konzentrationsräuber unternehmen

Manche Störquellen lassen sich nicht schnell oder leicht beseitigen, einige aber schon. Und das sollte man gezielt angehen. Nicht nur, weil man dann leistungsfähiger ist, sondern auch, weil man sich dann besser fühlt. Zu solchen schnellen Hilfen zählen:

• Noise-Cancelling-Kopfhörer gegen Lärm am Arbeitsplatz

• Neue Lampe für den Arbeitsplatz

• Regelmäßiges Lüften für mehr Sauerstoff

• Smartphone nicht auf den Tisch legen, sondern am besten in der Tasche lassen oder (im Homeoffice) gleich im anderen Raum

• Smartphone stumm schalten und einige wenige Zeiten mit sich selbst vereinbaren, zu denen man nach neuen Nachrichten schaut

• Bei Überforderung, Unterforderung, schlechter Stimmung im Büro und fehlender Ergonomie das Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten suchen

• Bei nachlassender Konzentration im Alter regelmäßig das Gedächtnis trainieren (HIER gibt es Tipps dazu)

7 Tipps für bessere Konzentration

Es ist nicht nur möglich, etwas gegen akute Störfaktoren zu unternehmen, man kann auch proaktiv Maßnahmen ergreifen, um den Arbeitsalltag konzentrierter und damit auch effizienter und befriedigender zu gestalten. Sieben dieser Strategien stellen wir vor:

1. To-Do-Liste: Ja, die Aufgabenliste ist nicht wirklich neu. Aber erstens ist sie tatsächlich hilfreich und zweitens kommt es darauf an, wie man sie nutzt. Besonders hilfreich ist es, sie täglich neu anzulegen. Entweder am Ende des Tages für den nächsten oder gleich früh am Morgen. Dabei werden nicht nur alle anstehenden Herausforderungen gelistet, sondern am besten auch sortiert. Es empfiehlt sich, die unangenehmen gleich morgens anzugehen, wenn man in der Regel noch über die meiste Energie verfügt. Die angenehmeren gibt es dann als "Belohnung" danach. Wem das allzu sehr widerstrebt, kann sich eine nette Aufgabe als Motivation an den Start legen und dann die weniger erfreulichen angehen. Hier gilt es auch, auszuprobieren, was individuell am besten funktioniert. Ganz wichtig: To Dos mit Genuss abhaken!

2. keine Push-Benachrichtigungen: Dass wir das Handy besser in der Tasche oder im anderen Rum lassen, haben wir oben schon erwähnt. Wenn es denn aber doch in der Nähe bleibt oder bleiben muss, empfiehlt es sich, die so genannten Push-Benachrichtigungen, also die automatischen Informationen über neu eingetroffene Nachrichten, auszuschalten. Sonst ist man bei Ton oder optischem Signal doch versucht, sofort nachzuschauen. Was für das Smartphone gilt, ist auch für den Arbeits-Computer eine gute Idee. Auch hier tut man sich und seiner Konzentration einen Gefallen, nicht jede Message oder Mail sofort zu lesen, sondern erst nach Erledigung einer (Teil-)Aufgabe.

3. Aktive Pause: Menschen sind keine Maschinen. Wir brauchen Pausen, um über einen ganzen Tag hinweg produktiv zu bleiben. Wenn wir 90 Minuten fokussiert gearbeitet haben, ist eine kurze Unterbrechung sinnvoll, eine längere nach etwa vier Stunden. Gut für die Konzentration ist es, wenn wir diese Pausen aktiv nutzen. Also nicht nur auf den Handybildschirm gucken, sondern das Fenster öffnen und den Blick mal in die Ferne schweifen lassen. Oder ein paar Schritte gehen und sich mit den Kolleg*innen austauschen.

4. Flexible Arbeitszeiten: Wer den Arbeitsalltag zumindest ein wenig an die individuelle Leistungskurve angleichen kann, sollte das tun. Hat man morgens sein Effizienzhoch, ist ein frühestmöglicher Start empfehlenswert. Wer länger braucht, um in die Gänge zu kommen, kann die späteren Stunden für sich beanspruchen. Der Bonus: Sowohl am frühen Morgen als auch am späteren Abend gibt es oft ruhigere Phasen, weil die Kolleg*innen noch nicht oder nicht mehr da sind. Ist natürlich klar, dass das nicht in allen Unternehmen und Branchen machbar ist. Aber wo es geht, sollte man diesen Konzentrationsvorteil für sich nutzen.

5. Gesunde Ernährung: Nachmittagstief? Vormittagshunger? Ebenfalls Konzentrationsräuber. Ganz zu schweigen davon, dass wir mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung unserem Gehirn und unserem Körper generell eine effektive Hilfestellung für Wohlgefühl und Leistungsfähigkeit geben können. Für die Snack-Attacken zwischendurch empfiehlt es sich, gesunde Alternativen bereitzuhalten, statt auf Süßigkeiten oder Chips zu setzen, die uns nach kurzem Hoch ins nächste Konzentrationsloch fallen lassen. Viel besser: Obst und Nüsse! Gegen das gefürchtete Tief nach dem Mittagessen hilft die Auswahl eines leichten Gerichts mit frischem Gemüse und lange sattmachenden Vollkornprodukten. Ganz wichtig ist auch die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Also bitte über den Tag verteilt immer wieder trinken, am besten Wasser oder ungesüßter Tee.

6. Ausreichender Schlaf: Das ist oft leichter empfohlen als in die Tat umgesetzt. Wer unter richtigen Schlafstörungen leidet, sollte das am besten mit professioneller Hilfe in Angriff nehmen. Eine bessere Routine können wir aber alle entwickeln. Dazu gehört ein entspanntes Schlafumfeld, kein endloses Fernsehen, eine smartphonefreie Stunde oder die eine oder andere entspannende Routine (Yoga, Meditation) vor dem Zubettgehen. Denn eins ist sicher: Schlaf ist die Basis für gute Konzentration und einiges andere.

7. Feierabend Routine: Es empfiehlt sich, am Ende eines Arbeitstages aufzuräumen. Damit meinen wir nicht nur den Arbeitsplatz, obwohl auch das eine sinnvolle Maßnahme ist, um sich und seine Konzentrationsfähigkeit am nächsten Morgen nicht mit unnötigem Chaos zu verwirren. Wir sprechen auch vom Sortieren im Inneren. Nehmen Sie sich wenn möglich am Ende des Arbeitstages eine halbe Stunde, die Sie möglichst ablenkungsfrei damit verbringen, die To-Do-Liste zu aktualisieren beziehungsweise die neue für den kommenden Tag zu verfassen. Aber auch damit, den Tag zu rekapitulieren. Zu bemerken, was gut war und was nicht so gut lief und was Sie daraus für Schlüsse ziehen können. Danach startet es sich bewusster und beruhigter in den wohlverdienten Feierabend.

Autor: Dagmar Schüller