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Natur
Rochen

Foto © www.piqs.de / Fotograf: zwerKH, CC (Some rights are reserved.)

Majestät der Meere

Der Rochen

  • Artikel vom 29. November 2009

Niemand gleitet so elegant durchs Wasser wie ein Adlerrochen. Wellenförmig heben und senken sich seine Brustflossen, die eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen. Kleine Fische begleiten ihn, suchen Schutz unter seinem majestätischen Körper, der fünf Meter lang werden kann. Die gefleckten Giganten bewegen sich fast immer frei schwimmend. Das hebt sie ab von den meisten der rund 300 Rochenarten, die am liebsten über dem Meeresboden gründeln. Ganz anders die Adlerrochen: Wie Delfine können sie sogar mit dem ganzen Körper aus dem Wasser springen – einen kurzen Moment darüber schweben.

Dramatische Begegnung

Einer 55-jährigen Frau, die sich im März 2008 auf einem Ausflugsboot vor der Küste Floridas an Deck sonnte, wurde ein solcher Sprung zum Verhängnis: Ein 35 Kilogramm schweres Tier landete mit voller Wucht direkt auf ihrem Kopf – eine dramatische Begegnung, die für die Touristin tödlich endete. Derartige Unfälle mit Rochen sind jedoch äußerst selten. Menschen gegenüber verhalten sich die Fische friedfertig, ergreifen eher die Flucht, als einen Angriff zu starten.

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Dennoch gibt es gefährliche Arten: Den Stachelrochen etwa sollten Taucher nie zu nahe kommen. Die Tiere fühlen sich schnell in die Enge getrieben und verteidigen sich mit ihrem giftigen Stachel. Der australische Naturfilmer Steve Irwin beispielsweise bezahlte seine übergroße Neugier 2006 mit dem Leben: Vor der australischen Nordostküste stieß ihm ein Stachelrochen seinen Schwanzfortsatz wie ein Bajonett ins Herz.

Rochen sind Knorpelfische – wie auch die Haie. Doch während diese größere Fische fressen, unter anderem die artverwandten Rochen, haben die flachen Giganten einen bescheideneren Speiseplan: Wie ein Staubsauger ziehen sie gemächlich über den Meeresboden, sammeln Muscheln, Schnecken oder Krebse. Deren Schalen und Gehäuse knacken sie dann mit ihren stumpfen, aber sehr harten Zähnen. Nordseearten wie der Nagelrochen fressen auch Krabben, Garnelen und Heringe.

Das Tier mit den nagelartigen Dornen auf dem Körper ist eine der Attraktionen im "Multimar Aquarium" in Tönning an der Nordseeküste: "In dem Moment, in dem sich der Rochen vom Boden erhebt, beginnt seine große Stunde: Seine Eleganz, die Leichtigkeit, mit der er schwimmt – das ist alles unglaublich beeindruckend. Es wirkt, als würde er sich in der Schwerelosigkeit bewegen", schwärmt Dr. Gerd Meurs, Chef des Aquanaturriums, das seit zehn Jahren besteht.

Autor: Uwe Clausen

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