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Ab in die Sonne! Viele Senioren verreisen gern.

Ab in die Sonne! Viele Senioren verreisen gern. / Foto: © picture alliance/Beyond

Schluss mit den Vorurteilen!

Die größten Irrtümer über Senioren

  • Artikel vom 09. Februar 2013

Auferstanden aus Ruinen – so hieß nicht nur die Nationalhymne der früheren DDR. Auch der Lebensweg vieler Rentner von heute lässt sich so beschreiben: Den Krieg haben etliche als Kinder noch miterlebt. Mit Fleiß und harter Arbeit haben sie unser Land dann zum Exportweltmeister gemacht. Und profitieren heute – im wohlverdienten Ruhestand – von den Segnungen der modernen Medizin.

"Die Generation der heutigen Rentner lebt ganz anders als die eigenen Eltern", sagt Loring Sittler vom Zukunftsfonds der Generali. Als Beweis führt er eine große Altersstudie an, die der Versicherer beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben hat. Die widerlegt eindrucksvoll viele Missverständnisse und landläufige Annahmen über Senioren. Hier zehn ausgewählte Beispiele:

1. Vorurteil: Senioren sind Stubenhocker
So ein Quatsch! Fast ein Drittel verlässt die Wohnung täglich, weitere 27 Prozent fünf- bis sechsmal pro Woche. "Nur ein Prozent der 65- bis 85-Jährigen ist permanent zu Hause", stellt Allensbach-Chefin Renate Köcher klar. Liebste Außer-Haus-Beschäftigung ist "einkaufen gehen", gefolgt von "mich um den Garten kümmern" und "aktiv in einem Verein, der Kirchengemeinde oder einer Partei mitarbeiten". Immerhin 44 Prozent aller Senioren machen gelegentlich Ausflüge, 41 Prozent gehen auswärts essen, 30 Prozent besuchen gern kulturelle Veranstaltungen.

2. Vorurteil: Senioren sind arm
Ein Mythos! "Mit meiner wirtschaftlichen Situation bin ich zufrieden. Ich kann mir die eine oder andere schöne Reise leisten – mein größtes Glück", zitiert Renate Köcher eine 72-Jährige. Ein Ehepaar bezieht im Alter durchschnittlich 2480 Euro netto monatlich, ledige Senioren 1560, verwitwete 1720, geschiedene 1680 Euro. Darin enthalten sind neben der gesetzlichen Rente auch Betriebs- und Privatrenten. Übrigens: Rentner, die arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen, gibt es wenige: Nur jeder Zehnte über 65 hat einen Job.

3. Vorurteil: Senioren sind gesundheitlich angeschlagen
Richtig ist in der Tat: Die meisten Menschen werden am Ende ihres Lebens zum Pflegefall: 72 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer. Aber: Wegen der gestiegenen Lebenserwartung tritt der Ernstfall immer später ein. Selbst bei 80- bis 85-Jährigen finden nur elf Prozent ihren Gesundheitszustand "schlecht", 26 Prozent bewerten ihn als "gut", 41 Prozent als "einigermaßen".

50 Prozent aller Senioren haben ein Handy

50 Prozent aller Senioren haben ein Handy. / Foto: © picture alliance/Golden Pixels LLC

4. Vorurteil: Senioren verschließen sich dem technischen Fortschritt
Wahr ist: Nur drei Prozent aller Senioren sind Mitglied bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken. Aber: Bereits 27 Prozent nutzen zu Hause das Internet. Ein Handy oder Smartphone besitzen sogar 50 Prozent.

5. Vorurteil: Senioren fahren lieber Bus statt Auto
Unsinn! 68 Prozent haben ein Auto. In Orten mit unter 5000 Einwohnern sind es sogar 75 Prozent. Selbst in Großstädten, wo die nächste Haltestelle nie weit ist, sind es noch 59 Prozent.

Vorurteil: Senioren sind Sportmuffel

Johanna Quaas aus Halle (4.v.l.) turnt noch mit 86 Jahren. / Foto: © dpa

6. Vorurteil: Senioren sind Sportmuffel
Noch nie gab es eine Seniorengeneration, die sportlich so aktiv war: Immerhin 21 Prozent treiben häufig Sport, 20 gelegentlich, 20 selten. 39 Prozent tun das allerdings nie.

7. Vorurteil: Senioren betrachten Familie als einzig wahres Lebensmodell
Die meisten denken tatsächlich so, aber ihre Zahl wird weniger: 1991 bekräftigten noch 77 Prozent die Aussage, man brauche eine Familie, um wirklich glücklich zu sein. Aktuell sind es „nur“ noch 67 Prozent.

8. Vorurteil: Senioren sind oft verwitwet
Falsch. 67 Prozent aller Paare ist es vergönnt, den Partner bis ins hohe Alter an der Seite zu haben. Ohne Heirat durchs Leben gegangen ist bei den 65- bis 85-Jährigen kaum einer: 94 Prozent von ihnen sind oder waren verheiratet.

9. Vorurteil: Senioren haben zu eigenen Kindern nur sporadisch Kontakt
Totaler Unsinn! 49 Prozent beschreiben ihr Verhältnis als ziemlich eng, 30 Prozent sogar als sehr eng. Renate Köcher zitiert eine 77-jährige verwitwete Dame: "Die Kinder spielen in meinem Leben die Hauptrolle. Sie sind das, was mich am Leben erhält."

10. Vorurteil: Senioren sind Dauernörgler
Simmt nicht! Nicht nur mit ihrem jetzigen Leben sind die meisten zufrieden, sondern auch mit ihrem bisherigen: Nur jeder Siebte würde nachträglich gern "so manches anders" machen.

Autor: Stefan Vogt

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