Der Watzmann überragt St. Bartholomä am Königssee. - Foto © www.piqs.de / Gaby S., CC (Some rights are reserved.)
Für ihre "Kulinarischen Abenteuer" bei Arte kommt Sarah Wiener weit herum: In Italien war die TV-Köchin schon und in Frankreich. Nun wagt sie sich auf den Gipfel der Genüsse: in die Alpen. Wie immer in ihrer Doku-Reihe sammelt die 47-Jährige nicht nur regionale Rezepte, sie packt auch ordentlich mit an und lernt einiges über Kultur und Menschen. Der dritte Teil der neuen Staffel bringt Wiener ins Berchtesgadener Land. Die oberbayerische Ferienlandschaft ist eine Idylle aus Bergen, Wiesen und Seen. Hier gibt es den besten Enzianschnaps, hier werden Kühe auf dem Weg zur Alm noch über den See gefahren. Wiener half dabei, die Rindviecher auf die Berge zu treiben. Ihr exklusiver Abenteuerbericht: Nur nicht schlappmachen, nur nicht stehen bleiben, das sind die wichtigsten Regeln beim Almauftrieb. Die Kühe müssen immer in Bewegung bleiben. Mordsanstrengend, so eine Tour, aber das wusste ich ja vorher.
------------------------------------------------------------------------------------
Weitere interessante Reisereportagen bei HÖRZU:
Chanson-Sängerin Mireille Mathieu über ihre Heimatstadt Avignon
Die 12 schönsten Sonnenziele des Jahres 2010
TV-Star Fritz Wepper gibt Insider-Tipps über Florida
------------------------------------------------------------------------------------
Wer in die Alpen geht, hat keinen gemütlichen Spaziergang vor sich. Dafür gewinnt er einmalige Eindrücke. Deshalb habe ich den Arte-Redakteuren auch den Vorschlag gemacht, meine kulinarischen Abenteuer auf die Alpen auszuweiten. Einige hatten Bedenken: "Gibt’s denn da überhaupt eine besondere Küche?" Gottlob fiel mir spontan der "Enzianschnaps" ein. Aber dazu später. Das Berchtesgadener Land ist eine Schatzkammer. Das Watzmann-Massiv, dessen höchster Gipfel 2713 Meter hoch ist, überragt den tiefblauen Königssee. In den tiefen Wäldern rundum leben viele der seltenen Steinadler. Wer gern allein oder in kleinen Gruppen wandert, so wie ich, kann mehrtägige Touren im Nationalpark Berchtesgaden unternehmen.
Übernachtet wird in Hütten, zur Sicherheit ist immer ein Bergführer dabei. Geübte Wanderer können Ende August die Wallfahrt oberhalb des Königssees mitlaufen. Der zehnstündige Marsch von Maria Alm bis nach St. Bartholomä gehört zu den ältesten Berg-Pilgertouren Deutschlands. Wer nach so viel Naturerlebnis "städtische" Abwechslung sucht, fährt nach Berchtesgaden, besucht dort die Stiftskirche und das königliche Schloss. Interessant ist auch eine Besichtigung des Salzbergwerks, in dem seit 1517 Salz abgebaut wird – bis heute. An die Glanzzeiten der Salzgewinnung erinnert auch die Stadt Bad Reichenhall im Tal. Die dortige alte Saline ist eine historische Industrieanlage – mit fast sakraler Aura.
Auf meiner Reise durchs Berchtesgadener Land habe ich bei der Bäuerin Alexandra Irlinger gewohnt, die in Bischofswiesen einen kleinen Hof betreibt – und wunderbare Kasspatzn macht, also Käsenudeln. Wichtigste Zutat: der Beierkas, ein harter, herzhafter Schüsselkäse. Für sein Gelingen braucht man vor allem hervorragende Milch. Und was brauchen Kühe, um gute Milch zu geben? Frisches Gras! Also mache ich mich morgens mit einer Weidenrute und einer kleinen Herde Almkühe auf den Weg. Bleibt eine stehen, hat man als Treiber zwei Möglichkeiten: Entweder man schreit laut, oder – was besser ist – man geht ohne Pause so zügig voran, dass die Tiere nicht auf dumme Gedanken kommen.
Auf der nächsten Seite: Sarah Wiener's Tipps für das Berchtesgadener Land
Autor: Sarah Wiener
Der Klick auf eine Kategorie führt Sie zur Übersicht aller passenden Einträge.