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Weihnachts-Spezial
Gibt es Engel wirklich? 66 Prozent der Deutschen glauben daran.

Engelsglaube ist sehr weit verbreitet. Foto © www.piqs.de / Fotograf: Thérèse-Marie , CC (Some rights are reserved.)

Neue Theorien über die Himmelsboten

Die Magie der Engel

  • Artikel vom 18. November 2011

Was wissen Theologen und Forscher heute über die Engel? Neue Theorien und faszinierende Deutungsversuche sollen das Wesen der Engel beleuchten.

Engel sind gefiedert

Es war einmal ein Engel mit wunderschönen Flügeln. Als er zum ersten Mal über die Erde flog, sah er einen Greis, der ihn direkt anblickte. Das war ein Wunder, denn eigentlich können Menschen Engel nicht sehen. Der Engel fragte: "Erkennst du mich etwa?" - "Ich spüre deine Anwesenheit", antwortete der Greis, "obwohl ich blind bin." Da riss sich der Engel eine Feder aus, schenkte sie dem Mann - und dieser konnte wieder sehen. So ging es noch viele Male: Der Engel gab seine Federn an Taube, Gelähmte und Kranke, bis er nur noch eine einzige besaß. Die schenkte er einem armen Mädchen. Dann erschrak er und fragte sich traurig: "Wie kann ich jetzt zurück zum Himmel fliegen?" Doch das Mädchen lachte ihn glücklich an. Da verstand er, dass er nicht im Himmel leben musste, um ein Engel zu sein. Das Glück des Menschenkindes hatte ihn Gott nähergebracht als all die Jahre im Himmel.

Dies ist nur eine von unzähligen Geschichten über die rätselhaften Lichtgestalten. In den Köpfen und Herzen der Menschen sind Engel derzeit sehr präsent: Laut einer Forsa-Umfrage glauben 66 Prozent der Deutschen an die Existenz von Engeln - zwei Prozent mehr, als an Gott glauben. Selbst Stars wie Hannes Jaenicke bekennen: "Ich glaube auf jeden Fall an meinen Schutzengel." Worin besteht die Magie der Himmelsboten? Woher kommen sie? Sind Engel uns immer gut gesinnt? HÖRZU fragte Engel-Experten, die sogenannten "Angelologen".

Engel - laut Naturwissenschaftlern vom Aussterben bedroht

Gibt es Engel? "Ja", meint Pater Eberhard von Gemmingen, ein enger Mitarbeiter von Papst Benedikt XVI.. "Das steht in der Bibel, etwa im Matthäus-Evangelium." Die Aufzeichungen des Evangelisten sind ein guter Ausgangspunkt für eine Spurensuche: Tatsächlich schreibt Matthäus, Christus komme am Ende der Zeit "mit allen seinen Engeln" (Kapitel 25, Vers 31). 305-mal wird in der Bibel der Begriff Engel (griechisch: "aggelos" - Bote) erwähnt.

Ein Argument, das Naturwissenschaftler wenig überzeugt. Sie beurteilen Engel - ganz unhimmlisch - nach streng irdischen Maßstäben. Der Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera etwa meint: "Engel haben laut den Überlieferungen zwei Beine, zwei Arme und zwei Flügel. Sie wären somit Sechsbeiner. Doch jedes Landwirbeltier - egal ob Schildkröte, Vogel oder Mensch - hat nur vier Extremitäten. Besitzt eines mehr, ist es eine genetische Mutation, die im Lauf der Evolution ausstirbt." Doch wird man dem Phänomen "Engel" mit derart sachlichen Ansätzen gerecht?

Gelten die Naturgesetze für Engel? "Nein", weiß der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Johann Hafner. Sein Spezialgebiet: Engelsforschung. "Sie altern nicht, sie essen nicht. Sie leben in einer Welt reiner Geistigkeit." Will ein Mensch genau ergründen, wie ein Engel aussieht, entschwindet er sofort - wie auf Engelsflügeln.

Autor: Mike Powelz

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