Der Feldhase frisst am liebsten Wildkräuter, Foto © Deutsche Wildtier Stiftung / T. Martin
Ostern ist er wieder in aller Munde: der Feldhase. Meister Lampe wird von vielen Kindern sehnsüchtig als Überbringer der Ostereier erwartet. Er selbst findet leider immer seltener nahrhafte Leckerbissen. Das perfekte Hasen-Dinner besteht aus Klee als Vorspeise, Wildkräutern und Fenchelgemüse mit Karotten als Hauptgang und jungen Klatschmohn-Halmen zum Nachtisch. Doch meistens müssen sich die Hasen auf Weizenhalme, Raps und Kulturpflanzen beschränken, denn das Angebot an Wildkräutern fällt in der intensiv genutzten Agrarlandschaft eher dürftig aus. "Die Lebensbedingungen für Feldhasen haben sich seit dem Wegfall der Flächenstilllegung 2007 weiter verschlechtert", bedauert Andreas Kinser, Feldhasenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung.
"Früher waren die Landwirte verpflichtet, einen Teil ihrer Ackerflächen brach fallen zu lassen, um Subventionen zu bekommen. Diese Flächen waren oft gute Rückzugräume für Wildpflanzen und Wildtiere. Heute wächst auf ehemaligen Brachen vorwiegend Mais für die überall entstehenden Biogasanlagen", sagt Kinser. Von der Flächenstilllegung hat nicht nur der Feldhase profitiert: "Bodenbrüter wie Rebhühner und Kiebitz, Insekten wie Schmetterlinge und Insektenjäger wie die Eulen finden auf Blüh-Streifen am Ackerrand und den Brachflächen Nahrung und Deckung." Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher ein Umdenken, bei dem Naturschutz in der Landwirtschaft gezielt durch Subventionen honoriert wird. Der Hasenexperte: "Dann hätten Brachen und Wildkräuter wieder eine Chance und der Tisch für das perfekte Hasen-Dinner wäre gedeckt."
Können Gartenbesitzer selbst die Hasen-Tafel decken?
"Man sollte den Hasen nicht in den Garten locken", rät Andreas Kinser: "Weil ihm dort Gefahr droht - zum Beispiel von Hauskatzen. Wenn ein Hase aber sowieso schon regelmäßig in den Garten kommt, hilft man ihm im Winter sehr, wenn man Möhren und Obstbaumhölzer hinlegt. Ihm Frühling und Sommer findet er allein genug Nahrung - wenn auch leider oft nicht in der besten Qualität."
Autor: Deutsche Wildtier Stiftung