Foto © WDR/Eric Baccego/naturepl.com
Sie folgen ihrem Instinkt, wenn es um Futter geht. Oder um ihre Babys. Die bildgewaltige dreiteilige Dokumentation "Die größten Naturschauspiele der Erde" (11.01., 18.01. u. 25.01., 20.15 Uhr, im Ersten) erforscht die Intuition der Tiere. Die grandiosen Bilder der BBC-Dokumentation entstanden mit großem Aufwand: An Land, in der Luft und unter Wasser gelangen dank Spezialkameras eindrucksvolle Superzeitlupen und Zeitrafferaufnahmen. Das Wichtigste aber war Geduld: In der Arktis verfolgten die Dokumentarfilmer etwa über Monate Walrösser und eine Eisbärenfamilie.
Wenn in Afrika die Dürre des Sommers beginnt, wenn in der Arktis die Eisschmelze einsetzt, wenn Regenfälle das Okawango-Delta Botswanas zu einer riesigen Sumpflandschaft machen - dann wird das harte Leben der Wildtiere noch härter. Dann brauchen sie sichere Instinkte, um zu überleben. Elefanten, Gnus, Eisbären und Wale kennen dann nur ein Ziel: den Fortbestand ihrer Art zu sichern. Viele brechen zu langen Wanderungen auf, oft über Tausende von Kilometern. Sie gehen dorthin, wo es noch genug zu fressen gibt. Die größten dieser Naturschauspiele haben Dokumentarfilmer des britischen Senders BBC festgehalten. Trotz schwierigster Bedingungen entstanden in extremer Hitze und Eiseskälte Bilder voller Schönheit und Dramatik.
Einfallsreiche Elefanten
In Afrika bestimmt die Suche nach Wasser, saftigem Gras oder fetter Beute den Kreislauf des Lebens. In der Kalahari-Wüste in Botswana verwandeln Regenfälle einmal pro Jahr das Okawango-Delta in eine endlose Sumpflandschaft - und damit in fruchtbares Land. Viele Elefanten wandern Hunderte Kilometer, um diese "Oase" zu erreichen. Lange Hunger- und Durstphasen überbrücken sie dabei sehr einfallsreich: Die Dickhäuter fressen sogar trockene Äste, denn auch in ihnen stecken kleinste Reste Wasser. Die dürre Kost verdauen sie bestens. Ein einzigartiges Phänomen.
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Wander-Rituale gibt es auch in der Arktis: Sobald ab März das Packeis schmilzt, legen einige Walarten, etwa Belugas, riesige Entfernungen zurück. Denn Fisch im Überfluss gibt es jetzt nur am Rand des Eises. Wegen des Klimawandels verschiebt sich dieser aber Jahr für Jahr. Wo früher festes Weiß war, ist heute offenes Meer - schwere Bedingungen für Eisbären, die bei der Robbenjagd auf eine feste Kante angewiesen sind.
Nicht nur der Klimawandel, auch andere Eingriffe des Menschen bergen Gefahren. Die Naturschutzorganisation WWF etwa warnt vor dem Austrocknen des Mara-Flusses in der Serengeti Tansanias: "Das Ökosystem ist gefährdet, weil im Quellgebiet Wald abgeholzt wird und Bauern zur Bewässerung von Weizen- und Bohnenfeldern und für ihr Vieh enormen Wasserbedarf haben", sagt WWF-Experte Roland Gramling. "Wenn aber wegen der Wasserknappheit Gnus und Antilopen aussterben, verhungern auch die Löwen."
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Autor: Uwe Clausen
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