Foto © www.piqs.de / Fotograf: Steffen Armbrecht, CC (Some rights are reserved.)
Manche mögen's weiß: Wenn Frost die Nächte packt und Schnee fällt, verbringen viele Tiere wie selbstverständlich Tag und Nacht draußen in klirrender Kälte. Frieren die denn gar nicht? Wir Menschen bibbern schon beim Anblick der verschneiten Landschaft! Die Natur jedoch hat im Lauf der Evolution Strategien entwickelt, damit Tiere im Winter überleben. Schritt für Schritt enträtseln Wissenschaftler nun ihre verblüffenden Kältetricks.
Ein Beispiel: Bislang war wenig erforscht, wie die Pfeifhasen in Alaska überwintern. Jetzt legten sich die Tierfilmer Ernst Arendt und Hans Schweiger auf die Lauer. Der nur rund 160 Gramm schwere Nager sammelt keine Nüsse oder Samen, frisst sich keinen Fettvorrat an. "Die kleinen Kerle lassen Gräser in der Sonne zu Heu trocknen", berichtet Ernst Arendt. "Dabei rennen sie mit viel zu großen Heuladungen herum - so, als sei der Sommer in Alaska zu kurz für ihre Arbeit."
Schuften für die Eiszeit
Schon früh im Jahr fangen sie an, im Herbst folgt der Endspurt. Motto der Pfeifhasen: Wer überwintern will, muss fleißig sein. Denn obwohl in Alaska bittere Kälte herrscht, halten die kleinen Tiere keinen Winterschlaf. Bis zu sechs Kilo Heu lagern sie als Knabbervorrat unter Steinhaufen ein. Tierfilmer Arendt: "Wenn der Schnee dann alles zudeckt, leben sie windgeschützt und warm unter den Steinen von ihren Vorräten."
Einen ganz anderen Trick haben sich Japans Schneeaffen, die Rotgesichtsmakaken, ausgedacht: Wird es kalt, beginnt für sie die Badesaison. Im Winter nutzen sie Thermalquellen, um sich aufzuwärmen. Nur ihre von Flöckchen und Eiszapfen bedeckten Köpfe mit den roten Gesichtern ragen dann aus dem 43 Grad Celsius heißen Wasser heraus. Um ihre Körpertemperatur zu halten, sitzen sie oft stundenlang in den heißen Quellen. So schafften sie es, von allen Affenarten weltweit am weitesten in den Norden vorzudringen. Eine Anpassung, die Verhaltensforscher erstaunt - denn eigentlich sind Affen eher als wasserscheu bekannt.
Autor: Kai Riedemann
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