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Natur
Japanischer Kirschbaum

Frühlingsbote: Japanischer Kirschbaum in voller Blüte, Foto © www.piqs.de / Fotograf: matu, CC (Some rights are reserved.)

Schluss mit dem Winterschlaf!

Frühlingsanfang: Start in eine neue Jahreszeit

  • Artikel vom 12. März 2010

Am 20. März ist offizieller Frühlingsbeginn. HÖRZU verrät sieben Gründe, warum man sich auf das Ende des Winters freuen kann: vom neuen Schwung für die Liebe bis zum berüchtigten Frühjahrsputz.

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Als Erstes kann man ihn riechen. Immer gibt es diesen besonderen Tag, an dem wir vor die Haustür treten, tief Luft holen und wissen: Jetzt ist er da, der Frühling. Ein leichter, eigentümlicher Duft liegt in der Luft, eine Kombination aus Moos, Gras und Erde, sagen Geruchsforscher. Weil steigende Temperaturen das vereiste Land auftauen, werden wieder Duftmoleküle freigesetzt. Schon bald wird es wie im Zeitraffer überall grünen und blühen. Das ist aber nur einer von vielen Gründen, warum das Frühjahr die schönste Jahreszeit ist:

1. Die Natur erwacht aus dem Schlaf

Primeln, Krokusse und Narzissen zaubern überall fröhliche Farbtupfer auf Wiesen und an Wegränder, die kahlen Äste der Bäume schmücken sich mit frischem Grün. Pflanzen wissen genau, wann es Zeit ist für die Blüte: Die Lichtsensoren an ihren Blättern messen die Tageslänge, und erst nach einer gewissen Stundenanzahl Licht pro Tag bilden sie ein Protein, das von den Blättern bis in die Triebspitzen wandert und dort den Impuls zur Blüte auslöst.

Auch Vögel verfügen über eine Art innere Uhr. Deshalb sind jetzt wieder etwa fünf Milliarden Zugvögel auf dem Weg von Afrika zurück nach Europa. Hier angekommen, wecken uns die Sänger unter ihnen mit ihren klangvollen Revier- und Balzkonzerten. Ein schöner Kontrast zu den kratzenden Geräuschen der Schneeschieber! Andere Tiere haben die Balz schon hinter sich und ziehen bereits ihren Nachwuchs groß: Junge Igel und Eichhörnchen huschen bald durchs Unterholz, kleine Füchse und Rehkitze streifen durch die Wälder. Überall erwacht neues Leben.

2. Die Sonne wärmt Seele und Körper

Voraussetzung für all dieses Leben ist das Licht. Und davon bekommen wir jetzt Tag für Tag mehr. Morgens schon dringen Sonnenstrahlen in unser Schlafzimmer, um uns sanft zu wecken. Abends bleibt es immer länger hell. Das lässt uns Menschen aufblühen wie Blumen. Die Lichtrezeptoren in der Netzhaut des Auges melden dem Gehirn nämlich die vermehrte Lichtzufuhr. Dort wird daraufhin die Hormonausschüttung verändert: In hellen Stunden entstehen größere Mengen des Glücks-Hormons Serotonin, das unsere Stimmung hebt.

Gerade jetzt, nach einem so langen, strengen Winter, sind wir wie ausgezehrt, und die ersten Sonnenstrahlen sorgen für außergewöhnlich große Glücksgefühle - und für besonders strahlende Gesichter. Kein Wunder, dass wir versuchen, jeden Strahl der Sonne zu erhaschen und ihre wunderbare Wärme zu tanken. Neben Serotonin produziert unser Körper mit ihrer Hilfe übrigens auch das Wunder-Vitamin D, das ebenfalls als Stimmungsaufheller gilt. Studien wiesen nach, dass wir bei einer Unterversorgung mit Vitamin D schneller unter gedrückter Stimmung leiden.

3. Die Liebe kommt in Schwung

Die Sonne kann sogar noch mehr: Sie weckt Frühlingsgefühle und öffnet unsere Herzen, als wären sie Knospen. Das Tageslicht steuert nämlich auch die Produktion des Schlafhormons Melatonin, das von der Zirbeldrüse ausgeschüttet wird. Da es im Winter weniger Licht gab, wurden wir mit Melatonin überschwemmt, waren häufiger müde, antriebsärmer, ungeselliger.

Im Frühling jedoch sinkt mit den längeren Tagen der Melatonin-Spiegel wieder - darauf reagiert unsere Hirnanhangdrüse, die Hypophyse, sofort. Sie veranlasst die vermehrte Produktion von Sexualhormonen und die Ausschüttung des Aufputschhormons Cortisol. Wenn wir davon mehr als zehn Milligramm pro Liter im Blut haben, versetzt uns das in Hochstimmung. In Kombination mit Serotonin sind diese Hormone verantwortlich für das, was wir Frühlingsgefühle nennen. Früher konnte man sie sogar anhand der Geburtenzahlen belegen: Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden rund um den 21. März die meisten Kinder gezeugt. Inzwischen hat sich das geändert, weil auch künstliches Licht und Zentralheizung den Körper beeinflussen. Auf den Frühling aber reagiert er besonders stark.

Autor: Melanie Schirmann

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