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Farbpracht: Der Tua Pek Kong Chinese Temple in Kuching.

Farbpracht: Der Tua Pek Kong Chinese Temple in Kuching. - Foto © picture alliance / Louise Murray

TV-Tipp: Verloren auf Borneo

Mirjam Weichselbraun über Borneo

  • Artikel vom 15. November 2012

Ihre Reise nach Borneo empfand Mirjam Weichselbraun wie einen Ausflug in eine andere Welt: Kaum ein Ort bietet eine solche natürliche Vielfalt – kaum einer ist so bedroht. TV-Tipp: "Verloren auf Borneo"; Do., 15.11., 20:15 Uhr, Das Erste. Film mit Mirjam Weichselbraun, Hannes Jaenicke und Michael Fitz.

Tipps für Borneo

Anreise: Qatar Airways von München nach Kuching mit zwei Stopps (in Doha/Katar und Kuala Lumpur/Malaysia): ab 922 Euro p. P.
Ausflüge: Der Kinabalu National Park mit dem höchsten Berg der Insel. Und: tolle Höhlentouren, etwa zur Wind Cave (beeindruckende Tropfsteine) und Clearwater Cave (106 km Unterwassersystem).
Hotel: "Hotel Pullman Kuching" im malaysischen Teil der Insel: ab 65 Euro/DZ ohne Frühstück. Weitere Infos unter www.pullmanhotels.com
Weitere Infos über Borneo unter www.borneoreise.com


Es pfeift, singt, schnattert, schnurrt: Der Dschungel Borneos hat Mirjam Weichselbraun sofort in seinen Bann geschlagen. Doch die drittgrößte Insel der Welt, die zu Malaysia, Indonesien und Brunei gehört, hat noch viel mehr faszinierende Facetten: ihre Menschen, ihre Tempel, ihre Tierwelt, die Strände, das Meer und den gigantischen Himmel, der sich über sie spannt.

Verloren auf Borneo
Mirjam Weichselbraun und Hannes Jaenicke spielen gemeinsam in dem ARD-Fernsehfilm "Verloren auf Borneo".
Foto © picture alliance / Eventpress MP

Für Dreharbeiten zum ARD-Film "Verloren auf Borneo" (siehe TV-Tipp rechts) war die österreichische Schauspielerin mit den Kollegen Hannes Jaenicke und Michael Fitz vier Wochen lang auf der Insel. In HÖRZU beschreibt sie ihr großes Urwaldabenteuer.

Die Insel des Lächelns

Ich war so gespannt auf Borneo, dass ich extra ein paar Tage vor Beginn der Dreharbeiten angereist bin. Wenn ich mich in diesem Augenblick hinbeamen könnte, würde ich mir Folgendes wünschen: Ich stehe auf dem Markt von Kuching, der größten Stadt der Insel, die zu Malaysia gehört. Ich habe eine Kokosnuss in der Hand, trinke den frischen, gar nicht so süßen, kalten Saft und genieße die Exotik des Ortes. Hier mischen sich so viele Kulturen und Nationalitäten. Das macht Borneo als Reiseziel besonders spannend.

An jeder Ecke entdeckt man Neues. Doch man fühlt sich vom ersten Moment an wohl, weil die Menschen hier so freundlich und offen sind, einen anlächeln und von selbst auf einen zukommen, ohne dass es aufdringlich wird. Sie helfen sofort, wenn sie merken, dass man nicht mehr weiterweiß. Nur an das Klima muss man sich etwas gewöhnen. Die tropische Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit können einem in den ersten Stunden zu schaffen machen – da freut man sich besonders, wenn man leichte Baumwollkleider und Mückenspray für den Abend eingepackt hat. So hat man einfach mehr Spaß. Man ist eben mitten in den Tropen, der Urwald ist nicht weit!

Borneos Regenwälder sind die ursprünglichsten der Erde – und die artenreichsten. Hier leben Orang-Utans, Nashörner und Tapire. Aber das Naturparadies ist in großer Gefahr. Seit den 50er-Jahren wird der Urwald abgeholzt, vom Küstenrand her fressen sich die Motorsägen immer weiter ins Landesinnere. Eine traurige Entwicklung. Trotzdem kann man sie auch heute noch entdecken – die unberührten, magischen Ecken dieser Insel. Im Urwald ist es wie auf einem anderen Planeten: Hier wuchern üppige Moosbetten, wachsen meterhohe Wurzeln. Auf mächtigen Bäumen gedeihen Büsche und Orchideen. Manche Blätter glänzen silbrig, andere sind matt wie Wachs. Alles ist dunkel, feucht, geheimnisvoll.

Farbenrausch am Himmel

Ein paar Naturabenteuer sollte man auf Borneo nicht verpassen: etwa eine Fahrt zur Affen-Auswilderungsstation, dem Semeggoh Orang-Utan Rehabilitation Center. Oder auch eine Bootsfahrt durch die Mangrovenwälder. Dort kann man Krokodile und die vom Aussterben bedrohten Nasenaffen in freier Wildbahn bestaunen.

Am besten startet man die Tour am Strand von Damai, etwa 30 Kilometer von Kuching entfernt. Die Stadt im Nordwesten hat etwa 630.000 Einwohner und sehr viele faszinierende Tempel. Ich mochte die Atmosphäre in Kuching sehr: Hier ist es nicht so hektisch wie in anderen asiatischen Städten, aber es ist immer etwas los. Besonders auf dem Hauptbasar mit dem Wet Market. Sehr empfehlen kann ich auch den Filipino Market in Kota Kinabalu im Norden. Er ist bekannt für Fisch, lokale Spezialitäten und Schmuck. In den kleinen Lokalen an der Strandpromenade kann man sehr gut essen. Meine Empfehlung: Laksa, ein traditioneller Nudeleintopf mit Huhn, Fisch oder Garnelen. Köstlich sind auch gebratene Nudeln, Gemüse mit Reis oder die vielen Currys. Alle, die es scharf mögen, werden Borneos Küche lieben.

In Urlaubsländern lasse ich mich oft einfach treiben, gern auch mal allein. Als Frau ohne Begleitung unterwegs zu sein war hier überhaupt kein Problem, auch abends oder nachts nicht. Am allerschönsten fand ich es immer am Meer. Der Himmel wirkt hier so weit. Und wenn die Sonne untergeht, entfacht sie einen wahren Farbenrausch – von Lila über Pink bis Zartrosa. Gigantisch.

Einige Tage haben wir auf einer vorgelagerten Insel gedreht: auf Dinawan. Dahin will ich unbedingt zurück! Weiter, weißer Strand – zum Träumen! Ach, ich hätte jetzt so gern eine leckere Kokosnuss in der Hand. Nirgends schmeckt sie so gut wie auf Borneo. Nach meiner Rückkehr habe ich mir in Wien auf dem Naschmarkt sofort eine gekauft, aber sie war nicht ansatzweise so gut. Vielleicht fehlen ganz einfach die tropische Luft, die Gesänge der Vögel. Da gibt’s nur eins: schnell wieder hin!

Autor: Mirjam Weichselbraun

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