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Ein Kuss kann mehr als tausend Worte sagen. Pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar erklären wir die schönste Sprache der Liebe.
Welche Arten von Küssen gibt es?
Antwort: Man sagt, dass ein 70-jähriger Mensch im Schnitt etwa 100.000-mal geküsst hat. Wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch höher, wenn man an all die unterschiedlichen Küsse denkt: Begrüßungsküsse tauscht man zum Beispiel oft aus, auf die linke Wange, die rechte oder auf beide, in Frankreich können es sogar drei oder vier Küsschen pro Begrüßung sein. Sein Kind küsst man, um es zu trösten, in Anlehnung an die heilenden Küsse aus Sagen und Märchen – wie bei Dornröschen, das durch einen Kuss aus dem 100-jährigen Schlaf geweckt wird. Noch älter sind Friedensküsse unter Gläubigen, Bruderküsse unter Staatsmännern oder der Handkuss, der in seiner heutigen Form auf die Wikinger zurückgehen soll. Außerdem gibt es Nasenküsse, die man von den Inuit kennt – aber auch bei den neuseeländischen Maori sowie in Teilen Afrikas und Asiens küsst man so.
Welche Film-Küsse sind berühmt geworden?
Antwort: Bis 1967 galt in Amerika der "Hays Code", der Film-Küsse und andere "obszöne Darstellungen" weitgehend zensierte. Dort hieß es zum Beispiel: "Ausschweifende und lüsterne Küsse, lustvolle Umarmungen, aufreizende Stellungen und Gesten dürfen nicht verwendet werden." Aber trotz aller Beschränkungen wurde natürlich auch in Hollywood geküsst. Der erste Kino-Kuss überhaupt war 1896 zu sehen: In "The Kiss" drückte John C. Rice seiner Kollegin May Irwin einen Schmatzer auf die Wange – schon das war damals ein Skandal. Der längste Kino-Kuss dauerte drei Minuten und fünf Sekunden, gespielt von Jane Wyman und Regis Toomey in "You’re in the Army now" (1941). Ebenfalls legendär: Vivien Leigh und Clark Gable in "Vom Winde verweht" (1939), Drew Barrymore und E.T. im gleichnamigen Film von 1982 sowie Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in "Titanic" (1997).
Küssen Tiere auch?
Antwort: Sie tun es nicht aus reinem Vergnügen, aber manche Tiere zeigen ihre Zuneigung tatsächlich auch mit kussähnlichen Gesten. Bonobos zum Beispiel, die Zwergschimpansen, umarmen und küssen einander, auch andere Affen berühren sich an den Lippen und reiben ihre Nasen aneinander. Elefanten bekunden ihre Sympathie, indem sie ihre Rüssel ineinander verwickeln, und Guramis, eine asiatische Fischart, knutschen während der Balz.
Warum gilt Küssen als gesund?
Antwort: Weil dabei Glückshormone wie Serotonin ausgeschüttet werden, entspannen wir uns und bauen Stress ab. Die Gesichtshaut wird durch den Einsatz von rund 30 Muskeln beim Küssen besonders gut durchblutet. Außerdem steigen Blutdruck und Puls deutlich an, das Herz schlägt bis zu 150-mal pro Minute – das schafft man sonst nur beim Sport. So verbrennen drei Minuten intensives Knutschen immerhin zwölf Kalorien. Und: Die fremden Bakterien regen unser Immunsystem an.
Wo ist Küssen verboten?
Antwort: Auf dem Bahnhof von Warrington, Großbritannien, hängt ein Kussverbotsschild. Grund: Die knutschenden Passagiere seien für die Zugverspätungen verantwortlich. In Frankreich sind Bahnübergänge von einem solchen Verbot betroffen, seitdem ein Liebespaar von einem Zug überrollt wurde. Im US-Bundesstaat Michigan herrscht sonntags Kussverbot, weil dieser Tag Gott allein gehören soll. Im kalifornischen Eureka dürfen Männer mit Oberlippenbart laut einem alten Gesetz keine Frauen küssen. Und in Kuala Lumpur, Malaysia, verstößt das Küssen in der Öffentlichkeit gegen das Gesetz und kann mit einer Haftstrafe geahndet werden.
Autor: Melanie Schirmann