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Der Keukenhof ist Europas größter und prächtigster Blumenpark.
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Der Keukenhof in der Nähe des südholländischen Örtchens Lisse ist Europas größter und prächtigster Blumenpark. / Foto: © picture alliance/Robert Harding World Imagery

Zur Tulpenblüte

Eine Woche Holland im Frühling

  • Artikel vom 19. Februar 2013

Los geht’s mit den Krokussen, danach folgen die Narzissen, die Hyazinthen – und vor allem: die Tulpen. Bald beginnt die Blütezeit in Holland. Ihren Höhepunkt erreicht sie Mitte April. Die leuchtenden Farben der Tulpenfelder und -gärten verbreiten im ganzen Land fröhliche Atmosphäre und erfrischende Schönheit. Es ist die ideale Saison für eine Reise in unser Nachbarland, nicht allein wegen der Blüten: Bei mildem Frühlingswetter sind ausgedehnte Spaziergänge und Grachtenfahrten besonders angenehm – im königlichen Den Haag, im urigen Delft, natürlich auch in Amsterdam.

An der Küste, etwa in Scheveningen, beginnt allmählich die Strandsaison. Und Radtouren machen jetzt besonders viel Spaß. Durch Landschaften voll unendlich scheinender Blumenfelder. Damit man möglichst viel erlebt, ohne in Stress zu geraten, sollte die Reise zum Frühlingszauber nach Holland gut geplant sein. HÖRZU schlägt eine Route vor: sieben perfekte Tage voller Kultur, Natur und berauschendem Blütengenuss.


Video-Reisetipps zu Amsterdam und Den Haag:


1. Tag: Blühendes Amsterdam
Die Reise beginnt möglichst früh am Morgen, sodass man Amsterdam am Vormittag erreicht. Am stimmungsvollsten startet die Stadterkundung mit einer Grachtenfahrt – in diesem Jahr feiert Amsterdam großes Grachtenjubiläum, vor genau 400 Jahren wurde mit dem Bau der Kanäle begonnen. Anschließend lohnt sich ein Besuch im Vondelpark, bei Sonnenschein gern inklusive Picknick auf einer der weiten Wiesen. In dem schönen Stadtpark treffen und erholen sich Amsterdamer jedes Alters, Familien mit Kindern, Studenten und Geschäftsleute in der Mittagspause. Selbstverständlich gehören auch herrlich blühende Beete zu den Parkanlagen.

Grachtenfahrt in Amsterdam

Eine Grachtenfahrt darf nicht fehlen. / Foto: © picture alliance

Am späteren Nachmittag unbedingt erlebenswert: das legendäre Rijksmuseum. Nach zehnjähriger Umbaupause eröffnet es am 13. April endlich wieder. Neben weltberühmten Gemälden von Rembrandt, Frans Hals oder Vermeer sind in den 80 Sälen des Museums insgesamt 8000 Objekte ausgestellt, unter anderem auch aus den Bereichen Design, Möbel, Wissenschaften und niederländische Geschichte. Sogar ein historisches Flugzeug ist hier zu bestaunen. Für eilige Besucher gibt es einen speziellen Rundgang: die wichtigsten Werke in 80 Minuten.

2. Tag: Tulpenmuseum und Haarlem
Der zweite Reisetag beginnt mit einem doppelten Tulpenerlebnis: Nach dem Frühstück führt ein Spaziegang zur Singel-Gracht mit dem schwimmenden Blumenmarkt. Auf voll beladenen Kähnen blüht es kunterbunt – schade, dass es sich für Touristen kaum lohnt, einen Blumenstrauß zu kaufen. Aber auch das Anschauen ist schon ein wunderbares Erlebnis. Anschließend steht ein Besuch des kleinen, aber sehr feinen Amsterdamer Tulpenmuseums auf dem Programm.

Am Nachmittag dann der erste Ausflug: nach Haarlem. Die Stadt liegt nur eine viertelstündige Bahnfahrt von Amsterdam entfernt. Wer gern durch gepflegte alte Orte schlendert, ist hier genau richtig. Viele mittelalterliche Bauten sind erhalten, darunter die ehemals katholische St.-Bavo-Kirche aus dem 14. bis 15. Jahrhundert und ein prächtiges Stadttor, das um das Jahr 1400 errichtet wurde. Auch Kunstfreunde werden in Haarlem glücklich, etwa im Frans Hals Museum, das eine umfangreiche Sammlung niederländischer Kunst ab dem 15. Jahrhundert zeigt.

