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Natur
Tiger

Fotos © www.piqs.de / thiesi111, CC (Some rights are reserved.)

Der Jäger wird selbst gejagt

Wilde Tiger in Gefahr

  • Artikel vom 29. Januar 2010

Die Fährte ist frisch. Tief haben sich mächtige Pranken in den Regenwaldboden gegraben. Der Tiger muss erst vor Kurzem hier vorbeigekommen sein. Für die Mitglieder der Patrouille, die durch den dampfenden Dschungel im Herzen Sumatras unterwegs sind, beginnt jetzt die Arbeit: Abdrücke vermessen, Kratzspuren zählen, Karten zeichnen. Bei 40 Grad Hitze und fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit sind sie dem König der Raubkatzen auf der Spur. Wie viele Tiger leben noch auf Sumatra? Welche Pfade wählen sie? Wo schlagen Wilderer zu?

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Es steht schlecht um die gestreifte Raubkatze. "Zwei der sechs weltweit noch existierenden Tigerarten sind vom Aussterben bedroht", warnt Stefan Ziegler, Artenschutzexperte der Umweltorganisation WWF. Die übrigen gelten laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als "stark gefährdet". Bali- und Java-Tiger sowie der Kaspische Tiger sind längst ausgestorben. Vermutlich gibt es weltweit nur noch 3200 bis 3500 wild lebende Tiere.

Eine Raubkatze im Visier

Kein Wunder, dass im "Jahr des Tigers", das nach chinesischem Kalender am 14. Februar 2010 beginnt, eine einzigartige Kampagne geplant ist. Als Höhepunkt treffen sich im September Staats- und Regierungschefs zu einer großen Tiger-Konferenz in Wladiwostok. Vielleicht die letzte Chance für eine Raubkatze, die einst von Sibirien bis Anatolien die Wälder und Savannen beherrschte.

Dabei gilt der Tiger eigentlich als sehr anpassungsfähig. Um in den eisigen Weiten Russlands und Chinas zu überleben, hat sich der Amurtiger ein dickes Winterfell zugelegt. Damit trotzt er Temperaturen von minus 45 Grad Celsius, geht im Schutz der Dunkelheit als Einzelgänger auf Beutejagd. Rehe, Wildschweine und Elche haben kaum Chancen gegen ein bis zu 300 Kilogramm schweres und 2,20 Meter langes Tiger-Männchen, das sich lautlos durch den Schnee anschleicht und zum Sprung ansetzt.

Autor: Kai Riedemann

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