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Weihnachts-Spezial
Wohlstand, Waffen, Wettvergnügen mit dem Brettspiel "Aquileia".

Gut taktiert ist halb gezockt: Bei "Aquileia" ergänzen sich strategische Raffinesse und beherztes Glücksspiel zu einer einzigartigen Spielkomposition. - Foto © Arne Krämer / Sven Boldt

Wohlstand, Waffen, Wettvergnügen

Das Brettspiel "Aquileia"

  • Artikel vom 15. Dezember 2011

In "Aquileia", der zweitwichtigsten Stadt des Römischen Reiches, blühen Kunsthandwerk, Handel und Glücksspiel. Den Hafen verlassen kostbare Güter. In beschaulichen Stadtvierteln sprießen herrschaftliche Villen aus dem sonnigen Baugrund. Neureiche Patrizier vertreiben sich die Zeit bei Gladiatorenkämpfen und Pferdewagenrennen.

"Aquileia" - Anleitung

Die Anleitung ist klar gegliedert und verständlich geschrieben. Zudem gibt es gute Beispiele zur Verbesserung des Verständnisses. Durch die schiere Fülle der Optionen im Spiel sollte für die Lektüre der Anleitung und deren Erklärung für die Mitspieler trotzdem eine gute halbe Stunde eingerechnet werden.

"Aquileia" - Spielvorbereitung

Waffen-, Sklaven-, Theater- und Siegeskarten vom Pferderennen werden gemischt und auf dem Spielplan platziert. Die Spieler erhalten Gefolgsmänner, Stärkemarker, Vorteilsmarken und Gebäudesteine sowie Startkapital. Insgesamt dennoch ein recht geringer Aufwand, der in 3-4 Minuten erledigt ist. Verschiedene Kammern in der Schachtel hätten hier allerdings noch deutlich mehr Komfort ermöglicht.

"Aquileia" - Spielablauf

"Aquileia" ist ein Vertreter des Worker-Placement-Genres. Die Spieler entscheiden sich, in welchen Bereichen sie tätig werden wollen. Dazu setzen Sie reihum Ihre Gefolgsleute in den gewünschten Bereichen ein. Insgesamt gibt es 28 Plätze, die der Spieler mit seinen Gefolgsleuten besetzen kann, darunter z.B. der Betrüger, Geldwäsche, Waffen und Pferde, Sklaven, die Arena, das Stadion, das Theater, das Forum und der Hafen.

Nach der Platzierungsphase folgt eine Aktionsphase, in der die von Gefolgsleuten besetzten Bereiche nach und nach abgearbeitet werden. In dieser Phase finden auch die spannenden Duelle in der Arena und bei Pferderennen statt. Deren Ausgang ergibt sich neben der Ausgangsposition, die bereits beim Setzen geschaffen wurde, durch ein wenig Würfelglück und den geschickten Einsatz von unterstützenden Karten. Auch wenn Würfelglück ein Element ist, welches zum Spielerlebnis beiträgt, ist es doch eher das Treffen guter Entscheidungen, was zumeist den Sieger ermittelt.

Fazit: Der Spieler braucht schon eine gewisse Bereitschaft, sich mit der Anleitung auseinanderzusetzen – fehlt diese Bereitschaft, ist "Aquileia" das falsche Spiel. So waren zwei Mitspielerinnen in einer Testrunde so genervt von der Einstiegsphase, dass sie dem Spiel gegenüber insgesamt negativ eingestellt waren und wir das Spiel nach zwei Runden abgebrochen haben. Schafft man es jedoch über diese Einstiegsphase hinaus, ist "Aquileia" ein ausgesprochen dynamisches und fesselndes Spiel, das einfach Spaß macht und somit definitiv zu empfehlen ist.

"Aquileia" - Stimmen zum Spiel

Sven alias "Der Kaum-Spieler":
Normalerweise bin ich kein Freund von Brettspielen, dennoch habe ich mich überreden lassen, "Aquileia" zu testen. Die Lektüre der umfangreichen Anleitung dauerte fast eine halbe Stunde, was meine Laune nicht gerade gehoben hat. Doch schon nach der ersten Spielrunde ist das Prinzip verstanden und mein Ehrgeiz war geweckt. Ich gab mir die größte Mühe, meine Mitspieler im Gladiatorenkampf zu übertrumpfen, und ihnen ihre hart erkämpften Goldmünzen wieder abzunehmen. Dabei schlich sich nach jedem kleinen Sieg unbemerkt ein Lächeln auf meine Lippen. Es fällt mir schwer, es zuzugeben, aber dieses Brettspiel macht tatsächlich Spaß (obwohl ich am Ende trotzdem letzter geworden bin).

Arne alias "Der Zocker":
Ich beobachtete, wie sich meine Mitspieler in der Arena für den Gladiatorenkampf rüsteten und sich schließlich ein heißes Duell lieferten, bei dem beide aufs Ganze gingen. Ja, sie haben einen kleinen Sieg errungen. Aber mit was für einem Aufwand. Und so fällt es mir schwer, ein Grinsen zu unterdrücken, wenn ich daran denke, wie ich mir in der Zwischenzeit günstig Sklaven und auch noch die passenden Geldstücke organisiert habe, um mein kleines Handelsimperium ein gutes Stück zu erweitern. Praktisch jedes Mal, wenn ich an der Reihe war, fand ich eine neue Situation vor, in der mir zahlreiche Optionen offenstanden. Dabei war es keineswegs klar, welche nun gerade die beste gewesen wäre. Die, auf die ich mich seit meinem letzten Zug gefreut habe, hat oftmals ein Mitspieler in der Zwischenzeit gezogen, aber würden sich dadurch vielleicht neue Chancen ergeben? Ich musste nachdenken – das machte Spaß!

Autor: Arne Krämer / Sven Boldt

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