Haarlem

In Haarlem sind noch viele mittelalterliche Bauten zu bewundern. / Foto: © picture alliance / akg pixel

3. Tag: Keukenhof, das Blütenparadies
Der Keukenhof ist 32 Hektar groß – und kann sich damit "größter Blumenpark Europas" nennen. Sieben Millionen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen blühen hier in kunstvoll gestalteten Anlagen. Doch nicht nur Genuss, auch praktische Informationen gehören zum Keukenhof-Konzept: In sieben sogenannten Inspirationsgärten präsentieren Gartenarchitekten fantasievolle Möglichkeiten zur Gestaltung kleiner Reihenhausgrünflächen. Auf alle Fälle ist ein Tag auf dem Keukenhof ein faszinierendes Erlebnis!

Trotzdem sollte man erwägen, einen Teil des Tages auch außerhalb des Geländes zu verbringen. Denn für 10 Euro können Gäste am Keukenhof ein Fahrrad mieten und auf einer von vier ausgeschilderten Rundtouren (5 bis 25 km) die blühende Umgebung erkunden.

4. Tag: Historie und Blumenfelder
Nach einer weiteren Übernachtung in Amsterdam steht heute ein Besuch in der 15 Kilometer nordwestlich gelegenen Zaanse Schans auf dem Reiseplan. Das am Fluss Zaan gelegene Museumsdorf ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in den Niederlanden. Neben alten Wohn- und Geschäftshäusern sind unter anderem auch sechs Windmühlen zu sehen sowie traditionelle Handwerksbetriebe, darunter eine alte Käserei und ein Holzschuhhersteller.

Die Zaanse Schans

Die Zaanse Schans gehören zu den Top-Ausflugszielen der Niederlande. / Foto: © picture alliance/Robert Harding World Imagery pixel

Die Zaanse Schans ist am Nachmittag perfekter Ausgangspunkt für Touren inmitten blühender Blumenfelder. Mit dem Auto oder per Fahrrad geht es durch die Plantagenlandschaften Nordhollands. Vorsicht: Rauschgefahr durch betörenden Blütenzauber!

5. Tag: Erlebnis Blumenauktion
Heute heißt es früh aufstehen – aus zwei Gründen: Erstens war dies die letzte Nacht in Amsterdam, heute Abend wird in Den Haag eingecheckt. Zweitens beginnt um sieben Uhr früh eine Blumenauktion, und die gilt es mitzuerleben. Die Markthallen von Aalsmeer in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schiphol sind das größte Blumen- und Pflanzenhandelszentrum weltweit. Eine Besuchergalerie führt durch den Versteigerungskomplex, auch kommen Gäste direkt in die Versteigerungssäle. Im Anschluss kann man den großen Historischen Garten besichtigen.

Der Weg nach Den Haag führt über die Stadt Leiden, wo sich ein Zwischenstopp dringend lohnt. In der Universitätsstadt herrscht viel junge Lebendigkeit, das Ortsbild aber ist altehrwürdig mit Patrizierhäusern und Grachten. Wie Amsterdam kann man auch Leiden schön per Schiff erkunden.

Den Haag

Der Königspalast Nordeeinde in Den Haag / Foto: © dpa

6. Tag: Stadt und Strand in Den Haag
Der Regierungssitz der Niederlande ist zugleich Königsresidenz und Sitz wichtiger Institutionen, zum Beispiel des Internationalen Gerichtshofs. Dadurch herrscht in der nicht sehr großen Stadt eine faszinierende Atmosphäre von Macht, Eleganz und Internationalität. Ein Stadtbummel führt vorbei an beeindruckenden Bauten aus Vergangenheit und Gegenwart.

Im Museum Mauritshuis hängen zwei Gemälde von Jan Vermeer, vor denen fast alle Besucher längere Zeit verharren – voller Staunen und Bewunderung: "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" und "Ansicht von Delft". Eine kurze Tramfahrt entfernt breitet sich der Nordseestrand aus, und der bekannte Badeort Scheveningen ist eigentlich ein Stadtteil von Den Haag.

7. Tag: Märchenhaftes Delft
Nur 10 Minuten dauert die Bahnfahrt Den Haag – Delft, wo man dann feststellt: Hier sieht es noch ganz ähnlich aus wie im Jahr 1660, als Vermeer seinen Heimatort malte. Tatsächlich stammen die meisten Gebäude der Altstadt aus dem 17. Jahrhundert. Grachten, Giebel, Erker, Türmchen: entzückend! Perfekter Abschluss der Reise: ein Besuch in der Manufaktur Royal Delft, wo seit dem 17. Jahrhundert das berühmte blau bemalte Porzellan entsteht.

Autor: Nele-Marie Brüdgam

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